Keine Zeit, Erfolg zu genießen: Mercedes-AMGs Spa-Sieger am Nürburgring

Von den 24h Spa geht es gleich weiter zum ADAC GT Masters an den Nürburgring: Wie die Mercedes-AMG-Piloten Marciello und Gounon den Erfolg feiern wollen

Keine Zeit, Erfolg zu genießen: Mercedes-AMGs Spa-Sieger am Nürburgring
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Der Kalender für GT3-Rennfahrer kennt keine Verschnaufpause. Die Mercedes-AMG-Performance-Fahrer Raffaele Marciello und Jules Gounon geben nur eine Woche nach ihrem Sieg bei den 24h von Spa auf dem Nürburgring Gas, wo das vierte Rennwochenende der ADAC-GT-Masters-Saison 2022 ansteht.

Zeit, um das Geschehene zu verarbeiten, bleibt da kaum übrig. Das verdeutlichen auch Aussagen von Marciello und Gounon auf Nachfrage von 'Motorsport.com'. "Ich kann es nicht wirklich realisieren. Wir haben gewonnen, und drei Tage später bin ich schon wieder an der Rennstrecke und fahre ein anderes Fahrzeug", sagt Gounon.

"Das war etwas Besonderes, die 24h von Spa zu gewinnen, und dann komme ich am Donnerstagmorgen hier an und bin schon wieder zurück im Auto. Aber am Ende des Jahres habe ich mal Zeit, um [im Kopf] durchzugehen, was wir eigentlich erreicht haben."

Erfolge fuhr Gounon in diesem Jahr bereits jede Menge ein. Neben dem Spa-Sieg weist seine persönliche Bilanz auch den Triumph bei den 12h von Bathurst und Podien bei den 24h am Nürburgring und in Dubai sowie bei den 12h von Sebring aus.

Jules Gounon: 24h Spa ein verdammt hartes Rennen

Wie sah seine Woche im Anschluss an den Gesamtsieg in Spa-Francorchamps aus? Ich bin am Montag in Spa geblieben und dann Dienstag an den Nürburgring gereist. Am Mittwoch haben wir ein Golfturnier mit Phil Zakowski gespielt, das wir gewonnen haben. Das war eine gute Vorbereitung für das ADAC GT Masters. Jetzt sind wir hier", antwortet er.

Nichtsdestotrotz weiß Gounon den Spa-Erfolg zu schätzen. Immerhin probierte er es seit seinem Premierensieg im Sainteloc-Audi im Jahr 2017 vergeblich, einen zweiten Gesamtsieg einzufahren. Bis es dieses Jahr mit Marciello und Dani Juncadella wieder klappte.

"Es war so ein hartes Rennen, und damals habe ich noch nicht realisiert, wie schwierig es eigentlich ist, das Rennen zu gewinnen", gibt Gounon nun nach seinem zweiten Gesamtsieg offen zu. "Dann bin ich jedes Jahr zurückgekehrt und habe mir immer wieder gedacht: Verdammt! Es ist verdammt schwierig, dieses Rennen zu gewinnen."

Ähnlich ergeht es seinem Teamkollegen Marciello. Der Italiener startete mit seinem Fahrzeug drei Jahre hintereinander von der Poleposition in die 24h von Spa, erst bei der dritten Gelegenheit konnte er diese Ausgangslage in den Sieg ummünzen.

Raffaele Marciello will Spa-Sieg am Jahresende feiern

Entsprechend emotional reagierte auch Marciello nach seinem ersten Erfolg in Spa. Er spricht von "Gänsehaut" und davon, dass ihm der Triumph "sehr viel" bedeutet. "Ich wollte diesen Sieg unbedingt", fügt der mit Schweizer Lizenz fahrende Italiener hinzu. Doch auch für ihn gab es keine Zeit, um den Erfolg auszukosten.

Raffaele Marciello

Raffaele Marciello kann seinen Spa-Sieg noch nicht voll auskosten

Foto: SRO

"Wir sind am Sonntag ein wenig mit AMG zusammengesessen und das Team hat am Montagabend ein Dinner in Toulouse veranstaltet, aber das war für uns Fahrer viel zu weit entfernt. Wir werden das am Jahresende sicher nachholen", kündigt Marciello an. Dann sei ebenfalls ein Dinner mit dem Akkodis-ASP-Team in Toulouse geplant.

Jetzt steht aber erst einmal das Nürburgring-Wochenende an, das er mit der Bestzeit im FT1 eröffnete. "Es war viel zu tun. Ich bin am Montag zurückgeflogen, am Mittwoch bin ich dann hierhergekommen. Ich habe mich noch nicht ganz erholt, aber das ist schon okay. In der nächsten Woche kann ich mich dann mal ein wenig erholen", erklärt Marciello.

Mit dem Spa-Sieg hat der Mercedes-AMG-Pilot eines seiner großen Ziele erreicht. Den Erfolg möchte er im nächsten Jahr wiederholen, zudem möchte er auch die 24h am Nürburgring gewinnen. Der Spa-Sieg sei jetzt verbucht, so Marciello. Aber: "Wir müssen uns weiter verbessern und unsere Sache noch besser machen, um noch mehr Rennen zu gewinnen."

Mit Bildmaterial von SRO.

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