Kostenfalle GT3-Sport? Neue GT-Serie verspricht Ende der Budget-Lüge
Wie die GT Summer Series mit Preisklarheit, digitaler Organisation und einer "Service-First"-Offensive die etablierten Veranstalter nervös machen könnte
Die GT Summer Series will den GT Motorsport nicht neu erfinden, aber wesentliche Eckpunkte neu definieren.
Foto: Gedlich Racing
Es ist kein Geheimnis, dass der Terminkalender im europäischen GT-Sport in den Sommermonaten aus allen Nähten platzt. Wer hier eine neue Serie etabliert, braucht mehr als nur freie Streckentermine - er braucht ein Alleinstellungsmerkmal.
Die Macher hinter der erfolgreichen GT Winter Series (GTWS), Gedlich Racing, wagen 2026 genau diesen Schritt mit der neuen GT Summer Series (GTSS). Der Ansatz unterscheidet sich dabei von klassischen Rennformaten: Der Fokus liegt stark auf dem "Kundenerlebnis" für die Gentleman-Piloten und Amateure.
Interview-Serie zur GTSS:
Teil 1: Revolution im GT-Sport
Teil 2: "Heroes Arena" statt Boxengasse
Teil 3: Endlich mehr als TV-Bilder
Im Interview erklärt Serienkoordinator Stefan Lehner, wie man sich gegen die etablierte Konkurrenz durchsetzen will und warum eine Smartphone-App im modernen Motorsport über den Erfolg entscheiden kann.
Frage: "Herr Lehner, die Winter Series fährt aktuell ihre sechste Saison und hat sich etabliert. Nun folgt der Angriff auf den Sommer, wo die Konkurrenzdichte enorm ist. Ist das nicht ein Himmelfahrtskommando?"
Stefan Lehner: "Die vielen Erfahrungen der Winter Series helfen uns sehr, mit der GT Summer Series einen reibungslosen Start ohne Anlauf hinzulegen, darauf steuern wir auf jeden Fall mit ganzer Kraft zu. Wir betreiben im Winter sechs verschiedene Rennserien und haben für jede ein gut ausgearbeitetes Organisationssystem. Dennoch verlangt jede Serie Anpassungen. Neue Strecken, anderes Reglement, andere Zielgruppen - wir werden jeden einzelnen Punkt hinterfragen und die Orga für die GTSS möglichst gut auf unsere Kunden, die Amateur- und Gentleman-Fahrer, maßschneidern."
Frage: "'Maßschneidern' klingt in Pressemitteilungen immer gut, aber wie sieht das im Fahrerlager konkret aus? Die Teams wollen schließlich keine Bürokratie, sondern Racing."
Lehner: "Ein großer Teil unserer Kundenkommunikation läuft über unsere Gedlich Racing App. Dort liegen alle Infos, die man für einen reibungslosen Ablauf braucht. Das ist für die Teams ein großer Komfortgewinn, denn wann immer es eine Frage gibt, man findet die Antwort zumeist in der App. Auch die Kommunikation der Race Control mit den Teams wird darüber abgebildet. Die Anmeldung zur Serie läuft über unsere Website. Einmal registriert, liegen die Daten und Dokumente vor und die ganze Abwicklung vor Ort geht schnell und problemlos. Das muss natürlich alles vorbereitet und eingestellt werden. Wir sind da schon sehr weit und die Einschreibung ist längst eröffnet, die ersten namhaften Teams sind bereits an Bord."

Stefan Lehner, Serienkoordinator der GT Summer Series
Foto: Gedlich Racing
Frage: "Ein kritischer Punkt für Semi-Pros und Amateure sind die explodierenden Kosten im GT-Sport. Wie verhindern Sie, dass die Teams beim Budget in eine Falle tappen?"
Lehner: "Für Teams, Fahrer und Partner ist die Budgetsicherheit besonders wichtig. Wir haben für die Teams alle Werte der Serie in einem Budgetplaner zusammengestellt. So können diese sehr einfach im Vorfeld ausrechnen, welche Basiskosten für Einschreibung, Reifen, Kraftstoff und so weiter zustande kommen. Wir unterstützen jedes Team bei Rückfragen dabei, ihre Kalkulation möglichst scharf definieren zu können. Gut für die Fahrer, problemlos für die Teams - das ist das, was man braucht, insbesondere in einer neuen Serie, in der einem die Rahmenbedingungen vielleicht noch nicht so vertraut sind."
Frage: "Sie treten gegen Organisationen an, die seit Jahrzehnten im Geschäft sind. Was setzt Ihre Mannschaft dem entgegen?"
Lehner: "Für eine gute Organisation brauchst Du vor allem exzellente Vorbereitung, permanente Flexibilität und Du musst auf alle Wünsche schnell reagieren. Unser Orga-Team ist nicht nur sehr jung und selbst unheimlich vom Motorsport begeistert, sondern gleichzeitig erfahren und immer freundlich. Außerdem sind wir nicht zu aufgebläht, sondern haben schlanke Strukturen, bei denen jeder einzelne ein Experte ist und Verantwortung für die Qualität der Serie trägt. Wir machen uns im Vorfeld sehr viele Gedanken und haben zudem die Tools für eine optimale Planung. Das unterliegt ständigem Wandel und fortlaufender Optimierung."
Frage: "Wenn wir Ende 2026 Bilanz ziehen: worauf möchten Sie besonders stolz sein?"
Lehner: "Am liebsten darauf, dass jeder Teilnehmer der GT Summer Series sagt, es sei die bestorganisierte Serie, an der er je teilgenommen hat. Natürlich gibt es bei der Orga selten 100 Prozent, aber wir versuchen nach Kräften, so nahe ranzukommen, wie wir nur können."
Kalender GT Summer Series 2026
17.04. - 19.04.2026: Hockenheimring (Deutschland)
29.05. - 31.05.2026: Oschersleben (Deutschland)
25.06. - 28.06.2026: Nürburgring (Deutschland)
27.08. - 30.08.2026: Spa-Francorchamps (Belgien)
02.10. - 04.10.2026: Hockenheimring (Deutschland)
Gedlich Racing Testtage 2026
17.04.2026: Hockenheimring
28.05.2026: Oschersleben
14.07.2026: Nürburgring Sprint-Strecke
15.07.2026: Red Bull Ring (Österreich)
16.07.2026: Oschersleben
21.07. - 22.07.2026 Barcelona-Catalunya (Spanien)
18.08. - 19.08.2026: Nürburgring Grand-Prix-Strecke
29.09. - 30.09.2026: Autodromo Portimao (Portugal)
01.10.2026: Hockenheimring
03.12. - 04.12.2026: Barcelona-Catalunya (Spanien)
09.12. - 10.12.2026: Autodromo Portimao (Portugal)
11.12. - 12.12.2026: Autodromo Portimao (Portugal)
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