Zum Hauptinhalt springen

Kostenlos registrieren

  • Direkt zu Deinen Lieblingsartikeln!

  • Benachrichtigungen für Top-News und Lieblingsfahrer verwalten

  • Artikel kommentieren

Longrun-Analyse 24h Daytona 2026 (GTP): Acura holt mächtig auf

Longrun-Analyse zum Rolex 24 2026 auf dem Daytona International Speedway: Acura holt Porsche ein, BMW hofft auf Set-up-Kniff - Corvette übernimmt in GTD Pro

Longrun-Analyse 24h Daytona 2026 (GTP): Acura holt mächtig auf

Der Acura #60 übernahm in den Durchschnittszeiten die Führung, aber halten die Reifen?

Foto: Lumen Lumen

Nach drei Trainingssitzungen beim Rolex 24 sieht die Welt beim Saisonauftakt zur IMSA SportsCar Championship 2026 bereits deutlich anders aus als noch am vergangenen Wochenende beim "Roar"-Vortest. Sowohl in der GTP als auch der GTD Pro gibt es neue Favoriten.

Wie schon beim "Roar" haben wir zur Analyse in der GTP-Klasse alle Zeiten jedes Fahrzeugs herangezogen, die unter 1:40 Minuten lag und daraus den Durchschnitt gebildet. Es ist anzumerken, dass keinerlei Änderungen in der Balance of Performance (BoP) gegenüber dem Vortest gegeben hat.

Für die drei Freien Trainings ergeben sich damit folgende Einzelresultate:

Gerade das Ergebnis des dritten Freien Trainings ist sehr mit Vorsicht zu genießen, da es drei Unterbrechungen mit roten Flaggen gegeben hat.

Schauen wir nun auf alle drei Sessions kombiniert. Nehmen wir hier alle Runden unter 1:40 Minuten zusammen und bilden den Durchschnittswert, ergibt sich folgende Reihenfolge:

1. MSR-Acura #60 - 1:37.530 (43 Runden unter 1:40)

2. AXR-Cadillac #31 - 1:37.812 (70)

3. Penske-Porsche #6 - 1:37.838 (69)

4. Penske-Porsche #7 - 1:37.848 (76)

5. WTR-Cadillac #10 - 1:38.012 (68)

6. WTR-Cadillac #40 - 1:38.031 (60)

7. MSR-Acura #93 - 1:38.065 (53)

8. WRT-BMW #24 - 1:38.163 (49)

9. JDC-Miller-Porsche #85 - 1:38.214 (84)

10. WRT-BMW #25 - 1:38.261 (33)

11. Thor-Aston-Martin #23 - 1:38.613 (52)

Der Meyer-Shank-Acura #60 (Blomqvist/Braun/Dixon/Allmendinger) ist also plötzlich mit relativ deutlichem Vorsprung das schnellste Fahrzeug im Feld. Ist Acura damit plötzlich Favorit?

Van der Zande: Wir sind nicht Favorit

Renger van der Zande aus dem Schwesterauto #93 verneint entschieden: "Ehrlich gesagt, nicht wirklich. Ich denke, wir haben ein sehr gutes Auto für das Qualifying. Aber ich glaube nicht, dass wir das schnellste Auto im Rennen haben, und das macht mir Sorgen. Ich denke, Cadillac und Porsche sind in der besten Position. Hoffentlich irre ich mich."

Die Konkurrenz lacht über solche Aussagen. "Die sind doch die Weltmeister im Tiefstapeln", heißt es spöttisch von einer Stimme aus dem Porsche-Camp. Und auch bei Cadillac hat man die Honda-Nobelmarke auf dem Schirm. Für die Acura-Argumentation spricht wiederum, dass beide ARX-06 vergleichsweise wenig Runden unter 1:40 Minuten absolviert haben.

Apropos Cadillac: Der Action-Express-Cadillac #31 (Aitken/Bamber/Vesti/Zilisch) setzte sich im Durchschnitt noch knapp vor die beiden Werks-Porsche. Die beiden Cadillac V-Series.R von Wayne Taylor Racing folgen dahinter, während der von HRC eingesetzte Meyer-Shank-Acura #93 (van der Zande/Yelloly/Palou/Ohta) ein anderes Programm absolviert haben dürfte als die #60.

BMW: Rettung im letzten Training?

Sorgenfalten gibt es bei BMW. Beim Debüt von WRT als GTP-Team war lange Zeit Alarmstimmung angesagt. Das Auto kam nicht ins Fenster, das große Aero-Update schien nicht richtig zu funktionieren, die Fahrer waren mit dem Fahrverhalten nicht zufrieden.

Doch im allerletzten Training gelang ein Kniff, der zumindest etwas Hoffnung im WRT-Camp aufkommen lässt. Dass die aber reicht, eine Lücke von weit über einer halben Sekunde zu schließen, darf bezweifelt werden.

WRT genießt beim IMSA-Auftakt auf operativer Seite noch Unterstützung durch die WEC-Crew. Das ist angesichts der Winterpause in der Weltmeisterschaft nur logisch. WRT-Teamchef Vincent Vosse bittet im Gespräch mit Motorsport-Total.com um ein wenig Geduld:

"Wenn man uns mit den US-Teams vergleicht, sind wir komplette Rookies. Wir beginnen bei null. Natürlich bringen wir Erfahrung [aus der WEC] mit, und haben einige neue Rekruten im Team, die vergangenes Jahr bereits in der IMSA aktiv gewesen sind. Aber all das muss zusammenfinden und -arbeiten. Das ist unser erstes Rennen, bitte gebt uns etwas Zeit."

Doch wie viel Geduld wird BMW haben? Im vierten Jahr des LMDh-Programms müssen Erfolge her. "Die Frage ist nicht, wie viel Zeit wir brauchen", wirft Vosse ein. "Die Frage ist: 'Was brauchen wir?' Und das ist eine Vielzahl von Dingen, die auch zusammengebracht werden muss." Vosse weiß, wovon er spricht, schließlich ist WRT im GT3-Sport die Benchmark schlechthin.

Und Aston Martin? Die Situation hat sich seit dem Vortest nicht verbessert. "Daytona ist eine sehr spezielle Strecke. Wir können auch von Le Mans nur wenig übernehmen, weil das seinerseits eine spezielle Strecke ist."

Steigerungen gegenüber dem "Roar" - GTP

Werfen wir noch einen Blick auf die Steigerungen gegenüber dem Vortest vergangene Woche.

1. MSR-Acura #60 - 1,004 Sekunden schneller als beim "Roar"

2. AXR-Cadillac #31 - 0,850

3. MSR-Acura #93 - 0,558

4. WRT-BMW #25 - 0,461

5. WTR-Cadillac #40 - 0,446

6. WTR-Cadillac #10 - 0,441

7. Penske-Porsche #6 - 0,353

8. WRT-BMW #24 - 0,329

9. Thor-Aston-Martin #23 - 0,317

10. JDC-Miller-Porsche #85 - 0,253

11. Penske-Porsche #7 - 0,247

Im Median steigerten sich die GTP-Boliden um rund vier Zehntelsekunden. Dem Aston Martin gelang lediglich ein Sprung von 0,317 Sekunden im Durchschnitt aller Rundenzeiten unter 1:40 Minuten.

Auch bei Porsche fällt die Steigerung gering aus. Alle drei 963 liegen unter der Median-Steigerung. Den größten Sprung legte noch der Penske-Porsche #6 (L. Vanthoor/Estre/Campbell) mit 0,353 Sekunden hin.

Bei Cadillac legte Action Express Racing deutlich mehr zu als die beiden V-Series.R von Wayne Taylor Racing. Den größten Sprung machte aber Acura. Die Gründe dafür können vielfältig sein: Verbesserungen beim Set-up, Sandbagging beim Vortest oder ein anderes Programm kommen in Frage.

Neuer Reifen als Unbekannte

Spannend wird es im Rennen vor allem aufgrund zweier Faktoren, die auch miteinander zusammenspielen: der neue Michelin-Reifen und das Wetter.

Die neue Generation Slicks mit spektakulärer Optik soll vor allem durch ein besseres Aufwärmverhalten bestechen, aber auch beim Thema Langlebigkeit Verbesserungen bringen. Jack Aitken, der den Cadillac #31 auf die Pole gestellt hatte, bevor er nach hinten versetzt wurde, sagte aber auf Nachfrage von Motorsport-Total.com, dass die Unterschiede zumindest im Qualifying gar nicht so groß gewesen seien.

Die Wettervorhersage ist spektakulär: Sagenhafte 27 Grad Celsius Höchsttemperatur sind für den Sonntag vorhergesagt. Selbst für Florida ist das im Januar außergewöhnlich hoch und das Rennen könnte eines der wärmsten der Geschichte werden.

Das bedeutet, dass der weiche Reifen in der Nacht nur kurz oder vielleicht sogar gar nicht zum Einsatz kommt. Michelin hat ein Fenster von 17 bis 10 Uhr für die Benutzung des weichen Reifens erlaubt, was größer ist als in den vergangenen Jahren. Aber die Temperaturen engen dieses Fenster deutlich ein.

Und hier kommt auch Acuras Befürchtung ins Spiel. Van der Zande: "Wir neigen beim Rausbeschleunigen aus den Spitzkehren raus dazu, die Reifen etwas stärker zu beanspruchen als Porsche und Cadillac. Das macht es für uns in längeren Stints schwieriger." Und hohe Temperaturen helfen dann auch nicht. Wohl aber eine Gelbphase in der letzten Stunde ...

Vorheriger Artikel 24h Daytona 2026: Drei rote Flaggen im Abschlusstraining
Nächster Artikel Longrun-Analyse GTD Pro: Corvette setzt sich an die Spitze