Bittersüße Emotionen für Wickens bei der Rückkehr auf die Motorsport-Bühne
Robert Wickens absolvierte eine Saison in der IMSA SportsCar Championship und steuerte ein Fahrzeug von DXDT Racing, das mit Handbedienung ausgestattet war
Robert Wickens will auch 2026 wieder in der IMSA an den Start gehen
Foto: Motorsport Network
"Bittersüß." So beschreibt Robert Wickens seine Saison in der IMSA SportsCar Championship 2025 - dem neuesten Kapitel seiner Rennkarriere nach den schwerwiegenden Verletzungen, die er sich vor sieben Jahren zugezogen hatte. Der Kanadier hat bewiesen, dass er in der höchsten Sportwagen-Serie Nordamerikas konkurrenzfähig ist - mit einem Auto, das mit einem neuen Handbedienungssystem ausgestattet ist, das maßgeblich von Bosch Motorsport entwickelt wurde.
"Das Problem ist, dass ich so ehrgeizig bin, dass ich sofort denke: 'Ich muss besser sein, das reicht nicht für all die Arbeit, die jeder geleistet hat, um mich hierher zu bringen'", erklärt Wickens, der die fünf Sprintläufe der IMSA SportsCar Championship am Steuer einer DXDT Racing Chevrolet Corvette Z06 GT3.R bestritt. "Ich will auf der Strecke nicht einfach nur mitfahren - ich will konkurrenzfähig sein."
"Ich erwarte immer mehr von mir selbst. Wenn ich aufs Podium komme, reicht mir das nicht, weil ich nicht gewonnen habe. Manchmal vergesse ich, auch mal Abstand zu nehmen und mir bewusst zu machen, was ich erreicht habe - so wie meine Frau Karli es mir ständig sagt."
Wickens erreichte 2025 viel mit der in der GT-Daytona-Klasse eingesetzten DXDT-Corvette, die er sich erst mit Tommy Milner und später mit Alec Udell teilte. Zu den Erfolgen gehörten eine Top-3-Startposition und ein vierter Platz im Rennen. Doch Wickens wäre gerne mindestens einen Platz weiter vorne gelandet.
"Es macht mich fertig, dass wir noch nicht auf dem Podium standen", sagt er. "Ich kann mich nicht erinnern, jemals eine Saison ohne Podium beendet zu haben."
Am meisten schmerzt ihn das IMSA-Rennen Road America Anfang August.
"Ich war wirklich stolz auf mein Qualifying bei Road America", erinnert sich Wickens, der dort Vierter im GTD-Grid wurde. "Endlich fühlte sich das Auto so an, wie ich es mir gewünscht hatte. Wir führten die letzte Stunde des Rennens an - und dann, in den letzten Minuten, wurden wir auf dem falschen Fuß erwischt. Ab da ging es bergab, und wir wurden immer weiter durchgereicht. Am Ende P8 - ein harter Schlag für alle."
Doch die Leistungen von Wickens in dieser Saison sind auch ein Beweis für die harte Arbeit von Bosch und Corvette Racing gemeinsam mit Technikpartner Pratt + Miller. Das wurde schon beim ersten Einsatz der Corvette in Long Beach im April deutlich.

Robert Wickens
Foto: Brandon Badraoui / Lumen via Getty Images
"Long Beach war für uns das große Ding", sagt Jeff Blair, Software-Technikexperte bei Bosch Motorsport. "Das erste Rennen erfolgreich zu überstehen - und zu sehen, dass wir konkurrenzfähig waren - hat sich wirklich gut angefühlt." Jordan Smart, Application Engineer bei Bosch Motorsport, ergänzt, dass der kalifornische Straßenkurs nicht gerade der einfachste Ort für ein Debüt war: "Das war direkt der höchste Schwierigkeitsgrad!"
Bosch hat nicht nur die Technologie der DXDT-Corvette unter Beweis gestellt, die erstmals ein elektronisches Bremssystem (EBS) einsetzt. Sie hat auch die Fantasie der Fans bei den IMSA-Events beflügelt.
Beim Canadian Tire Motorsport Park, Wickens' Heimstrecke, wurde eine spezielle Fan-Zone eingerichtet, in der Besucher das System kennenlernen konnten.
"Ich wusste nicht, ob ich am Ende zwei Besucher oder zweihundert haben würde", erzählt Wickens. "Aber es war ein voller Erfolg - und definitiv etwas, das ich in den kommenden Jahren weiter ausbauen will."
Smart erinnert sich an eine weitere Anekdote, wie Wickens' Aufstieg in die höchste IMSA-Kategorie nach drei Saisons in der Michelin Pilot Challenge das Interesse der Öffentlichkeit geweckt hat. Und das sogar, bevor er überhaupt an der Strecke angekommen war!
"Ich lief durch das Terminal am Flughafen Long Beach, zusammen mit zwei Kollegen. Wir hatten das Bosch-Motorsport-Logo auf unseren Rucksäcken", erinnert sich Smart. "Da hörte ich zwei Leute hinter uns sagen: 'Das sind die Bosch-Motorsport-Leute; die machen das Robert-Wickens-Auto.' Das war richtig cool."
Die Bosch-Technologie vermittelt auch eine wichtige Botschaft, betont Jessica Dane, Programm-Managerin bei Chevrolet für die Z06 GT3.R. "Wir haben eine Technologie entwickelt, die auch im Straßenwagen-Bereich zu etwas Größerem und Bedeutenderem führen kann", sagt sie. "In diesem Projekt steckt enormes Potenzial."
Und Wickens will einer derjenigen sein, die es nutzen. Er hat fest vor, 2026 wieder am Start der IMSA zu sein - und "hoffentlich ein Vollzeit-Titelanwärter zu werden".
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