IMSA-Titelentscheidung in letzter Runde: "Wusste, er würde Kurve nicht schaffen"

In einem dramatischen Finale um P2 beim Petit Le Mans und um den IMSA-Titel setzt sich Felipe Nasr gegen Ricky Taylor durch: So erlebten sie die letzte Runde

IMSA-Titelentscheidung in letzter Runde: "Wusste, er würde Kurve nicht schaffen"

Nach fast elf Monaten, nach zwölf Läufen und nach über 70 Stunden Rennaction fiel die Entscheidung um die Meisterschaft in der IMSA-Königsklasse DPi auf den letzten Metern. Felipe Nasr im AX-Cadillac #31 (Nasr/Conway/Derani) und Ricky Taylor im WTR-Acura #10 (R. Taylor/Albuquerque/Rossi) duellierten sich beim Petit Le Mans um den zweiten Platz.

Die Ausgangslage war von vornherein klar: Wer vorne ist, ist Champion. Das Drehbuch konnte allerdings kaum besser sein. Taylor kam in den Schlussminuten des 10h-Rennens immer näher an seinen Titelrivalen heran. Ein dramatisches Finale lag in der Luft. Und so kam es dann auch. In der allerletzten Runde versuchte Taylor ein Manöver am Ende der langen Gegengeraden.

Das Manöver ging schief: Taylor musste in der anschließenden Schikane geradeaus durch das Kiesbett und Nasr daraufhin vorbei lassen. Zeit für einen Konter war nicht mehr: Nach der Schikane geht es über eine Kuppe in die letzte, schnelle Rechtskurve des Michelin Raceway Road Atlanta. Der Zielstrich befindet sich direkt am Ausgang dieses letzten Ecks.

Letzte Kurve entscheidet über P2 beim Petit Le Mans

"Als ich in die letzte Kurve einbog, sah ich, dass die # 10 einen sehr späten Move machte, und ich wusste, dass er die Kurve nicht schaffen würde. Also habe ich mich darauf konzentriert, die Kurve zu kriegen, und das haben wir geschafft", schildert Nasr die Szene im Anschluss aus Seiner Sicht.

Taylor gibt sich als fairer Verlierer: "Ich meine, wir sind wirklich hart gefahren. Die Meisterschaft wurde buchstäblich in der letzten Kurve entschieden. Nach dem letzten Jahr freue ich mich für die AX-Jungs. Sie haben es verdient, sie hatten ein tolles Jahr."

 

Am Ende machten elf Punkte den Unterschied im IMSA-Titelkampf 2021. Nasr und Derani kamen durch die zweite Position auf 3.407 Zähler, Taylor und dessen Teamkollege Filipe Albuquerque auf 3.396. Für Nasr geht damit die Zeit bei Action-Express-Racing so zu Ende, wie sie 2018 begonnen hat: Mit der Meisterschaft in der Top-Kategorie DPi.

Felipe Nasr verabschiedet sich von AX-Racing mit IMSA-Titel

"Ich habe so viel Liebe und Respekt für die Jungs, mit denen ich arbeite. Das wird mein letztes Rennen hier [in diesem Team] sein. Das löst auch bei mir eine Menge Emotionen aus", jubelt der Brasilianer, der mit dem LMDh-Projekt von Porsche in Verbindung gebracht wird. Nasr gewann zusammen mit Action Express Racing außerdem die 12h Sebring 2019 und das Petit Le Mans 2019.

Deshalb blickt er mit Dankbarkeit zurück: "Ich möchte Mike, Pipo und jedem einzelnen Teammitglied danken. Ich möchte mich auch bei Cadillac bedanken. Sie haben uns alles gegeben, was wir brauchten, um für den Titel zu kämpfen. Ich bin einfach so glücklich."

Und sein Titelkonkurrent Taylor? Der blickt schon nach vorn: "Ich bin wirklich deprimiert, aber Daytona ist nah. Es ist eine kurze Winterpause und wir sind ein tolles Team." Die IMSA-Saison 2022 startet wie gehabt Ende Januar mit den 24h Daytona.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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