Ursache für Startcrash am Nürburgring: Mies-Kontakt oder doch Stolz-Plattfuß?

Luca Stolz und Albert Costa kollidierten am Nürburgring-Sonntag in Runde 1: Wie Christopher Mies beteiligt war und was für einen Reifenschaden als Ursache spricht

Ursache für Startcrash am Nürburgring: Mies-Kontakt oder doch Stolz-Plattfuß?
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Der Start ins Sonntagsrennen des ADAC GT Masters auf dem Nürburgring war turbulent. Gleich zwei Fahrzeuge aus den ersten Startreihen waren nach einer Runde aller Chancen auf eine Top-Platzierung beraubt: Der ZVO-Mercedes #8 (Stolz/Marschalkowski) und der Emil-Frey-Lamborghini #63 (Costa/Aitken).

Was ist passiert? Hinter den drei führenden Mercedes-AMG #48 (Engel/Marciello), #4 (Gounon/Schiller) und #84 (Bird/Seppänen) stritten sich Stolz und Costa, sowie Christopher Mies im Land-Audi #1 um die Vorfahrt. Es kam zu einer Kollision zwischen Stolz und Costa in Kurve 3, in deren Folge sich der Spanier drehte.

"In Kurve 2 war ich neben Luca und wir haben uns gegenseitig respektiert. Dann kam Christopher Mies von hinten. Ich habe in den Videos bei den Stewards gesehen, dass er einen Kontakt mit Luca hatte", berichtet Costa gegenüber 'Motorsport.com'.

Eine Beobachtung, die Mies bestätigt: "Luca habe ich im Scheitelpunkt von Kurve 2 kurz berührt, aber nur minimal. Die Berührung zwischen Luca und Albert war dann in Kurve 3, oder beim Anbremsen von Kurve 3." Doch bei der Kollision zwischen Stolz und Costa sei er "mehr oder weniger schon vorbei" gewesen, beteuert der Deutsche GT-Meister.

TV-Bilder sprechen Mies nicht zu 100 Prozent frei

Die TV-Bilder liefern geben nur bedingt Aufschluss darüber, was genau passiert ist. Sie zeigen eine Berührung zwischen Mies und Stolz am Ausgang von Kurve 2. Ob Mies beim Zwischenfall in Kurve 3 freigesprochen werden kann? Das lässt sich anhand der Replays nicht zu 100 Prozent aufschlüsseln. Doch es gibt eine These, die dafür spricht.

In dem Moment, in dem sich Mies und Stolz berührt haben, soll sich der Mercedes einen Plattfuß zugezogen haben, meint Costa. "Luca konnte nichts machen. Ich habe gesehen, dass er versucht hat, [in Kurve 3] nach links zu lenken", so der Spanier weiter. "Aber er ist direkt in mich reingefahren und wir sind kollidiert. Am Ende hatte ich einen Dreher."

Was für diese These spricht: Stolz selbst drehte sich nur eine Kurve später. Und der Mercedes-AMG-Pilot bestätigt Costas Beobachtung mit dem kaputten Reifen, wenn er sagt: "Wenn einer von außen kommt und einer von innen drückt, dann ist einfach zu wenig Platz. Dann gab es schon vor Kurve 3 einen Reifenschaden."

Winkelhock wird am Start überrumpelt

Die Folge: Mies kam als Dritter aus dem Getümmel raus, während Costa ans Ende des Feldes zurückfiel und für Stolz das Rennen noch in der ersten Runde beendet war. Doch auch im Hinterfeld gab es reichlich Feindkontakt. Markus Winkelhock etwa musste den Car-Collection-Audi #69 (Winkelhock/Spengler) ebenfalls nach einer Runde abstellen.

Der Audi-Pilot startete von P15 und fiel noch während des Sprints in Richtung Kurve 1 ans Ende des Feldes zurück. "Es hat sich aufgestaut. Ich war schön am Gas, dann haben die anderen Autos vor mir wieder eine Vollbremsung gemacht. Ich bin meinem Teamkollegen Mattia Drudi hinten drauf gefahren und habe wieder gebremst", so Winkelhock bei 'Nitro'.

 

"In dem Moment war dann Grün und alle sind an uns vorbeigefahren." Doch durch das Chaos in den ersten Kurven konnte sich Winkelhock wieder gut durch das Feld arbeiten. "Ich war hinter Marschall, zwischen Marschall und Mapelli", erzählt der Audi-Fahrer.

Land-Audi fällt kurz vor Schluss aus

"In Kurve 3 rein habe ich schon einen relativ starken Schlag aufs Vorderrad gekriegt, da stand das Lenkrad schon schief. In Kurve 5 hat das Auto nicht mehr richtig um die Ecke gelenkt. Da bin ich Marschall in die Seite gefahren, und dabei ist die Spurstange gebrochen." Damit war die #69 das zweite Opfer der Startrunde.

Aber auch Mies, der noch ohne größere Beschädigungen aus dem Startgetümmel entkam, war das Glück am Rennsonntag des ADAC GT Masters auf dem Nürburgring nicht hold. Er und Teamkollege Tim Zimmermann lagen auf Podiumskurs, ehe der Defektteufel zuschlug.

Zimmermann konnte nicht mehr richtig durch die Gänge schalten, weshalb Land-Audi die #1 letztlich zurückzog. Mies/Zimmermann wurden auf Position 18 gewertet. Einzig Costa/Aitken sahen von den Beteiligten die Zielflagge, gingen aber als 16. leer aus.

Mit Bildmaterial von Alexander Trienitz.

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