Penske-Chef nach Sebring-Zoff: "Nicht alles perfekt gelaufen"
Jonathan Diuguid bezieht Stellung zur Krise zwischen den Porsche-Werksfahrern Kevin Estre und Felipe Nasr nach den 12 Stunden von Sebring 2026
Die Stimmung im Porsche-Werksteam war nach den 12 Stunden von Sebring aufgekratzt
Foto: Porsche Porsche
Nach dem Doppelsieg bei den 12 Stunden von Sebring 2026 hing bei Porsche Penske Motorsport trotz maximaler Punkteausbeute der Haussegen schief. Nun äußert sich Teampräsident Jonathan Diuguid zu den verhärteten Fronten zwischen Kevin Estre und Felipe Nasr.
Gegenüber Motorsport.com USA, der englischsprachigen Schwesterpublikation von Motorsport-Total.com im Motorsport Network, bezieht Diuguid, der gleichzeitig als Stratege für den Penske-Porsche #6 (L. Vanthoor/Estre/Campbell) fungiert, Stellung zu den Vorfällen.
"Wir müssen uns das Ganze natürlich noch einmal genau ansehen", räumt er ein. "Am Ende ging es darum, den Doppelsieg abzusichern, was uns letztlich auch gelungen ist. Aber wir müssen die Videoaufnahmen und die Funkkommunikation mit den Fahrern noch einmal genau analysieren."
Nach dem Rennen herrschte in der Pressekonferenz Eiszeit. Während Nasr seinen Sieg feierte, warf Estre seinem Teamkollegen offen vor, Absprachen missachtet zu haben.
Stein des Anstoßes: Nasr ließ Estre, wie vom Team verlangt, mit etwas Verspätung vorbei. Estre glaubte, dass das Rennen damit eingefroren sei, weil beide Fahrer die Anweisung hatten, Benzin zu sparen. Doch der brasilianische Ex-Formel-1-Pilot attackierte Franzosen in Kurve 17 wieder und holte sich die Führung zurück. Estre wurde von dem Angriff sichtlich überrascht.
Aussprache vor Long Beach geplant
Zum Zeitpunkt des teaminternen Scharmützels saß den beiden Porsche 963 Action-Express-Cadillac #31 (Aitken/Bamber/Vesti) von Jack Aitken im Nacken. Laut Diuguid ein entscheidender Faktor: "Beide Fahrer haben extrem gepusht, und die #31 hat zu diesem Zeitpunkt ordentlich Druck gemacht. Ist am Ende alles perfekt gelaufen? Wahrscheinlich nicht. Aber wir müssen zurückgehen und sehen, wie die eigentliche Kommunikation aussah."
Dass es zwischen den beiden Alphatieren Nasr und Estre nun gewaltig kracht, sieht der Penske-Präsident jedoch sportlich. Für ihn ist die teaminterne Rivalität fast schon ein Qualitätsmerkmal: "Wenn unsere Autos gegeneinander um den Sieg kämpfen, dann haben wir unseren Job richtig gemacht."
Um den schwelenden Brand zu löschen, kündigte Diuguid eine zeitnahe Aussprache an. "Wir werden in ein paar Tagen alle zusammenholen und darüber reden. Wir müssen sicherstellen, dass alles geklärt ist und es keine bösen Gefühle gibt, wenn wir in die nächste Runde gehen."
Ziel sei es, die Wogen bis zum nächsten IMSA-Lauf in Long Beach zu glätten. Dort hofft man bei Penske erneut auf ein Duell um den Sieg - dann allerdings im Idealfall ohne anschließendes Giftpfeil-Gewitter in der Medienrunde.
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