Porsche bekräftigt: IMSA-Programm geht trotz Umstrukturierung weiter
Porsche-Motorsportchef Thomas Laudenbach bestätigt, dass das IMSA-Programm mit Penske trotz erheblicher Einschnitte in Stuttgart wie geplant fortgesetzt wird
Porsche Penske Motorsport setzt in der IMSA-Serie zwei Porsche 963 ein
Foto: David David
Ungeachtet umfangreicher struktureller Veränderungen, die im Rahmen der neu ausgehandelten Unternehmensumstrukturierung bei der Porsche AG stattfinden, bestätigt Motorsportchef Thomas Laudenbach, dass die Engagements des Herstellers im internationalen Langstreckensport weiter voll auf Kurs sind.
Auf konkrete Nachfrage zum Programm, das Porsche zusammen mit dem Werksteam Penske in der GTP-Klasse der IMSA SportsCar Championship betreibt, bestätigt Laudenbach, dass der Einsatz von zwei Fahrzeugen wie geplant fortgesetzt wird. "Das ist richtig. Daran hat sich nichts geändert", sagt Laudenbach.
Laudenbachs Äußerungen erfolgen in einer Phase bedeutender strategischer Neuausrichtung des Mutterkonzerns. Am 27. Juli kündigte die Porsche AG ihr umfassendes "Zukunftspaket" als Grundlage ihrer übergeordneten Strategie "Sportwagenschmiede 35" an.
Das Paket umfasst bis 2035 Investitionen in Höhe von insgesamt 2,1 Milliarden Euro in die Standorte Stuttgart-Zuffenhausen und Weissach und Garantien zum Beschäftigungsschutz. Um jedoch die Produktivität zu steigern und die Betriebskosten zu senken, sieht die Vereinbarung "einen sozialverträglichen Abbau von 5.000 Arbeitsplätzen bis 2035" vor. Dieser soll durch natürliche Fluktuation, freiwillige Abfindungen und erweiterte Altersteilzeitprogramme erfolgen.
Umstrukturierungen und Budgets meistern
Diese Kürzungen folgen auf frühere Einschnitte, darunter der Abbau von 3.900 Stellen zu Beginn des Jahres 2025 und der Verlust von 500 Arbeitsplätzen durch die Schließung von Tochtergesellschaften. Weitere Maßnahmen umfassen die Verschiebung von 3,5 Prozent der Gehaltserhöhungen, Einschränkungen im Bereich des Homeoffice, sowie die Kürzung der jährlichen Weihnachtsgratifikationen.

Die Porsche AG hat kürzlich ihr "Zukunftspaket" bekanntgegeben
Foto: LAT Images
Gleichzeitig mildert Porsche seine ursprünglich ehrgeizigen Ziele für die Einführung von Elektrofahrzeugen ab und verlängert die Produktionszyklen für Verbrennungsmotoren und Hybridsysteme parallel zu den Elektromodellen.
Nachgefragt, wie sich dieses sich wandelnde Unternehmensumfeld auf den Motorsportbereich auswirkt, räumt Laudenbach ein, dass Budgets und Strategien kontinuierlich überprüft werden, die Entscheidungen zu den Kernprogrammen jedoch unverändert bleiben.
"Wir entwickeln uns weiter", sagt Laudenbach. "Wir müssen uns damit auseinandersetzen. Das ist kein Geheimnis und natürlich beschäftigen wir uns damit. Aber bislang gibt es keine Änderung hinsichtlich unserer Entscheidungen."
"Das bedeutet nicht, dass wir uns nicht weiterentwickeln. Das bedeutet nicht, dass wir nicht diskutieren. Das bedeutet nicht, dass wir uns nicht auch ernsthaft mit Budgets und allem anderen auseinandersetzen. Aber die Entscheidung steht nach wie vor."
Blick auf die technischen Regeln für 2030
Über die aktuellen Verpflichtungen hinaus haben die Dachverbände IMSA, ACO und FIA kürzlich Pläne für ein einheitliches, plattformübergreifendes Reglement für die Topklasse des internationalen Prototypen-Rennsports ab 2030 vorgestellt. Der Übergang zu einer einheitlichen Plattform zielt darauf ab, die Kosten zu senken und gleichzeitig die Regeln für die IMSA SportsCar Championship und die Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) zu harmonisieren.
Auf Nachfrage von Motorsport.com, Schwesterplattform von Motorsport-Total.com im Motorsport Network, wie sich das kürzlich von der Porsche AG vorgestellte "Zukunftspaket" auf die kurz- und langfristige Rennstrategie des Unternehmens auswirken könnte, betont Laudenbach, dass der Automobilhersteller aus Deutschland weiterhin aktiv an der Gestaltung der Zukunft des Sports mitwirkt.

Thomas Laudenbach leitet das Motorsportprogramm von Porsche
Foto: Porsche AG
"Was wir tun, ist natürlich das Hier und Jetzt. Das haben wir immer gesagt", so Laudenbach. "Allein die Tatsache, dass wir derzeit nicht in der WEC antreten, bedeutet nicht, dass wir dem Langstreckenrennsport generell den Rücken gekehrt haben. Le Mans ist das größte Langstreckenrennen der Welt. Und natürlich beteiligen wir uns an den Gesprächen über die Regeln für 2030. Wir freuen uns, dass wir dazu eingeladen sind und wir leisten gerne unseren Beitrag."
"Und wir freuen uns, gemeinsam mit den anderen Herstellern, dem Dachverband, der IMSA, dem ACO und der FIA an der Zukunft des Motorsports zu arbeiten. Das hat nichts mit der Entscheidung zu tun. Generell versuchen wir natürlich, dazu beizutragen, dass wir zu einem guten Regelwerk für die Zukunft kommen", so der Porsche-Motorsportchef.
"Zwei Siege reichen nicht": Den Erfolg auf der Strecke messen
Auf der Rennstrecke feierte Porsche Penske Motorsport zu Beginn der aktuellen IMSA-Saison 2026 herausragende Siege. Man holte sowohl bei den 24 Stunden von Daytona als auch bei den 12 Stunden von Sebring den Gesamtsieg. Allerdings stellt die Aufrechterhaltung von Top-Performance auf unterschiedlichen Streckenlayouts und unter sich verändernden Rahmenbedingungen - Stichwort BoP - eine ständige Herausforderung dar.
Als Motorsport.com nachhakt und fragt, wie er eine erfolgreiche Saison bewertet, wenn er dem Vorstand Bericht erstattet, macht Laudenbach deutlich, dass frühe herausragende Siege den langfristigen Maßstäben bei Porsche Penske Motorsport nicht genügen.

In Daytona (Foto) und in Sebring siegte das Porsche-Werksteam, seither nicht mehr
Foto: Porsche
"Keine einfache Antwort", beginnt Laudenbach seine Ausführungen auf diese Frage. "Ich denke, wir haben zwei der wichtigsten Rennen der Saison gewonnen, nämlich Daytona und Sebring. Daytona haben wir sogar dreimal in Folge gewonnen. Und ich finde, wie wir Sebring gemeistert haben, das war ziemlich gut. Abgehakt, super. Wenn wir aber von einer erfolgreichen Saison sprechen, reichen zwei Siege nicht aus. Da muss mehr her."
"Wir sind aus unterschiedlichen Gründen nicht zufrieden damit, wie die Saison seither verlaufen ist. Das gefällt uns nicht. Aber wir sind Racer, wir hören nie auf zu kämpfen. Im Qualifying haben wir etwa eine Sekunde Rückstand. Das ist enttäuschend, heißt aber nicht, dass wir nicht kämpfen."
"Klar, wir wollen Rennen gewinnen, und am Ende können wir hoffentlich eine erfolgreiche Saison daraus machen. Bisher hatten wir zwei gute Rennen. Das reicht nicht", so der Porsche-Motorsportchef.
Diese Story teilen oder speichern
Registrieren und Motorsport.com mit Adblocker genießen!
Von Formel 1 bis MotoGP berichten wir direkt aus dem Fahrerlager, denn wir lieben unseren Sport genau wie Du. Damit wir dir unseren Fachjournalismus weiterhin bieten können, verwendet unsere Website Cookies. Dadurch wird Dein Nutzererlebnis optimiert und die Werbung auf Deine Interessen zugeschnitten. Wir wollen dir aber natürlich trotzdem die Möglichkeit geben, eine werbefreie Website zu genießen.