Rene Binder: Chance auf Top-Auftakt in neuen Karriere-Abschnitt

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Rene Binder: Chance auf Top-Auftakt in neuen Karriere-Abschnitt
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25.01.2019, 10:05

Für den Österreicher Rene Binder beginnt bei den 24 Stunden von Daytona ein neues Kapitel seiner Karriere - P7 eine tolle Ausgangsposition für das Rennen

Der Juncos-Cadillac #50 mit dem Österreicher Rene Binder hat sich für das 24-Stunden-Rennen in Daytona (Start am Samstag um 20:35 Uhr deutscher Zeit) eine hervorragende Ausgangsposition gesichert. Binders Teamkollege Augustin Canapino qualifizierte das Fahrzeug auf dem siebten Startplatz unter 47 Teilnehmern beziehungsweise als drittbesten der sechs Cadillac DPi-V.R.

"Obwohl das Qualifying bei einem 24-Stunden-Rennen natürlich zweitrangig ist, gibt uns dieser siebte Startplatz noch einmal zusätzlichen Auftrieb", freut sich Binder über das Ergebnis. "Gratulation an meinen Teamkollegen, Augustin Canapino, und an unser Team, Juncos Racing, die in den letzten Monaten wirklich Tag und Nacht gearbeitet haben, um uns hier ein konkurrenzfähiges Auto hinzustellen."

Diese Arbeit hat sich gelohnt: Auf die schnellste Cadillac-Zeit, aufgestellt vom ehemaligen Formel-1-Piloten Felipe Nasr, fehlten Canapino nur 0,246 Sekunden. Binder kam im Qualifying (planmäßig) nicht zum Einsatz. Der 27-Jährige hatte aber schon im ersten Freien Training auf nasser Piste mit der siebtbesten Zeit aller 80 in jener Session gewerteten Fahrer aufhorchen lassen. Auch wenn die Bedingungen da nur bedingt repräsentativ waren.

Binder teilt sich seinen von Juncos eingesetzten Cadillac (übrigens das gleiche Auto, mit dem das Team um Superstar Fernando Alonso auf dem sechsten Startplatz steht) mit drei Kollegen: Canapino, der das Qualifying fuhr, Kyle Kaiser, schon 2018 Binders Teamkollege bei Juncos in der IndyCar-Serie (immer dann, wenn Binder nicht im einzigen Auto des Teams saß), und Will Owen, ein junger Amerikaner.

Cadillac hat seine Stärken im Rennen

Weil Juncos weniger auf die Startposition als vielmehr auf das Rennen hingearbeitet hat und der Cadillac seine Stärken eher auf längere Distanzen hat als auf eine schnelle Runde, rechnet sich das Quartett um Binder gute Chancen aus: "Jetzt heißt es Ruhe bewahren, materialschonend und trotzdem schnell fahren, gut durch den Verkehr kommen und keine Zeit bei den Boxenstopps verlieren", nimmt sich Binder für die 24 Stunden vor.

Übrigens ist er keineswegs der einzige Österreicher im Feld, wie er selbst bei seiner Ankunft im Paddock in Daytona festgestellt hat. Auf Facebook postete Binder am Donnerstag: "Habe vorhin gerade meinen Tiroler Landsmann, Dominik Baumann, beim Mittagessen getroffen und gehört, dass hier mit Philipp Eng, Klaus Bachler, Mathias Lauda und uns beiden insgesamt fünf Österreicher am Start sind."

 

Von den deutschsprachigen Teilnehmern hat Binder mit die besten Chancen auf ein Top-Resultat in Daytona. Zwar steht der Joest-Mazda mit Timo Bernhard und Rene Rast sogar auf Pole-Position; doch Binders Juncos-Cadillac war in der "deutschsprachigen" Wertung das zweitschnellste Auto des Qualifyings. Und mit Abstand bestplatzierter österreichischer Vertreter im Feld.

Aktuell keine Formeleinsätze mehr geplant

Für Binder ist Daytona der erste Höhepunkt eines für 2019 neu ausgerichteten Rennprogramms. Mit dem Juncos-Team bestreitet er in Nordamerika die vier großen Langstrecken-Klassiker (neben Daytona auch noch Sebring, Watkins Glen und das Petit Le Mans). Dazu die European Le-Mans-Serie (ELMS) und die 24 Stunden von Le Mans mit dem Panis-Barthez-Team. Im Formelauto mit offenem Cockpit sind Stand heute keine Renneinsätze geplant.

Der Wechsel vom Formel- in den Langstreckensport soll aus Binders Sicht "der Übergang sein, irgendwann einmal auch als Profi bezahlt zu werden und ohne Sponsor auszukommen", sagt er im Interview mit 'Motorsport-Total.com'. In der aktuellen wirtschaftlichen Landschaft im internationalen Motorsport kein Selbstläufer: "Gerade in Europa wird es immer schwieriger, als Rennfahrer Geld zu verdienen."

Sein Manager Edi Nikolic erklärt: "Die Werke fokussieren sich immer mehr auf gewisse Bereiche. Momentan sehr stark auf die Formel E. Porsche und Audi haben sich aus der WEC zurückgezogen. Da bleiben viele Werksfahrer übrig, die dann alle auf Jobsuche gehen. In Amerika ist der Motorsport anders gewichtet. Dort wird mehr auf die Kosten geschaut. Das technologische Wettrüsten findet in Amerika nicht auf dem gleichen Niveau wie in Europa statt."

WEC wesentlich teurer als IMSA

Und dadurch kann der Langstrecken-Motorsport in Nordamerika auch aus Fahrersicht kostengünstiger gestaltet werden. Während ein Automobilhersteller wie Toyota selbst ohne ernstzunehmende Konkurrenz vermutlich über 100 Millionen Euro pro WEC-Saison investiert, ist man als privates Topteam in der IMSA schon mit fünf bis maximal zehn Millionen US-Dollar Budget gut bei der Musik.

Juncos ist da eher auf der günstigeren Seite der IMSA-Teams beheimatet. Trotzdem ist Binder "beeindruckt" vom Paket, das das Team für diese Saison geschnürt hat: "Ich hätte nicht gedacht, dass das Auto so schnell ist", sagte er schon nach seinen ersten Tests im Winter, bei denen er an zwei Tagen rund 1.000 Kilometer zurücklegte. Mit "guten Rundenzeiten" im Vergleich zu den anderen Fahrern, wie er damals erfreut feststellte.

Das gilt es am Samstag und Sonntag im Renneinsatz zu beweisen. Für seine neue Karriere auf der Langstrecke wäre ein Beginn mit einem Top-Ergebnis bei den 24 Stunden von Daytona ein Auftakt nach Maß. Und wenn man bedenkt, dass die Cadillac-Stärken eher auf die lange Distanz vermutet werden, ist unter den richtigen Umständen vielleicht sogar ein Podestplatz nicht ganz außer Reichweite ...

Mit Bildmaterial von LAT.

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Artikel-Info

Rennserie IMSA
Event 24h Daytona
Subevent Qualifying
Fahrer Rene Binder
Teams Juncos Racing
Urheber Christian Nimmervoll