12h Sebring 2018: Cadillac schlägt im Qualifying zurück

Spirit of Daytona Racing holt sich etwas überraschend die Pole-Position für die 12 Stunden von Sebring 2018 - BMW setzt sich hauchdünn gegen Ferrari durch

Die 66. Ausgabe der 12 Stunden von Sebring werden Tristan Vautier, Matt McMurry und Eddie Cheever III. von der Pole-Position aus in Angriff nehmen. Das Trio setzte sich im Qualifying im Spirit-of-Daytona-Cadillac #90 in 1:47.432 Minuten durch. Vautier markierte die Bestzeit zur Mitte des Qualifyings und konnte anschließend nicht mehr gefährdet werden. Der alte Qualifying-Rekord von 1:48.178 Minuten aus dem Vorjahr fiel deutlich, allerdings fuhr Ricky Taylor im vierten Freien Training schon eine 1:47.076.

Vautier schlug damit zum zweiten Mal hintereinander in Sebring zu, im vergangenen Jahr zauberte er in der GTD-Klasse eine Pole-Position für Mercedes zusammen. Die Pole kommt überraschend, denn die Cadillac DPi V.R sahen in den Freien Trainings in Sebring alles andere als konkurrenzfähig aus. Bei Spirit of Daytona kam dann auch noch ein Motorwechsel hinzu. Das ist nun alles vergessen.

Der Franzose ist von der Pole-Position selber überrascht: "Das kam ein bisschen unerwartet, um ehrlich zu sein. Wir hatten ein paar Probleme an diesem Wochenende, aber haben dann auf den Stand vom Test zurückgebaut. Das war goldrichtig. Wir hatten nicht wirklich viel Zeit zum Nachdenken, sondern haben uns einfach nur die Basics beachtet. Und es war so heiß, dass die Reifen stark abgebaut haben. Deshalb mussten wir die Runde früh zusammenbringen. Das haben wir geschafft."

Penske versenkt Pole in Kurve 10

Vautier kam auch zu Hilfe, dass in der wichtigen, frühen Phase der Session dem heißesten Pole-Kandidaten ein Fahrfehler unterlief: Ricky Taylor drehte sich im Penske-Acura #7 (Castroneves/Taylor/Rahal) in Kurve 10, wo schon zuvor zwei Prototypen abgeflogen waren. Es sah allerdings nach einem individuellen Fahrfehler aus. Reifenwechsel sind in IMSA-Qualifyings verboten, weshalb die Continental-Reifen am Acura ARX-05 ihre beste Zeit gesehen hatten, als Taylor seine persönliche Bestzeit fuhr. Die bedeutete den dritten Platz hinter Olivier Pla im ESM-Nissan #2 (Sharp/Dalziel/Pla), der 0,160 Sekunden Rückstand auf die Pole hatte.

 

Nissan brachte auch den zweiten Boliden in die ersten beiden Startreihen; Pipo Derani verpasste die Zeit von Taylor im ESM-Nissan #22 (Derani/van Overbeek/Lapierre) nur knapp. Felipe Nasr unterstrich im Action-Express-Cadillac #31 (Conway/Curran/Nasr) mit der fünftbesten Zeit die Wiederauferstehung Cadillacs, gefolgt von Juan Pablo Montoya im Penske-Acura #6 (Montoya/Cameron/Pagenaud). Die Joest-Mazdas kamen auf die Plätze sieben bis neun. Wie die Nissans sprangen auch sie brutal über die Bodenwellen in der Sunset Bend.

Nicht viel Land im Qualifying sahen die privaten LMP2-Autos: Als bester Nicht-DPi kam Stephen Simpson im JDC-Miller-Oreca #99 (Goikhberg/Miller/Simpson) auf den zehnten Platz mit einer Zeit von 1:48.742 Minuten - 1,310 Sekunden hinter der Polezeit. Er machte damit seinen Abflug vom Donnerstag gut, indem er den hochgelobten Pato O'Ward im Performance-Tech-Oreca #38 (French/Masson/O'Ward) um drei Zehntelsekunden schlug.

BMW nutzt Zugeständnisse konsequent

Diese Pole-Position dürfte Zündstoff mit sich bringen: Nachdem BMW in der jüngsten BoP-Runde enorme Zugeständnisse bekommen hat, fuhr gleich ein M8 GTE auf die Pole-Position. Connor de Phillippi pfiff auf Politik und schmetterte eine Zeit von 1:55.839 Minuten aufs Parkett - Pole für den RLL-BMW #25 (Auberlen/de Phillippi/Sims). Der US-Amerikaner missachtete anschließend das Protokoll, aus dem Auto auszusteigen und ein Interview zu geben. Mit einer sportlichen Strafe ist allerdings nicht zu rechnen. Es ist die erste Pole für den neuen BMW M8 GTE. Der Streckenrekord wurde hier um eine Zehntelsekunde gebrochen.

 

#25 BMW Team RLL BMW M8, GTLM: Bill Auberlen, Alexander Sims, Connor de Phillippi
#25 BMW Team RLL BMW M8, GTLM: Bill Auberlen, Alexander Sims, Connor de Phillippi

Foto Jake Galstad / LAT Images

Nur 0,058 Sekunden hinter de Phillippi fuhr James Calado im Risi-Ferrari #62 (Calado/Vilander/Pier Guidi) auf die zweite Position und verhinderte somit einen Doppelschlag von BMW. Jesse Krohn musste sich im RLL-BMW #25 (Auberlen/de Phillippi/Sims) mit Rang drei begnügen, gefolgt von den beiden Ford GT aus dem Ganassi-Team.

Für Porsche sah es zwischenzeitlich sehr gut im Qualifying aus, aber letztlich fehlte ein kleines bisschen. Laurens Vanthoor kam im Porsche #912 (Bamber/Vanthoor/Bruni) auf die sechste Position mit einem Rückstand von gerade einmal 0,412 Sekunden, dem Schwesterfahrzeug blieb sogar nur Rang acht. Nur für die Corvettes lief es noch schlechter. Wie schon in den Trainings hingen gelben Muscle Cars etwas zurück. Antonio Garcia fehlte in der #3 (Magnussen/Garcia/Rockenfeller) auf Rang sieben eine Dreiviertelsekunde auf die Polezeit.

Ferrari holt zweite Pole nach Daytona

Um eine volle Sekunde fiel der GTD-Streckenrekord dank einer herausragenden Performance von Daniel Serra im Spirit-of-Race-Ferrari #51 (Dalla Lana/Lamy/Lauda/Serra). Der Brasilianer verbesserte während der Sitzung die Zeit immer weiter und blieb letztlich bei 1:58.710 Minuten stehen. Serra holte somit gleich die zweite Pole-Position nach den 24 Stunden von Daytona, als er den Ferrari 488 GT3 ebenfalls auf die Pole-Position stellte. "Ich wusste, dass das Auto besser war als im Training", sagt er. "Die Hitze ist uns entgegen gekommen, denn so lag das Auto besser."

 

#51 Spirit of Race Ferrari 488 GT3, GTD: Paul Dalla Lana, Pedro Lamy, Mathias Lauda, Daniel Serra
#51 Spirit of Race Ferrari 488 GT3, GTD: Paul Dalla Lana, Pedro Lamy, Mathias Lauda, Daniel Serra

Foto Art Fleischmann

Hinter ihm qualifizierte Christopher Mies den Land-Audi #29 (Mies/van der Linde/Picariello) auf der zweiten Position, gefolgt von den beiden Lexus RC F GT3 aus dem 3GT-Rennstall. Der Michael-Shank-Acura #93 (Marks/Aschenbach/Farnbacher) war nicht zum Qualifying fertig geworden. Die Mannschaft arbeitet nach dem heftigen Unfall am Donnerstag weiterhin fieberhaft, den Acura NSX GT3 wieder aufzubauen.

Am Samstag steht morgens (13 Uhr MEZ) eine kurze Warm-up-Session auf dem Programm, das Rennen startet um 15:40 Uhr MEZ, was 10:40 Uhr Ortszeit bedeutet. Der Zieleinlauf der 66. Ausgabe der 12 Stunden von Sebring ist somit in der Nacht von Samstag auf Sonntag um 3:40 Uhr MEZ (22:40 Uhr Ortszeit).

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Über diesen Artikel
Rennserien IMSA
Veranstaltung 12h Sebring
Rennstrecke Sebring International Raceway
Artikelsorte Qualifyingbericht
Tags 12 stunden von sebring 2018, 12h sebring 2018, imsa, sebring international raceway, weathertech sportscar championship