"Gute Dinge brauchen Zeit": Vanthoor über das IMSA-Programm von WRT
Nach nur vier Monaten Vorbereitung und einem Podium auf Anhieb schildert Dries Vanthoor den aktuellen Stand im GTP-Programm von BMW in der IMSA-Serie
Der BMW M Hybrid V8 wird seit 2026 auch in der IMSA von WRT eingesetzt
Foto: Jake Galstad / Lumen via Getty Images
Ein Sportwagenprogramm auf Meisterschaftsniveau innerhalb von vier Monaten von Grund auf aufzubauen, das ist eine gewaltige Aufgabe. Dries Vanthoor hilft dabei, das GTP-Projekt von BMW in der Topklasse der IMSA SportsCar Championship zu steuern. Für die laufende Saison 2026 hat WRT zwei BMW M Hybrid V8 auf Vollzeitbasis gemeldet.
Vanthoor, der seine zweite volle IMSA-Saison fährt, steht im Zentrum eines großen Wandels für BMW. Nach der Zusammenarbeit mit Rahal Letterman Lanigan Racing (RLL) als Werkspartner, die in der vergangenen Saison drei Podestplätze und einen Sieg (Elkhart Lake) brachte, hat BMW für 2026 mit WRT zusammengespannt.
WRT ist das Team, mit dem BMW bereits in der Hypercar-Klasse der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) antritt. Und es ist das Team, mit dem Vanthoor selber auf eine lange gemeinsame Geschichte zurückblicken kann. In der IMSA-Serie setzte das neu formierte Team mit einem Podestplatz beim Saisonauftakt, den 24h Daytona, sofort ein Zeichen. Doch um aus dem rasanten Debüt eine langfristige Dominanz zu machen, braucht es mehr.

Bei den 24h Daytona fuhr BMW beim IMSA-Debüt von WRT auf das Podium
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"Es ist ein völlig neues Programm für uns", sagt Vanthoor. "Es gibt viele neue Leute, eine völlig neue Struktur. Wir waren immer daran gewöhnt, unsere Struktur in Europa zu haben. Jetzt müssen wir in den USA eine völlig andere Struktur aufbauen, was eine Umstellung ist. Auch die Art zu arbeiten, also die Zusammenarbeit mit den Leuten, ist anders. Und das braucht Zeit."
"Ich glaube schon, dass wir einige Anzeichen dafür gesehen haben, dass es funktioniert. Das ist natürlich positiv. Aber wir haben auch schon einige Dinge gesehen, die nicht so positiv sind und an denen wir arbeiten müssen", so Vanthoor.
"Ich glaube, das ist auch normal. Man kann nicht erwarten, dass man das mal eben so aufbaut. Sie haben es in vier Monaten geschafft, das Ganze aufzubauen. Ich glaube nicht, dass man erwarten kann, dass alles direkt vom ersten Rennen an funktioniert."

Dries Vanthoor fährt schon seit 2016 für WRT und fährt seit 2025 IMSA
Foto: James Gilbert / Getty Images
Trotz der Schwierigkeiten, das IMSA-Programm von der Basis her komplett neu aufzubauen, haben sich Geschwindigkeit und Umsetzung bei wichtigen Rennen in diesem Jahr bereits gezeigt. "Man sagt doch immer, gute Dinge brauchen Zeit", bemerkt Vanthoor, der im Juli mit WRT den Gesamtsieg bei den 6h Sao Paulo der WEC errang.
Mit Blick auf das IMSA-Programm fügt Vanthoor hinzu: "Hoffentlich läuft es mit noch etwas mehr Zeit noch besser. Wir haben gute Leute und ich glaube fest daran, dass es besser werden wird. Wir werden um Siege kämpfen können, davon bin ich überzeugt."
"Wir hatten in dieser Saison bereits gute Rennen, in denen wir ein gutes Tempo und eine gute Strategie gezeigt haben. Wir müssen jetzt einfach weiterarbeiten und dafür sorgen, dass wir all die klitzekleinen Fehler aus unserem System verbannen."
Die serien- und kontinentübergreifende Synergie zwischen den WEC- und IMSA-Aktivitäten von WRT hat im Vergleich zu den vergangenen Saisons zu spürbaren Fortschritten auf der Rennstrecke geführt. Die BMW-Fahrzeuge vom Typ M Hybrid V8 kämpfen in beiden Meisterschaften regelmäßig um die vorderen Plätze.

Der BMW M Hybrid V8 wird von WRT sowohl in IMSA als auch WEC eingesetzt
Foto: Brandon Badraoui / Lumen via Getty Images
Auf die Frage, wie weit das IMSA-Programm noch von seinem Potenzial entfernt ist und welche Verbesserungen für die Zukunft erforderlich sind, verweist Vanthoor auf die allgemeinen Fortschritte und hebt gleichzeitig die verbleibenden Details hervor, die zur Feinabstimmung des Gesamtpakets notwendig sind.
"Aus einer Gesamtperspektive betrachtet, oder wenn man die Performance des Autos auch auf WEC-Seite betrachtet, sehe ich das positiv. Wenn man sich jetzt die WEC und die IMSA ansieht, versuchen wir in beiden Serien manchmal oder sogar meistens, ganz vorne mitzukämpfen. Das war im vergangenen Jahr noch etwas schwieriger. Das ist also positiv", so der 28-jährige Belgier, dessen Zeit als WRT-Fahrer in diversen Rennserien bis ins Jahr 2016 zurückreicht.
Der Fokus im IMSA-Programm richtet sich laut Vanthoor nun auf die Verbesserung der operativen Abläufe und die technische Weiterentwicklung des Fahrzeugs: "Wir hatten hier und da kleinere Probleme damit, um alles am Auto richtig einzustellen, und um sicherzustellen, dass die Kommunikation innerhalb des Teams gut funktioniert. Ich denke, das sind Kleinigkeiten, die bei einer neuen Konstellation normal sind."
"Ich denke daher, dass wir absolut auf dem richtigen Weg sind. Aber ich glaube schon, dass wir am Auto noch einige Punkte verbessern müssen. Wir müssen also weiterhin hart arbeiten. Vielleicht gegen Ende des Jahres, oder sicher im nächsten Jahr, werden wir ein komplettes Paket haben, mit dem wir um etwas Großes kämpfen können", sagt Vanthoor.
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