Acura steigt nach 2026 aus der IMSA werksseitig aus
Rückzug von Acura aus der IMSA SportsCar Championship: HRC US ordnet die Prioritäten in Nordamerika neu und "pausiert" das GTP-Programm
Acura verabschiedet sich aus der IMSA SportsCar Championship als Werksteam
Foto: Lumen Lumen
Paukenschlag in der nordamerikanischen Sportwagen-Szene: Honda Racing Corporation USA (HRC US) wird das Werksengagement mit dem Acura ARX-06 in der GTP-Klasse der IMSA SportsCar Championship nach der Saison 2026 vorerst beenden. Die Ankündigung kommt nur vier Tage nach dem ersten Acura-Sieg in Long Beach seit 2009.
Stattdessen verlagert der Hersteller seinen Fokus massiv in Richtung der IndyCar-Serie, um dort die Marke Acura prominenter zu platzieren. Dort tritt ab 2028 ein neues Reglement in Kraft, das Ressourcen bindet.
Aktuell setzt Acura in Zusammenarbeit mit Meyer Shank Racing zwei der elektrifizierten Prototypen in der Top-Klasse ein. HRC US übernimmt beim Fahrzeug #93 (Renger van der Zande/Nick Yelloly) die Strategie und das Engineering direkt an der Rennstrecke selbst.

Die IndyCars werden beim Indy 500 bei Marcus Armstrong erstmals ein Acura-Branding sehen
Foto: Michael L. Levitt / Lumen via Getty Images
Der Rückzug aus der IMSA kommt zugunsten einer Expansionsstrategie in der IndyCar-Serie. Zum Auftakt dessen wird Marcus Armstrong beim kommenden Indianapolis 500 im Mai mit Acura-Branding auf seinem von Meyer Shank Racing eingesetzten Boliden an den Start gehen. Es ist das erste Mal in der Geschichte, dass die Marke beim legendären Indy 500 vertreten ist.
Bereits beim Grand Prix von Long Beach am vergangenen Wochenende glänzte Felix Rosenqvist in einem Acura-Design und sicherte sich prompt die Poleposition sowie den zweiten Platz im Rennen.
David Salters, Präsident von HRC US, blickt derweil stolz auf die bisherige Ära zurück: "Wir sind extrem stolz auf das, was wir seit 2018 mit dem ARX-05 und dem ARX-06 erreicht haben. 25 Siege, 34 Poles und 10 Meisterschaften sprechen für sich. Wir sind fest entschlossen, bis Ende 2026 weiterhin um den Titel in der GTP-Klasse zu kämpfen."

Acura war seit 2018 in der IMSA werksseitig vertreten
Foto: LAT
Die Entscheidung für den Strategiewechsel fällt in eine Phase, in der die IndyCar-Serie einen massiven Aufschwung erlebt. Dank des neuen TV-Partners Fox verzeichnete die Serie 2025 das meistgesehene Indy 500 seit 17 Jahren. Der Start in die Saison 2026 lieferte die besten Einschaltquoten seit 2008, als sich die beiden rivalisierenden frisch zusammengeschlossen hatten und Quotengarant Danica Patrick noch am Start stand.
Für Acura bietet dies die ideale Bühne, um das Markenimage weiter zu stärken. Laut Hundy Liu, Manager für Acura Brand Marketing, ist die Serie eine "starke Gelegenheit", um die Bekanntheit der Marke auf einer globalen Bühne zu steigern - insbesondere dort, wo Honda-Power in den letzten Jahren so erfolgreich war.
Obwohl der Fokus nun auf die Formelsport-Serie rückt, ist es für Acura kein völlig neues Terrain: Bereits 1994 war die Marke mit Comptech Racing und Parker Johnstone in der damaligen IndyCar-Welt vertreten.
Ob und in welcher Form die Acura ARX-06 in der IMSA SportsCar Championship weiter eingesetzt werden, bleibt abzuwarten. Als sich Acura 2009 aus der amerikanischen Le-Mans-Serie zurückzog, übernahm das Einsatzteam Highcroft die Einsätze danach in Eigenregie. Acura war seit 2018 mit wechselnden Einsatzteams (Penske, Wayne Taylor Racing, Meyer Shank Racing) n der IMSA vertreten.
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