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Track-Limits: ADAC GT Masters-Rennleiter "mag es gar nicht hören"

Das Thema Track-Limits und ihre Überwachung sorgt auch bei ADAC GT Masters-Rennleiter Sven Stoppe mitunter für Frust: Über welche Alternativen er nachdenkt

Track-Limits: ADAC GT Masters-Rennleiter "mag es gar nicht hören"

Nicht erst seit dem kontroversen Ende des Formel-1-Grand-Prix von Bahrain am vergangenen Wochenende sind die Track-Limits im Motorsport ein regelrechtes Reizthema. Im GT-Sport beschäftigt das Überfahren der Streckenbegrenzung und die Frage, ob und wie dies zu ahnden ist, seit vielen Jahren Fahrer, Teams und Rennleitung.

Teilweise in einem Maße, dass es Leuten wie ADAC GT Masters-Rennleiter Sven Stoppe fast schon auf die Nerven geht. "Mal ganz ehrlich: Das Thema Track-Limits, ich mag es gar nicht hören", sagt Stoppe in der aktuellen Ausgabe von 'PS on Air - Der ADAC GT Masters-Talk'.

"Wenn wir solche guten, alten Rennstrecken haben wie den Sachsenring oder Zandvoort, wo der Kies direkt neben der weißen Linie kommt, dann haben wir dieses Thema gar nicht", schwelgt Stoppe in Erinnerungen, wobei auch auf den von ihm genannten Strecken der Kies in den Auslaufzonen teilweise durch Asphalt ersetzt wurde.

Rennleitung durch Überwachung teilweise überfordert

Größer ist das Problem aber auf modernen Strecken wie beispielsweise dem Red-Bull-Ring in Spielberg. "Ich fahre ja super gerne hin, aber eigentlich ist es eine Hassliebe", sagt Stoppe. "So schön wie es da ist, das Thema Track-Limits muss einen natürlich beschäftigen."

Die Überwachung der Track-Limits, die auf manchen Strecken förmlich im Sekundentakt überfahren werden, hält die Rennleitung nach Ansicht von Stoppe oft von der Bewertung des eigentlichen Renngeschehens ab.

Und kann sie mitunter überfordern. So hatte die Rennleitung des 24-Stunden-Rennens von Spa-Francorchamps im vergangenen Jahr die Überwachung der Track-Limits zeitweise ausgesetzt, weil dies ihrer Ansicht nach praktisch nicht mehr umsetzbar gewesen sei. Nachdem die Fahrer diese Regelung in teilweise gefährlicher Weise ausgenutzt hatten, musste die Rennleitung schließlich zurückrudern.

So könnte eine alternative Lösung aussehen

Stoppe, der in dieser Saison von der DTM zum ADAC GT Masters wechselt, hat das Thema daher auf seiner Agenda. "Mein Ansatz wird sein, eine für Fahrer umsetzbare Lösung zu schaffen und zu suchen. Und die letztendlich das Leben für die Rennleitung erleichtert", sagt er.

Und wie könnte diese Lösung aussehen? "Der Ansatz könnte sein: Ich schreibe eine Zone vor, in der du wieder zurück [auf der Strecke] sein musst. Du hast dann gar nicht die Chance, die Strecke weit zu verlassen und kannst als Fahrer beeinflussen, ob du innerhalb des vorgegebenen Limits bleibst", skizziert der Rennleiter eine Idee.

"Vielleicht könnte das der Ansatz sein, sich [in Spielberg] in Kurve 1 oder Kurve 9 von der weißen Linie zu verabschieden und Zonen zu definieren, wo man nicht hinfahren darf", sagt Stoppe. "Das ist auch für eine Rennleitung einfacher, weil sie den Fokus auf das pure Racing legen kann und nicht auf die Überwachung von weißen Linien."

Mit Bildmaterial von ADAC Motorsport.

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Rennserie ADAC GT Masters
Urheber Markus Lüttgens