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IMSA Watkins Glen 2026: Unfassbarer Auffahrunfall unter Gelb

Unglaubliche Szenen beim 6-Stunden-Rennen der IMSA SportsCar Championship in Watkins Glen: Aston Martin knallt in fast parkendes Feld

IMSA Watkins Glen 2026: Unfassbarer Auffahrunfall unter Gelb

Der Unfall sorgte für das Aus für den Aston Martin und den Acura

Foto: Peacock Peacock

Das 6-Stunden-Rennen der IMSA SportsCar Championship auf der Watkins Glen International hatte kaum begonnen, da sorgte eine höchst kuriose Szene bereits nach rund 40 Minuten für fassungsloses Kopfschütteln und das vorzeitige Aus von zwei GTP-Fahrzeugen. Unter Gelb krachte es im berüchtigten Streckenabschnitt Esses.

Ausgelöst wurde die Gelbphase, weil Louis Deletraz im WTR-Cadillac #40 (J. Taylor/Deletraz; 8.) ein Werbeschild getroffen hatte, dessen Trümmerteile auf der Strecke verteilt lagen. Die Spitzenteams nutzten die Neutralisierung sofort für Boxenstopps und Fahrerwechsel. So übergab Tom Blomqvist den Meyer-Shank-Acura #60 (Blomqvist/Braun; DNF) an Colin Braun.

Weil der erste Stopp jedoch verpatzt wurde, entschied sich das Team - ebenso wie Roman De Angelis im THOR-Aston-Martin #23 (Gunn/de Angelis; DNF) -, direkt noch einmal für einen kurzen Tankstopp reinzukommen, um am Ende des Feldes strategisch optimal aufgestellt zu sein.

Als die Fahrzeuge aus der Boxengasse entlassen wurden, kam es am Scheitelpunkt der Esses hinter Kurve 4 zu einem Stau mit Ziehharmonikaeffekt, da das restliche Feld der GT- und LMP2-Klassen im Schleichtempo unterwegs war.

Colin Braun erkannte die Situation rechtzeitig und bremste ab. Hinter ihm reagierte Henrik Hedman in er DragonSpeed-Corvette #81 (Hedman/Altoe/Stevenson) blitzschnell, stoppte ebenfalls und wich nach links aus.

Der heranstürmende Roman De Angelis wurde von dem abrupten Stopp jedoch völlig überrascht. Mit hoher Geschwindigkeit krachte er in das Heck von Brauns Acura und schob diesen vehement in die Corvette von Hedman hinein.

Während sich Hedman drehte und gegen die innere Leitplanke prallte, blieben die Wracks von Braun und De Angelis schwer beschädigt und ineinander verhakt mitten auf der Ideallinie stehen.

"Ich wurde völlig zerstört"

Die Schuldfrage sorgte im Fahrerlager für heftige Diskussionen, wobei vor allem die Kommunikation am Funk im Fokus stand. Roman De Angelis erklärte nach dem Vorfall, dass er - wie es in der IMSA üblich ist, weil die Klassen beim Restart sortiert werden - die GT- und LMP2-Fahrzeuge überholen wollte.

Der Kanadier sagt: "Mir wurde am Funk einfach gesagt, ich soll an den GT- und LMP2-Autos vorbeiziehen. Ich folgte Colin, der auf der gleichen Strategie war wie ich. Er zog plötzlich rüber, was ich als Zeichen deutete, dass er mich vorbeilassen will."

"Und dann stand da auf einmal eine ganze Traube von Autos im Weg. Ich wünschte, ich hätte diese Situation vermeiden können. Ich habe die stehenden Autos dort oben schlicht nicht gesehen und wusste nichts von der Gefahr. Es tut mir unheimlich leid für Colin, aber auch für meine Teamkollegen Ross und Tom sowie das gesamte Heart of Racing Team, das nun extrem viel Arbeit vor sich hat."

Colin Braun sieht die Situation erwartungsgemäß anders. Er lobt seinen Spotter Steve Wilk, der ihn rechtzeitig informierte: "Harter Brocken. Wir hatten einen schwierigen ersten Stopp, verloren Positionen und kamen für den Splash noch einmal rein."

"Die Klassen-Sortierung lief bereits, also waren wir ziemlich zügig unterwegs, um wieder zum Feld aufzuschließen. Glücklicherweise hatten wir mit Steve einen wirklich guten Spotter. Er funkte mir sofort: 'Die Autos stauen sich oben am Hügel!' Also bremste ich ab, schaute in den Rückspiegel und wollte nur sicherstellen, dass mir niemand hinten draufknallt."

"Ich war so langsam, wie es nur ging - und dann wurde ich von hinten einfach komplett zerstört. Ich denke nicht, dass irgendjemand Roman gesagt hat, was da vorne los ist. Ich hatte komplett runtergebremst und stand sicher, und dann hat er mich einfach abgeräumt. Ich habe selten so wenig Fahrzeit in einem Rennauto gehabt."

Besonders emotional reagiert Henrik Hedman, der den Crash fassungslos miterleben musste und deutliche Kritik in Richtung des Aston-Martin-Teams feuerte: "Vor mir fuhren ein paar GT-Autos, wir wollten zum Feld aufschließen und kamen oben an die Esses - und das gesamte GT-Feld stand einfach still!"

"Die zwei Autos vor mir hätten die anderen fast gerammt, zogen nach rechts und blieben stehen. Ich sah das und habe mein Auto ebenfalls abgestellt. Dann stehst du da still, willst gerade wieder losfahren und plötzlich gibt es einen riesigen Schlag!"

"Ich habe danach mit Colin gesprochen. Die Jungs im Acura haben einen Spotter, deshalb hat er angehalten - gut für ihn. Aber ich habe auch mit dem Aston-Fahrer gesprochen. Zuerst einmal haben die dort keinen Spotter, und ich verstehe das einfach nicht. Die Ingenieure können doch auf den Monitoren sehen, dass es da einen riesigen Stau gibt!"

"Er kommt mit Vollgas angeflogen, knallt in den Acura und der wird in mich geschoben. Es tut mir super leid für Colin und Acura, aber ich bin heilfroh, dass dieses Auto zwischen uns war. Sonst läge ich jetzt im Krankenhaus!"

Action Express feiert dominanten Sieg - Manthey triumphiert in der GTD

Abseits des skurrilen Unfalls wurde in Watkins Glen natürlich auch noch um den Gesamtsieg gekämpft. Am Ende jubelte die Mannschaft von Action Express Racing. Jack Aitken, Earl Bamber und Fred Vesti sicherten sich im Cadillac V-Series.R #31 einen dominanten Sieg. Für Aitken und Bamber war es der zweite IMSA-Erfolg in Serie.

Für die Mannschaft läuft es in dieser Saison für das Duo absolut herausragend, denn die Statistik der #31 liest sich mit zwei Siegen, drei zweiten Plätzen und einem dritten Platz wie ein Traum und untermauert die klare Meisterschaftsführung.

Aitken überquerte die Ziellinie unter Gelb vor Nick Yelloly im Meyer-Shank-Acura #93 (van der Zande/Yelloly/Palou; 2.) und dem JDC-Miller-Porsche #5 (van der Helm/Pino/Frederick; 3.), der nach einer starken Schlussphase von Laurin Heinrich als Dritter auf das Podium fuhr.

Das Rennen endete vorzeitig in der allerletzten Runde nach einem heftigen Abflug von Christopher Mies im Multimatic-Ford #65 (Mies/Vervisch/Priaulx).

In der LMP2-Klasse ging der Sieg an den AO-Oreca #99 "Spike" von Dane Cameron, Jonny Edgar und P.J. Hyett, die sich in einem engen Fünfkampf an der Spitze durchsetzten.

In der GTD Pro erlösten Jack Hawksworth und Ben Barnicoat das Team Vasser Sullivan. Im Lexus RC F GT3 #14 brachen sie eine 836 Tage anhaltende Serie ohne Sieg.

Großen Grund zum Jubeln gab es auch für Manthey. Riccardo Pera, Richard Lietz und Ryan Hardwick steuerten den Porsche 911 GT3 R #912 zum ersten Saisonsieg in der GTD, dicht gefolgt vom Wright-Porsche #120 (Adelson/Sargent/Ilott) auf Rang zwei.

Das nächste Rennen der IMSA SportsCar Championship 2026 ist das Rennen auf der Mosport-Strecke in Bowmanville in Ontario (Kanada). Die GTP-Klasse hat dort Pause und kehrt bei der Premiere der 6 Stunden von Elkhart Lake am 2. August zurück.

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