IMSA-Testfahrten mit 61 Autos, GTD-Pro-BoP festgezurrt

Die 24 Stunden von Daytona heißen 61 Fahrzeuge zum "Roar before the 24" willkommen - GTD Pro fährt mit gleicher BoP wie amateurbasierte GTD-Klasse

IMSA-Testfahrten mit 61 Autos, GTD-Pro-BoP festgezurrt

Die IMSA hat eine volle Starterliste von 61 Fahrzeugen für den Daytona-Vortest "Roar before the 24" präsentiert. Sieben DPi-Boliden, zehn LMP2-, neun LMP3-, 13 GTD-Pro- und 22 GTD-Fahrzeuge füllen die Starterliste. Diese Fahrzeuge werden - sofern niemand zurückziehen muss - auch das Rennen am 29. und 30. Januar in Angriff nehmen. (Teilnehmerliste "Roar before the 24" 2022)

In der DPi-Kategorie wird es bei sieben Fahrzeugen bleiben. Der Weggang von Mazda wird durch einen zweiten Cadillac von Ganassi kompensiert. Im letzten Jahr der DPi-Klasse wird es lediglich noch einen Zweikampf zwischen Cadillac und Acura geben. Interessanterweise stehen sich damit wie in der IndyCar-Serie General Motors und Honda gegenüber.

Ein besonderes Augenmerk gilt in diesem Jahr der neuen GTD-Pro-Klasse. Der Nachfolger der GTE-basierten GTLM-Kategorie kommt gleich im ersten Anlauf auf 13 Fahrzeuge und damit auf mehr als doppelt so viele wie im Jahr 2021 in der GTLM (sechs Starter in Daytona).

Für die neue, GT3-basierte Kategorie gibt es auch die lang ersehnte Balance of Performance. Es galt, die Corvette C8.R einzustufen, die übergangsweise als GTE-Fahrzeug in der GTD Pro startberechtigt ist. Zum anderen galt es die Frage zu beantworten, ob die GTD Pro eine schnellere Einstufung erhält als die GTD.

Letztere Frage lässt sich mit "nein" beantworten. Es wird damit ähnlich laufen wie in den Rennserien der SRO, in der die GT3-Fahrzeuge ebenfalls vollkommen gleich eingestuft sind und nur die Fahrerpaarungen den Unterschied machen. In der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) hingegen sind GTE Pro und GTE Am auch technisch unterschiedlich eingestuft.

Corvette erhält erste GTD-Pro-Einstufung

Die Corvette muss im ersten Anlauf 50 Kilogramm Gewicht einladen (1.320 statt 1.270 Kilogramm) und bekommt einen 3,2 Millimeter kleineren Luftmengenbegrenzer (einmal 41,3 statt 44,5 Millimeter).

 

Zudem erhält die Corvette C8.R einen 15 Millimeter hohen Zusatz-Flap am Heckflügel, was auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke von Daytona nachteilig ist. Andererseits darf Corvette Racing ein ABS verwenden, was in der GTLM verboten war. Die Testtage werden zeigen müssen, ob die Einstufung so passt, oder nachjustiert werden muss.

"Das Auto wurde nicht für diese Klasse designt. Aber die IMSA versucht, es so gleichwertig wie möglich zu machen", sagt Corvette-Werksfahrer Jordan Taylor. Nach einem Test des ABS bei einem Start außer Konkurrenz in Detroit 2021 wurde das System erneut im Anschluss an das Petit Le Mans 2021 getestet.

Das ist jedoch gar nicht der größte Umgewöhnungsaspekt, wie Taylor darlegt: "Am wichtigsten ist, zu verstehen, wie der Reifen arbeitet. Das Team hat so viele Jahre mit Michelin zusammengearbeitet, um einen maßgeschneiderten Reifen für das Auto zu entwickeln."

"Jetzt haben wir einen Reifen, der auf Fahrzeugen mit Front-, Mittel-, und Heckmotor funktioniert. Das nicht nur über eine Runde, sondern für einen ganzen Stint zu optimieren, ist eine sehr große Sache."

Porsche ganz neu eingestuft

Die BoP für die 24 Stunden von Daytona ist eine Einmalige in der IMSA SportsCar Championship, ähnlich der BoP für die 24 Stunden von Le Mans in der WEC. Verglichen mit dem Vorjahr gibt es eine gewaltige Änderung beim Porsche 911 GT3 R, der 45 Kilogramm gegenüber dem Vorjahr zuladen muss und gleichzeitig zwei jeweils drei Millimeter größere Restriktoren verwenden darf.

Außerdem muss der Aston Martin Vantage GT3 30 Kilogramm zuladen, der Mercedes-AMG GT3 deren zehn. Dem Acura NSX GT3 werden in der neuen Evo22-Ausbaustufe in der Spitze 50 Millibar, dem Ferrari 488 GT3 60 Millibar Ladedruck genommen. Der Honda/Acura bekommt dafür mehr Boost im unteren Drehzahlbereich zugestanden.

Ferrari wird durch Risi Competizione mit den Werksfahrern James Calado, Alessandro Pier Guidi, Davide Rigon und Daniel Serra vertreten. Risi trat in den vergangenen Jahren sporadisch in der IMSA an. Ob es diesmal zu mehr als einem Daytona-Engagement reicht? Einem Team-Statement zufolge werden weitere Einsätze "überlegt".

Neu eingestuft sind McLaren 720S GT3 und BMW M4 GT3. Das RLL-Team hat seine Fahrerpaarungen nun ebenfalls bekanntgegeben. Nach dem kontroversen Unfall beim Rennstart im Vorjahr wird Bruno Spengler nicht wieder eingesetzt.

Den BMW #24 teilen sich Philipp Eng, Marco Wittmann, Nick Yelloly und Sheldon van der Linde. Letztere beide sind neu im RLL-Team. Yelloly wird seinen ersten Daytona-Start absolvieren. Er war 2020 Teil des Aufgebots von Turner Motorsport bei den 12 Stunden von Sebring. Van der Linde hat die 24 Stunden von Daytona 2018 für Land-Motorsport absolviert.

Den RLL-BMW #25 teilen sich Jesse Krohn, John Edwards, Augusto Farfus und Connor de Phillippi, die allesamt im vergangenen Jahr zum GTLM-Teilzeitengagement von BMW gehört haben.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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