Aston Martin Valkyrie: Warum das Hypercar jetzt richtig funktioniert
Aston Martin steigert sich in der Debütsaison mit dem Valkyrie rasant - dank cleverer Updates und konsequenter Entwicklung nun Podiumskandidat
Der Aston Martin Valkyrie wurde in der Premierensaison immer stärker
Foto: Speedpictures Speedpictures
Aston Martin hat sich in seiner ersten Saison mit dem Valkyrie Hypercar deutlich gesteigert. Nach einem schwierigen Start entwickelte sich der britische Hersteller zu einem echten Podiumsanwärter in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) und der IMSA-Meisterschaft.
Teamchef Ian James vom Heart of Racing-Team hatte zu Beginn des Jahres noch vorsichtig von einem Podiumserfolg in der Debütsaison gesprochen. Damals wirkte dieses Ziel ambitioniert. Doch beim Saisonfinale der IMSA-Serie auf der Road Atlanta gelang genau das: Ross Gunn, Roman De Angelis und Alex Riberas fuhren beim Petit Le Mans auf Rang zwei.
Dieser Erfolg war kein Zufallsprodukt und auch kein Ergebnis einer glücklichen Strategie. Die starke Leistung basierte auf einem klaren Aufwärtstrend, der sich bereits in der WEC zeigte. Beim Rennen in Fuji erreichte der Valkyrie #009 mit Riberas und Marco Sörensen den fünften Platz und war zeitweise in Schlagdistanz zum Podium. Das Schwesterauto mit der #007 von Harry Tincknell und Tom Gamble zeigte in Austin vielversprechendes Tempo, ehe ein technisches Problem kurz vor Rennende den Lohn zunichtemachte.
Podium auf der Road Atlanta ein Meilenstein
Auf der Road Atlanta war der Fortschritt dann unübersehbar. In den letzten vier Stunden unter Grün gehörte der Valkyrie zu den schnellsten Fahrzeugen im Feld. Nur die siegreiche Cadillac-Crew von Action Express war im Schnitt minimal schneller.
Von einer dramatischen Wende zu sprechen, wäre jedoch übertrieben. Schon beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans hatte Sörensen die #009 in die Hyperpole gebracht, und beim IMSA-Rennen auf der Road America fuhr der Valkyrie auf Platz sechs. Doch nach der Sommerpause beschleunigte sich die Entwicklung deutlich.

Beim Petit Le Mans fuhr Aston Martin erstmals auf das Podium
Foto: Michael Michael
Die Basis für diesen Fortschritt lag vor allem in technischen Verbesserungen. Laut Fahrer Tincknell brachte eine Reihe elektronischer Updates den entscheidenden Schritt nach vorn. Systeme wie Bremskraftverteilung, Traktionskontrolle und Chassis-Regelung seien gezielt weiterentwickelt worden.
Nach Le Mans wurde der Fokus auf Performance gelegt
Nach dem erfolgreichen, problemfreien Le-Mans-Auftritt verschob Aston Martin den Entwicklungsfokus von Zuverlässigkeit hin zu Performance. "Wir wussten, dass wir zunächst die Grundlagen schaffen mussten, bevor wir ans Tempo gehen konnten", erklärte Adam Carter, Leiter des Langstreckenprogramms bei Aston Martin. "Le Mans hat uns gezeigt, dass das Auto durchhält. Danach konnten wir den Schwerpunkt auf die Performance legen."

Die Premiere in Le Mans verlief für den Valkyrie ohne große Probleme
Foto: Alexander Trienitz
Auch die Datenauswertung spielte eine wichtige Rolle. Die Fahrer beider Valkyries absolvierten in Le Mans das komplette Rennen ohne Zurückhaltung, um möglichst viele Erkenntnisse zu gewinnen. "Wir wollten das Auto am Limit bewegen und sehen, wo wir stehen", sagte Tincknell.
Für 2026 plant Aston Martin derzeit keine sogenannten "Evo-Joker"-Updates. Laut Carter wolle man zunächst das aktuelle Konzept vollständig verstehen, bevor größere Entwicklungsmaßnahmen eingeleitet werden.
Keine Evo-Joker für 2026 geplant
Mittlerweile zeigt sich der Valkyrie als deutlich ausgewogeneres und agileres Fahrzeug. Aston Martin habe an allen relevanten Regelsystemen gearbeitet, um das Fahrverhalten in allen Kurvenphasen zu optimieren. Auch bei Regen konnte der Hypercar-Neuling überzeugen: In Austin zeigte der Valkyrie auf nasser Strecke konkurrenzfähiges Tempo, bevor ein technischer Defekt ein mögliches Podium verhinderte.
Das jüngste Formhoch lässt auf eine erfolgreiche Zukunft schließen. Dennoch bleibt abzuwarten, welchen Einfluss die Balance of Performance (BoP) haben wird. In den letzten Rennen trat der Valkyrie mit minimalem Gewicht und maximaler Leistung an, was die starke Performance mit erklärt.
Trotzdem ist der Trend eindeutig positiv. Aston Martin und das Heart of Racing-Team beenden ihre Premierensaison am 8. November beim 8-Stunden-Rennen von Bahrain mit berechtigtem Optimismus.
"Das Podium in Atlanta war ein wichtiger Meilenstein für das Programm", sagte Carter. "Wir haben gesehen, dass mehrere Hersteller um Podestplätze kämpfen können. Jetzt wollen wir sicherstellen, dass wir dauerhaft dazugehören."
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