Überholen auf der Außenbahn: Paul und Winkelhock mit Mega-Moves

Maximilian Paul fährt ein überraschend starkes Rennen und überholt in Kurve 1 außen herum - Markus Winkelhock macht es in der Querspange nach

Überholen auf der Außenbahn: Paul und Winkelhock mit Mega-Moves
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Einen Konkurrenten außen herum zu überholen, gilt als eines der größten Kunststücke im Motorsport. Beim ADAC GT Masters auf dem Nürburgring gelang das gleich zwei Fahrern in einem Rennen. Maximilian Paul (Paul-Lamborghini) und Markus Winkelhock (Car-Collection-Audi) setzten sich mit entsprechenden Manövern in Szene.

Paul befand sich in einem Kampf mit Nick Catsburg im Schubert-BMW #10. In Kurve 1 erwischte er mit einem Manöver auf der Außenbahn den routinierten Allrounder tatsächlich kalt. Im Interview mit 'Motorsport.com Deutschland' erklärt er, dass es sich dabei eigentlich um ein Abwehrmanöver handelte.

"Wir sind im Dreierpack aus der letzten Kurve rausgekommen und ich wollte ihn eigentlich schon auf der Geraden ein bisschen blockieren. Aber der BMW hat so viel Leistung, dass er neben mich fahren konnte", so der 22-Jährige.

"Dann haben alle zugemacht in Kurve 1 und da habe ich mir gedacht: 'Fahr einfach außen spät auf der Bremse an allen vorbei.' Da konnte ich dann den BMW überholen."

Damit war nicht Sxchluss: Er ging auch an Jan Marschalkowski vorbei - wieder in Kurve 1, aber diesmal innen. Beim ersten Einsatz als Paul Motorsport rannte der Lamborghini Huracan GT3 Evo so gut wie schon lange nicht mehr - und Paul brachte eine der besten Leistungen zustande, die er in der Deutschen GT-Meisterschaft je gezeigt hat.

"Ja, das Auto und ich waren beide sehr gut. Wir konnten gute Plätze gutmachen und haben mit der #63 gekämpft." Hier war allerdings Feierabend, denn Paul verschätzte sich, als er im Kampf um die Lambo-Vorherrschaft die Linie von Jack Aitken kreuzte. Er erwischte das Heck des Emil-Frey-Lamborghinis und fuhr sich den Kotflügel ab.

"Das war logischerweise meine Schuld, denn ich war dahinter. Unglücklich, sowas sollte nie passieren. Aber es passiert trotzdem", ärgert er sich.

Er kämpfte noch kurz weiter, wenig später gab Paul Motorsport auf. "Nachdem die Stoßstange aufgerissen war, war das Auto natürlich nicht mehr so stark", so Maximilian Paul. "Wir hatten extremes Untersteuern und waren auf der Geraden nicht mehr so schnell. Das war gefühlt wie eine Schrankwand."

"Er ist mit einem guten Manöver wieder vorbeigekommen. Dann war für uns die Performance weg, der Speed weg, und das war dann am Ende." Zumindest macht die Pace Mut. Am Sonntag fährt Werksfahrer Marco Mapelli das Qualifying. "Jeder Tag ist eine neue Herausforderung, aber mit unserem Auto sollte etwas gehen", erwartet Paul.

Winkelhock: Das hat wirklich Spaß gemacht

Markus Winkelhock brachte dasselbe Kunststück in der zweiten Hälfte des Rennens gegen den Emil-Frey-Lamborghini von Arthur Rougier zustande. Er zog in der Querspange über den langen Weg vorbei.

"Das hat wirklich Spaß gemacht", sagt der 42-jährige Routinier gegenüber 'Motorsport.com Deutschland'. Winkelhock zeigte am Ende des Rennens eine beeindruckende Pace und fuhr die drittschnellste Runde. Gemeinsam mit Florian Spengler, dem einzig verbliebenen Trophy-Pilot in der Deutschen GT-Meisterschaft, holte er als 14. zwei Punkte.

"Bester Mann, oder?", fragt Spengler rhetorisch. "Das war das beste Manöver des Wochenendes." Winkelhock denkt derweil schon weiter: "Der volle Fokus liegt bereits auf morgen." Dann wird er das Qualifying fahren.

Mit Bildmaterial von Alexander Trienitz.

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