Porsche nach Sieg überzeugt: "Sah also dominanter aus, als es tatsächlich war"
Porsche gewinnt die 24 Stunden von Daytona nur knapp vor Cadillac: LMDh-Leiter Urs Kuratle ist auch deshalb überzeugt, dass es dominanter aussah als es tatsächlich war
Heinrich, Andlauer und Nasr haben die 24 Stunden von Daytona 2026 gewonnen
Foto: Getty Images
Porsche gewinnt zum dritten Mal in Folge die 24 Stunden von Daytona, den Saisonauftakt der IMSA SportsCar Championship 2026. Das ist allerdings keine Überraschung, denn schon der Vortest deutete an, dass der Weg zum Gesamtsieg erneut über die Zuffenhausener und ihren dominanten 963 führen würde.
Eine kleine Überraschung ist deshalb wohl eher der Blick auf das Ergebnis des Rolex 24: Denn der siegreiche Penske-Porsche #7 (Nasr/Andlauer/Heinrich) überquerte die Ziellinie mit nur 1,569 Sekunden Vorsprung auf den zweitplatzierten Action-Express-Cadillac #31 (Aitken/Bamber/Vesti/Zilisch).
Dabei hatten sich die beiden Penske-Porsche im ersten Stint bereits einen komfortablen Vorsprung von 20 Sekunden herausgearbeitet, der durch die Gelbphasen wieder schmolz. "Ich denke, es sah dominanter aus, als es am Ende wirklich war", meint Porsche-LMDh-Leiter Urs Kuratle.
"Wir wissen alle: In den ersten 22 Stunden versuchen alle, in der Führungsrunde zu bleiben, und das haben auch wir getan", stellt der Verantwortliche auf Nachfrage von Motorsport-Total.com klar. "Es sah also dominanter aus, als es tatsächlich war. Davon bin ich überzeugt."
Cadillac trumpft erst in der Schlussphase auf
Die letzten zwei Stunden seien sogar "ziemlich interessant" gewesen, ergänzt Kuratle. Denn plötzlich spielte der Action-Express-Cadillac #31 eine Rolle, der über weite Teile des Rennens kaum auffiel, was sowohl an der Startplatzstrafe als auch mehreren Strafen während des Rennens lag.

Porsche holte den Sieg nur mit wenigen Sekunden Vorsprung
Foto: Getty Images
Cadillac lag zeitweise sogar in Rundenrückstand und profitierte erst durch die zahlreichen Gelbphasen in den letzten Rennstunden. "Das gesamte Feld hat sich insgesamt stark verbessert", betont Rennsieger Felipe Nasr in der Pressekonferenz nach dem Rennen.
"Es gab Phasen im Rennen, in denen ich dachte: 'Okay, wir haben ein ziemlich gutes Tempo'. Aber es gab auch andere Phasen, in denen zum Beispiel der [Cadillac] #31 immer sehr schnell war, wenn man sich die Sektorzeiten angeschaut hat."
Nasr spricht von "extrem intensiver" Schlussphase
Dennoch sei Penske "von Anfang bis Ende in guter Form" gewesen, so Nasr. Die Bedingungen seien jedoch anspruchsvoll gewesen: "Es war eine große Herausforderung, das Auto einfach auf der Strecke zu halten. Man konnte sehen, wie das Auto in der Bus-Stop-Schikane gerutscht ist - nicht nur wir, auch Cadillac."
Die Konkurrenz schien damit besser zurechtzukommen, denn Jack Aitken konnte in der Schlussphase sogar Druck auf Porsche ausüben. "Ich war überrascht, wie stark sie am Ende aufgekommen sind", gesteht Nasr. "Sie hatten viel Pace, besonders in den Traktionszonen waren sie sehr gut."
"Diese letzte Stunde im Auto war extrem intensiv", berichtet der Brasilianer, der vom Team viele Informationen bekam. "Die Spotter sagten: 'Er fährt hier eine andere Linie, dort eine andere.' Vieles musste man als Fahrer gleichzeitig verarbeiten."
Der Cadillac #31 kam dem siegreichen Porsche mehrfach gefährlich nahe. "Ein paar Mal musste ich meine Linie wählen und so spät wie möglich bremsen. Er hat auch alles versucht", resümiert Nasr. "Ich bin einfach mit dem Herzen gefahren und mich auf meine Erfahrung verlassen."
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