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Risi schiebt Frust: GTLM-Ferrari "kaum schneller als GTD"

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Risi schiebt Frust: GTLM-Ferrari "kaum schneller als GTD"
Autor:
Co-Autor: Jamie Klein
28.01.2020, 13:02

Die Ferrari-Piloten fühlen sich bei den 24 Stunden von Daytona vom Veranstalter vorgeführt: Nach der BoP-Anpassung sei man völlig chancenlos gewesen

"Ich habe noch nie eine so schlechte BoP für uns gesehen!", poltert Ferrari-Pilot Davide Rigon nach den 24 Stunden von Daytona 2020. Risi Competizione ist nach dem Auftakt zur IMSA SportsCar Championship komplett bedient und fühlt sich ungerecht behandelt.

Fotos: 24 Stunden von Daytona 2020

Dem Risi-Ferrari #62 (Rigon/Pier Guidi/Calado/Serra) wurden nach dem Vortest "Roar before the 24" 5,4 PS geraubt, außerdem musste der Flügel steiler gestellt werden. Das kostete viel Topspeed auf den langen Vollgasstücken im "Nudeltopf". "Wir hatten Probleme, ein höheres Tempo als die GTD-Klasse zu gehen", legt Rigon nach. Seine Teamkollegen sehen es ähnlich.

Risi Competizione machte aus seinem Frust schon während des Rennens keinen Hehl. Nach einem Reifenschaden in der Schlussphase des Rennens gab die Mannschaft um Ferrari-Importeur Giuseppe Risi vorzeitig auf.

Daniel Serra formuliert es diplomatischer: "Wir haben unser Bestes gegeben. Es dürfte allerdings für jeden klar ersichtlich gewesen sein, dass wir geradeaus nicht den Speed hatten, den unsere Rivalen an den Tag legen konnten. Das Team hat alles in seiner Macht Stehende getan und auch wir Fahrer können uns nichts vorwerfen."

Aufgabe statt Reparatur

Das Team ging nach eigenen Angaben mit dem Ferrari 488 GTE Evo viel Risiko, um irgendwie trotzdem mitzuhalten. Ob der Reifenschaden darauf zurückzuführen ist, ließ man offen. James Calado, der am Steuer saß, spricht von einem "haarigen Moment".

Renningenieur Rick Mayer sagt: "Das war leider ein schlechtes Ende eines schlechten Tages. Der Schaden war nicht einfach zu reparieren und es bestand das Risiko, dass wir nicht alle Schäden gefunden hätten. Es wäre ohnehin kein heroisches Resultat geworden, deshalb wäre es das Risiko nicht wert gewesen."

"Leider waren wir hier nicht konkurrenzfähig, sodass wir nur auf ein Abnutzungsrennen setzen konnten. So macht es keinen Spaß, ein 24-Stunden-Rennen zu bestreiten. Wir werden uns neu sammeln und hoffentlich mit einer stärkeren Einstufung nach Sebring zurückkehren."

Obwohl Mayer es ankündigt, gibt es noch keine offizielle Bestätigung seitens Risi Competiziones für einen Start beim 12-Stunden-Rennen.

Auch GTD-Ferrari-Fahrer klagt an

Nicht nur in der GTLM-Klasse für GTE-Fahrzeuge, auch in der GTD, die mit GT3-Fahrzeugen ausgetragen wird, fühlt sich das Ferrari-Team ungerecht behandelt. Der Scuderia-Corsa-Ferrari #63 (MacNeil/Vilander/Balzan/Westphal) kam ohne Probleme durchs Rennen, belegte aber nur Platz sieben mit zwei Runden Rückstand auf den Klassensieger, den Paul-Miller-Lamborghini #48.

 

Toni Vilander schreibt sich in einem langen Twitter-Posting den Frust von der Seele: "Wir sind mit einem brandneuen Ferrari zum [Vortest] Roar [before the 24] gekommen und es lief an allen drei Tagen richtig gut. So gut, dass man uns etwas Leistung weggenommen hat [vier PS]. Alle Fahrer waren zufrieden und wir sind guter Dinge ins Rennen gegangen."

"Wäre interessant, mal zu analysieren, wo die Fahrzeuge, die das Rennen gewonnen haben, beim Roar gewesen sind und wie viel Speed sie wie durch ein Wunder im Rennen gefunden haben!? Der Grund, warum ich diesmal verärgerter bin als sonst: Ich hatte wirklich gedacht, dass wir ein Auto gehabt haben, das gut genug für das Podium oder sogar den Sieg gewesen wäre."

Toni Vilander, Alessandro Balzan

Der Scuderia-Corsa-Ferrari war ebenfalls chancenlos

Foto: Motorsport Images

"Noch kurz vor der 6-Stunden-Marke haben wir in Führung gelegen und die Stunde auf P2 beendet. Die Rundenzeiten waren gut. Ich dachte, meine 1:46.0 wäre eine schnelle Runde gewesen. Falsch. Als unsere Gegner den Hammer fallen gelassen haben, fuhren sie im Schnitt unter 1:46 Minuten und ihre schnellste Runde war eine niedrige 1:45!!!"

"Auch auf den Geraden konnten wir sie nicht mehr hinter uns halten. Wie zur Hölle kann man uns nach dem Roar Leistung nehmen und dann sind wir 0,8 Sekunden zu langsam??? Wie konnte das passieren?? Und dann können wir nicht einmal so lange pro Stint fahren wie die Spitzenreiter?"

Er verweist auch auf die japanischen Marken Lexus und Acura, die für ihn noch chancenloser gewesen seien. Acura erhielt nach dem Vortest eine riesige Einbremsung und spielte im Rennen kaum eine Rolle.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Artikel-Info

Rennserie IMSA
Event 24h Daytona
Subevent Rennen
Teams Risi Competizione
Urheber Heiko Stritzke