Mies zeigt's den Australiern: Aus der Quarantäne zum Bathurst-Sieg

Christopher Mies legt einen eindrucksvollen Auftritt in der GTWC Australia hin: Auf dem Mount Panorama Circuit holt er einen Sieg und kämpft sich durchs Feld

Mies zeigt's den Australiern: Aus der Quarantäne zum Bathurst-Sieg

Er hat auf seiner Lieblingsstrecke wieder zugeschlagen: Christopher Mies, amtierender Meister des ADAC GT Masters, hat auf dem Mount Panorama Circuit für die Zuschauer des Bathurst 1000 eine spektakuläre Show geliefert.

In der GT-World-Challenge (GTWC) Australia, die im Rahmenprogramm fuhr, holte er gemeinsam mit Yasser Shahin den Sieg im ersten Rennen mit einem spektakulären Überholmanöver. Damit machte er Shahin zum Meister der GTWC Australia 2021.

Er vertrat Shahins regulären Teamkollegen Garth Tander, der sich auf das Hauptevent an diesem Wochenende konzentriert. Was die Leistung so beeindruckend macht: Mies konnte kein einziges Training fahren, weil er sich wegen der strengen Einreisebeschränkungen in Quarantäne begeben musste und erst zum Renntag das Hotel verlassen konnte.

Aus der Quarantäne an die Spitze

Shahin übernahm in Rennen 1 von Startplatz fünf schon bei Start die Führung, als es vor ihm zu Kollisionen kam. Er bestimmte den ersten Teil des 60-minütigen Rennens. Aufgrund von Erfolgshandicap in der GTWC Australia musste der Audi vom Melbourne Performance Center dann aber 15 Sekunden länger an der Box stehen als die Konkurrenz.

Mies, der jetzt seine ersten Runden im Audi R8 LMS GT3 absolvierte, kam daher hinter dem Audi von Fraser Ross wieder auf die Strecke. Es folgte ein packender Kampf, bevor Mies an einer ganz ungewöhnlichen Stelle sechs Minuten vor Schluss in Führung ging.

Yasser Shahin wurde durch den Sieg Meister der GTWC Australia 2021

Yasser Shahin wurde durch den Sieg Meister der GTWC Australia 2021

Foto: Gary Graham

"Ich habe die Runden vorher schon versucht, meine Stärken und Schwächen gegenüber Ross einzuschätzen und habe dabei weiter Druck auf ihn ausgeübt. Als er in 'The Cutting' einen kleinen Fehler gemacht hat, habe ich meine Chance an einer unüblichen Stelle versucht. Ich denke, damit hatte er nicht gerechnet. Am Ende ging es gut aus und wir konnten das Rennen gewinnen", sagt der 32-Jährige gegenüber 'Motorsport.com Deutschland'.

Für das zweite Rennen war die Herausforderung dann noch größer. Mies musste von Startplatz 15 starten, weil er das Qualifying aufgrund seiner Quarantäne verpasst hatte. Innerhalb von vier Runden stürmte er bis auf Platz fünf vor, als eine Safety-Car-Phase seinen Stint abbrach, da alle Fahrzeuge zum Boxenstopp kamen.

"Es hat echt viel Spaß gemacht, von ganz hinten nach vorne zu fahren, und dabei viele Kämpfe zu haben. Typisch für Australien, sind diese immer sehr fair abgelaufen", so Mies. Da das Boxenstopp-Handicap erneut zuschlug, musste Shahin abermals eine Aufholjagd starten. Er schaffte es noch bis auf Gesamtrang drei. Den Sieg holte Fraser Ross mit seinem Teamkollegen Liam Talbot diesmal nach.

Mercedes-AMG gewinnt globale GTWC

Obwohl am anderen Ende der Welt gelegen, ist der Mount Panorama Circuit für Christopher Mies so etwas wie sein zweites Zuhause. Wann immer sich eine Möglichkeit ergibt, geht der Audi-Werksfahrer nach Australien. So stellte er 2018 einen (mittlerweile unterbotenen) Streckenrekord auf dem Mount Panorama Circuit auf. Hinzu kommen zwei Siege beim Bathurst 12 Hour.

Hier ist kein Platz für Fehler und du bist ständig am Anschlag. - Christopher Mies

"Seit ich 2011 diese Strecke zum ersten Mal gefahren bin, war ich von ihr fasziniert", schwärmt er. "Hier ist kein Platz für Fehler und du bist ständig am Anschlag. Durch die Mauern und die Hitze hast du hier dauerhaft einen Puls von 165 bis 180 Schlägen pro Minute. Zum Vergleich: in Europa hat man 130 bis 140 auf den meisten Strecken."

Außerdem trat er auf einem Audi RS 3 LMS in der TCR Australia an, die an einer packevollen Rennwoche mit Action an sechs Tagen ebenfalls im Rahmenprogramm des Bathurst 1000 fuhr. Wieder konnte er am Qualifying nicht teilnehmen und verpasste außerdem das erste Rennen. In den verbliebenen beiden Rennen kam er auf die Plätze vier und sieben.

Das Finalrennen der GTWC Australia schloss auch die globale GTWC für GT3-Hersteller ab. Die Meisterschaft, in die Ergebnisse aller vier GTWC-Serien von Fahrern aller vier Kategorien einfließen, gewinnt 2021 Mercedes-AMG mit 17.372 Punkten gefolgt von Lamborghini mit 14.801 und Audi Sport mit 12.085 Zählern.

Mit Bildmaterial von Gary Graham.

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