Trotz Seuchensaison: Aust will zwei Autos im ADAC GT Masters 2022

Die Saison mit Daniel Keilwitz und Sebastian Asch läuft für Aust Motorsport alles andere als nach Plan - Dennoch will Aust 2022 wieder zwei Fahrzeuge einsetzen

Trotz Seuchensaison: Aust will zwei Autos im ADAC GT Masters 2022

"So ein Wochenende habe ich in 43 Jahren Motorsport noch nicht erlebt." - Frank Aust muss sich vorkommen wie in einer Saison, die bislang aus zehnmal "Freitag dem 13." bestanden haben muss. Während sich Sebastian Asch und Daniel Keilwitz im ADAC GT Masters 2021 im Audi R8 LMS GT3 abmühen, plant Aust eine Expansion für 2022.

Dann sollen nicht nur im ADAC GT Masters wieder zwei Boliden wie in der Vergangenheit zum Einsatz kommen. Informationen von 'Motorsport.com Deutschland' zufolge ist auch ein ergänzendes Engagement in der LMP3-Szene geplant.

Die Beschäftigung mit der Zukunft dürfte halbwegs über eine Saison 2021 hinwegtäuschen, in der nichts zusammenläuft. Doch in einer Saison, die größtenteils aus Rückschlägen besteht, stach der Sachsenring noch einmal hervor. Dass sein Auto an einem Rennwochenende mit zwei Läufen keine einzige Rennrunde dreht, ist auch dem erfahrenen Frank Aust noch nicht untergekommen.

Bislang stimmt es nur auf dem Papier

Dabei stimmt von der Papierform her alles. Mit Daniel Keilwitz und Sebastian Asch sitzen zwei Ex-Meister des ADAC GT Masters auf dem Auto. Erstmals seit 2017, als Aust mit Kelvin van der Linde und Markus Pommer ein Rennen auf dem Nürburgring gewann, hat Frank Aust wieder von der Papierform her sieg- oder gar titelfähiges Fahrermaterial.

Zwar hat wegen der kurzen Vorbereitungszeit niemand ernsthaft damit gerechnet. Doch dass bislang nicht einmal ein einziges einstelliges Resultat herumgekommen ist, dürften sich auch die größten Pessimisten nicht vorgestellt haben.

"Ich kann mir das nicht wirklich erklären", sagt Aust gegenüber 'Motorsport.com Deutschland'. "Wir haben zwei wirklich gute Fahrer, das Auto ist sehr gut. Aber das ADAC GT Masters ist so hart und so professionell und es wird teilweise sehr hart gefahren."

Und das scheint ein wenig das Problem zu sein. Der Audi #3 zieht Zwischenfälle nahezu magisch an. "Immer, wenn etwas passiert, sind wir mittendrin", sagt Daniel Keilwitz mit einem Kopfschütteln gegenüber 'Motorsport.com Deutschland'.

Mehrfach in Zwischenfälle verwickelt

So zum Beispiel in Zandvoort. Mit Startplatz zehn gelang Keilwitz endlich ein größerer Lichtblick, doch schon in der zweiten Kurve gab es das fürs ADAC GT Masters typische Gerangel und es war der Audi #3, der im Kiesbett landete.

Genauso im ersten Rennen am Sachsenring. "Ich habe nichts anderes gemacht als abzuwarten, nachdem es rund um den Porsche vor mir geknallt hat. In dem Moment ist mir jemand hinten reingefahren und hat den Querlenker beschädigt. Das sind so blöde Situationen, in die man gerät, wenn man mittendrin ist, wo keiner etwas dafür kann."

Während Keilwitz zumindest noch das eine oder Glanzlicht setzen konnte, kam Sebastian Asch bislang im Qualifying nicht einmal unter die Top 20. Der Meister von 2012 und 2015 hatte seine größten Erfolge im GT3-Sport mit dem gutmütigen Mercedes-Benz SLS AMG GT3 gefeiert.

Der "zackig" einlenkende Audi bereitet dem Sohn von DTM-Legende Roland Asch Probleme. Dass Asch in dieser Saison lediglich an den sieben Rennwochenenden (inklusive Donnerstagstests) im Auto sitzt, macht die Situation nur noch schlimmer.

Am Sachsenring gab es den zweiten Abflug in einem Zeittraining im ADAC GT Masters 2021 nach Oschersleben. Diesmal hatte eine Antriebswelle einen versteckten Schaden, der erst in der Recon-Lap bei der Fahrt in die Startaufstellung auffiel. Der Aust-Audi war schon vor dem Start draußen. Dass Aust so zumindest um den Startrash herumkam, ist da nur ein schwacher Trost.

Aust will im ADAC GT Masters bleiben

Wie geht es nun weiter? Asch und Keilwitz werden die Saison für Aust zu Ende fahren. "Wichtig ist jetzt erstmal, dass wir die Saison mit ein paar besseren Einzelergebnissen abschließen und sauber zu Ende fahren, ohne dass wir Probleme oder größere Kompilationen haben", so Keilwitz.

Schwer genug wird es: "Dass wir nicht ums Podium kämpfen würden, war mir bewusst. Es gibt einfach zu viele Teams da vorn, die so viel Geld investieren. Da wird es einfach schwierig, gegen diese Teams anzukommen."

"Daher waren die Top 10 das Ziel. Das haben wir einmal am Lausitzring mit einem zehnten Platz geschafft, als es ganz gut lief. Aber sonst war das immer sehr schwierig." Mit den Plätzen zwölf und zehn wirkte der Lausitzring tatsächlich wie ein Licht am Ende des Tunnels, doch dann folgte der Horror von Hohenstein-Ernstthal.

Sebastian Asch und Daniel Keilwitz im Audu R8 LMS GT3 beim ADAC GT Masters in Oschersleben

Asch und Keilwitz hatten sich auf eine Saison im Mittelfeld eingerichtet

Foto: Alexander Trienitz

Über alles, was über 2021 hinausgeht, kann Keilwitz noch nicht sprechen, da die Gespräche erst nach Saisonende ernst werden. Frank Aust lässt allerdings durchblicken, dass er sich "vorstellen" könne, die Arbeit mit den diesjährigen Fahrern fortzusetzen.

Ansonsten hofft er auf die Expansion: "Wir haben bis jetzt immer zwei Autos eingesetzt. Dass das jetzt nicht so ist, hängt natürlich mit der wirtschaftlichen Lage vieler Partner zusammen. Wir sind gerade in Gesprächen, im kommenden Jahr wieder zwei Autos einzusetzen."

2022 will er auch im ADAC GT Masters bleiben: "Es ist einfach die härteste Liga der Sportwagen weltweit. Da kommt meiner Meinung nach keine andere Serie ran." Informationen über das geplante LMP3-Engagement sollen bald folgen.

Mit Bildmaterial von Alexander Trienitz.

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