"Herzzerreißend": Jack Aitken verpasst Daytona-Sieg zum wiederholten Mal
Cadillac-Pilot Jack Aitken verpasst den Sieg in Daytona um 1,569 Sekunden: Wieso das Ergebnis für ihn "herzzerreißend" ist und er damit trotzdem nicht unzufrieden ist
Jack Aitken hat zum wiederholten Male den zweiten Platz erreicht
Foto: Brandon Brandon
Cadillac-Pilot Jack Aitken erreicht bei den Rolex 24 in Daytona wieder einmal den zweiten Platz: Schon vor zwei Jahren hatte der 30-jährige Brite den Gesamtsieg um lediglich 2,112 Sekunden verpasst, in diesem Jahr fehlten ihm sogar nur 1,569 Sekunden zum großen Triumph.
"Das ist das zweite Mal, dass ich bei diesem Rennen Zweiter geworden bin", erinnert ein sichtlich enttäuschter Aitken, der gemeinsam mit Earl Bamber, Frederik Vesti und Connor Zilisch im Cockpit saß. "Wir wären alle überglücklich gewesen, ein so schwieriges Rennen und so starke Gegner zu schlagen, deshalb fühlt es sich im Moment einfach bitter an."
"Es ging das ganze Rennen über Hin und Her, aber am Ende hat es leider knapp nicht gereicht - was wirklich, wirklich herzzerreißend ist", sagt der Cadillac-Pilot nach seiner erneuten Niederlage. "Aber wir haben insgesamt ein großartiges Rennen abgeliefert, und darauf bin ich stolz."
"Wir hatten wirklich harte 24 Stunden. Ich würde sagen, es lief alles andere als reibungslos, mit einigen Rückschlägen. Die Jungs im Team - von der Boxenmauer bis zu meinen Teamkollegen hier - haben einen fantastischen Job gemacht, uns am Ende wieder in eine Position zu bringen, aus der man das Rennen gewinnen kann."
Jack Aitken: Porsche-Performance "war beeindruckend"
"Gleichzeitig war Porsche das ganze Rennen über sehr stark. Das war beeindruckend", betont der 30-Jährige. "Wir sind zu ihnen aufgeschlossen und haben so gut wie möglich versucht, sie herauszufordern. Ich kam ein paar Mal nah heran, hatte aber letztlich nicht ganz genug, um das Manöver zu vollenden."
"Ich glaube, sowohl Felipe als auch ich hatten mit den Reifen und der Hitze zu kämpfen." Dass Aitken in der Schlussphase noch eine realistische Chance gegen die späteren Rennsieger gehabt hätte, glaubt er nicht. "Ich hatte ein paar Momente, in denen ich meine Nase hineingesteckt habe."
"Aber das war immer aus etwas größerer Distanz heraus und eher der Versuch, irgendetwas zu erzwingen", gibt der ehemalige DTM-Pilot zu. "Ich hatte nie einen wirklich guten Run auf ihn in Richtung Kurve 1; es war immer nur ein langsames Herankriechen an seinen Heckbereich."
Aitken: "Habe es versucht, aber es ging nicht"
"Ich habe versucht, hier und da eine Öffnung zu finden, aber es war ein sehr schmaler Grat zwischen einer sich auftuenden Lücke und dem Risiko, einen Unfall zu verursachen. Ich habe mein Bestes gegeben, um neben ihn zu kommen, aber ich kam nicht auf gleiche Höhe, konnte das Manöver nicht durchziehen."

Cadillac landetet bei den Rolex 24 in Daytona auf dem zweiten Platz
Foto: Lumen via Getty Images
"Ich habe es versucht, aber es ging nicht", lautet Aitkens nüchternes Fazit. "Ich hatte das Gefühl, alles gegeben zu haben - so wie eigentlich jedes Mal, wenn wir in diesen Autos sitzen. Ich denke, das ist einfach menschlich."
Die Körpersprache des Briten während der Pressekonferenz spiegelte seinen Gefühlsmix wider: Trotz der Enttäuschung bestand kein Zweifel daran, dass er das Maximum aus den gegebenen Umständen herausgeholt hatte. "Als Team haben wir alles getan, was wir konnten. Ich schaue eigentlich auf nichts mit Reue zurück."
Aitken trotz erneuter Niederlage "wirklich stolz"
Dass Cadillac überhaupt so weit vorne landete, ist beinahe eine Überraschung: Nach der Disqualifikation im Qualifying und mehreren Strafen während des Rennens hatten die Amerikaner bereits Rundenrückstand und kamen nur dank mehrerer Gelbphasen wieder an die Spitze.
Mit dem Sieg hätte es trotzdem nur unter einer einzigen Bedingung geklappt: "Als ich gerade aus dem Auto gestiegen bin, dachte ich kurz, vielleicht hätte ich ihn einfach rammen sollen, aber dieser Gedanke ist natürlich schnell wieder verschwunden", grinst Aitken.
"Es war ein gutes, faires Rennen", ergänzt der Cadillac-Pilot, der seine Aussage ausdrücklich als Scherz versteht. "Ja, im Moment ist es einfach bitter, weil es noch frisch ist, aber ich denke, wir können wirklich stolz sein - und ich bin es auch."
Diese Story teilen oder speichern
Registrieren und Motorsport.com mit Adblocker genießen!
Von Formel 1 bis MotoGP berichten wir direkt aus dem Fahrerlager, denn wir lieben unseren Sport genau wie Du. Damit wir dir unseren Fachjournalismus weiterhin bieten können, verwendet unsere Website Cookies. Dadurch wird Dein Nutzererlebnis optimiert und die Werbung auf Deine Interessen zugeschnitten. Wir wollen dir aber natürlich trotzdem die Möglichkeit geben, eine werbefreie Website zu genießen.