Oreca statt Multimatic: LMDh-Chassis-Wahl von Ford erklärt
Ford hat sich beim Bau seines LMDh-Boliden gegen den langjährigen Partner Multimatic und für Oreca entschieden - Doch was steckt dahinter?
Mark Rushbrook von Ford Performance erklärt die Chassis-Wahl
Foto: Ker Ker
2027 steigt Ford mit einem LMDh-Boliden in die Langstrecken-WM (WEC) ein. Auch ein Start in der US-amerikanischen IMSA-Serie gilt als sehr wahrscheinlich. Da die LMDh-Autos auf einem LMP2-Chassis basieren, musste sich das blaue Oval einen Partner suchen. Überraschend fiel die Wahl auf Oreca und nicht auf Multimatic, obwohl das Unternehmen den Ford Mustang GT3 mitentwickelt hat und als Werksteam einsetzt.
Ford-Performance-Chef Mark Rushbrook erklärt, warum die Wahl auf das französische Unternehmen gefallen ist und warum er Oreca für den richtigen Partner für die Hypercar-Ära hält. "Multimatic ist eine großartige Firma und ein toller Partner, mit dem wir den Mustang GT3 und GT4 entwickelt haben", sagt er gegenüber Motorsport-Total.com. "Auch davor haben wir viele Racing-Projekte gemeinsam entwickelt, zum Beispiel das Ford-GT-Programm von 2017 bis 2022 und den aktuellen Mustang GTD."
"Deshalb haben es viele als Affront gegen Multimatic gesehen, als wir uns für eine andere Richtung beim Hypercar entschieden haben, aber das war es ganz und gar nicht", so Rushbrook. "Jedes Programm schaut unabhängig auf die Optionen, und wir bei Ford Performance haben erkannt, dass Oreca im Hypercar-Programm die besten Möglichkeiten bietet, weil das Unternehmen in der LMP2 so viele Erfolge gefeiert hat."
Zwar gibt es neben Oreca verschiedene LMP2-Chassis-Hersteller, darunter auch Dallara aus Italien. Dallara baut beispielsweise die LMDh-Basis für Cadillac und BMW. Auch Multimatic hat ein LMP2-Chassis im Angebot. Doch im LMP2-Rennsport hat sich die Oreca-Basis in den vergangenen Jahren deutlich durchgesetzt und sich als Platzhirsch im Langstreckensport etabliert.
"Es war ein Wettbewerb zwischen den verschiedenen Chassis-Herstellern", stellt Rushbrook klar. "Und mit unseren Zielen für das Hypercar denken wir, dass Oreca der richtige Partner ist." Laut dem Ford-Performance-Chef hat sich Oreca in diesem Wettstreit um den Auftrag durchgesetzt - nicht nur wegen der Erfolge im LMP2-Racing, sondern auch wegen des angebotenen Pakets, das Ford wettbewerbsfähig machen soll.
In die Details wollte Rushbrook dabei nicht gehen. "Wie in allen anderen Rennserien musst du dir alle Optionen anschauen", so der US-Amerikaner. "Wir haben auch die LMH- und LMDh-Basis verglichen. Entscheidest du dich für die LMDh-Basis, musst du unter den verschiedenen Chassis-Herstellern einen auswählen." Dabei fiel die Wahl eben auf Oreca und nicht auf Multimatic.
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