Bobby Rahal: Schritt mit BMW in die LMDh-Kategorie toppt alles Bisherige

Bobby Rahal wird mit seinem Team RLL das LMDh-Programm von BMW leiten - Der ehemalige IndyCar-Fahrer brennt darauf, um Gesamtsiege zu fahren

Bobby Rahal: Schritt mit BMW in die LMDh-Kategorie toppt alles Bisherige

Eine Saison muss sich Bobby Rahal noch gedulden, ehe er mit BMW in der neuen LMDh-Klasse der IMSA-Serie um den Gesamtsieg kämpfen darf. Sein Team Rahal Letterman Lanigan (RLL) wird die Werkseinsätze des neuen BMW-Prototypen übernehmen und in der Speerspitze des Langstrecken-Sports mitmischen. Bis dahin wird das Team bis zu zwei BMW M4 GT3 in der neuen GTD-Pro-Kategorie der amerikanischen Sportwagen-Meisterschaft einsetzen.

"Das ist ein großer Tag für RLL", sagt Rahal gegenüber 'Sportscar365.com'. "Ich habe immer großes Interesse daran gehabt, um den Gesamtsieg mitzumischen." Genau das wird RLL können, wenn BMW seinen Prototypen in der Saison 2023 von der Leine lässt. Der bayrische Hersteller hat bereits erste Entwürfe des neuen LMDh-Boliden gezeigt und steckt mitten in der Entwicklung des Fahrzeugs, das RLL in der IMSA-Serie einsetzen wird.

"Wir werden gegen Penske, Ganassi und Wayne Taylor - also einige starke Teams - antreten", freut sich Rahal über die erste LMDh-Saison im Jahr 2023. "Das wird eine große Herausforderung werden, aber je größer sie ist, desto interessanter ist es für uns." Rahal ist seit 2007 fest mit BMW verworren, weil er sich damals mit Verantwortlichen der Marke in München getroffen hat. "Ich habe gesagt, dass ich mich freuen würde, wenn es eine Möglichkeit gäbe, BMW zu repräsentieren."

Rahal seit Jahren ein enger BMW-Partner

Er musste dann aber erst einmal bis zur Saison 2008/09 warten, bis er die Chance bekam, den Hersteller in Nordamerika zu repräsentieren. Die Geduld hat sich ausgezahlt: "Wir arbeiten jetzt seit 2008/09 zusammen und es ist ein guter Lauf. Ich denke, das liegt zum großen Teil an der Beziehung, die sich über die Jahre entwickelt hat, und an der gegenseitigen Achtung und Bewunderung füreinander."

Philipp Eng, Bruno Spengler, Connor de Phillippi

RLL hat jahrelang die BMW-GTLM-Einsätze betreut

Foto: Motorsport Images

BMW-Motorsportchef Mike Krack pflichtet dem RLL-Mitbesitzer bei und spricht ebenfalls von einer intakten Beziehung. Gegenüber 'Sportscar365.com' sagt er: "Wir arbeiten jetzt schon eine ganze Weile zusammen. Das Auto wird in Italien gebaut, weshalb die ersten Fahrten in Europa über die Bühne gehen werden, aber dann werden wir das Fahrzeug schnellstmöglich in die USA bringen."

Unterstützung von RMG

Rahals Team wird bereits in Italien eng in die Entwicklung eingebunden werden, weshalb der US-amerikanische Rennstall Personal nach Europa schicken wird. Jedoch hat auch das ehemalige DTM-Werksteam RMG seine Finger im Spiel: Der ehemalige DTM-Programmchef Maurizio Leschiutta wurde zum Leiter des LMDh-Programms ernannt, der zusammen mit RMG und LLR den Prototypen vorbereiten wird.

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So könnte das LMDh-Auto von BMW aussehen

Foto: BMW

"RMG wird die Entwicklung mit der Unterstützung von Rahal beginnen", stellt Krack klar. "Wenn wir das Auto hierher bringen, werden wir es mit Rahal einsetzen, zunächst mit Unterstützung von RMG, weil sie das Auto etwas besser kennen. Rahal ist aber in die komplette Entwicklung involviert." Wie das Auto genau aussehen wird, steht aber noch nicht fest, da die Gespräche mit der IMSA, dem Automobil-Weltverband (FIA) und dem ACO anhalten.

BMW schraubt am Design des LMDh-Autos

BMW plant mit einem funktionellem typischen BMW-Frontgrill, jedoch steht ein finales Design noch nicht fest. "Wir sind mit den Verantwortlichen in Gesprächen", so Krack. "Jeder Hersteller muss seine eigene Designsprache haben. Das ist etwas, bei dem das Styling auf sehr unterschiedliche Weise definiert werden kann." BMW präsentiert seine Vorschläge, während die Verantwortlichen ihre Zustimmung geben oder die Pläne ablehnen.

"Je extremer man beim Styling vorgeht, desto mehr Einfluss hat das auf die Aerodynamik", erklärt der BMW-Motorsportchef. "Das wirkt sich auch auf die BoP [Balance of Performance] aus. Deshalb arbeiten wir mit ihnen so eng zusammen. Dann können sie sagen: 'Das ist zu extrem'. Wenn man zum Beispiel Peugeot sieht, ist das extrem oder akzeptabel. Wir sind mit ihnen in Kontakt. Sie haben ein erstes Bild gesehen."

Rahal mit GTD-Pro-Programm im Jahr 2022

Mit der Abschaffung der GTLM-Kategorie in der IMSA-Serie ist in der Saison 2021 eine Ära zu Ende gegangen. RLL hat jahrelang die GTE-Autos der Bayern eingesetzt und viele Erfolge verbucht. Zuletzt bestritt die Marke aber nur noch die Langstrecken-Rennen in der IMSA-Serie In der Saison 2022 wird RLL in die neue GTD-Pro-Kateogrie einsteigen und bis zu zwei BMW M4 GT3 einsetzen - ein neues Auto in der Motorsport-Palette des Herstellers.

BMW M4 GT3

RLL wird bis zu zwei BMW M4 GT3 in der GTD-Pro einsetzen

Foto: BMW

"Seit 2008 war es ein enger Kampf in der GTLM-Kategorie", sagt Rahal gegenüber 'Sportscar365.com'. Es war klasse, gegen Ferrari, Porsche und Corvette anzutreten. Das will ich nicht schmälern, und natürlich kommt nächstes Jahr die GTD-Pro. Das wird eine große Herausforderung werden. Wir hatten einige Erfolge in der GTLM: zwei Sebring- sowie zwei Daytona-Siege und weitere Rennsiege. LMDh wird einfach eine ganz andere Herausforderung werden."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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LMDh-Programm hat bei BMW Vorrang: GTD-Pro-Start nicht mit zwei RLL-Autos?
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