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Warum der Lamborghini SC63 beim vorletzten Einsatz ein Update erhielt

Mitten im Ausstiegsszenario bringt Lamborghini ein neues Fahrwerks-Update für den SC63 - In Indianapolis zahlte sich der Evo-Joker bereits aus

Warum der Lamborghini SC63 beim vorletzten Einsatz ein Update erhielt

Der Lamborghini SC63 rückte in Indy mit einer modifizierten Aufhängung aus

Foto: Art Fleischmann

Da staunten einige nicht schlecht: Der Lamborghini SC63 rückte zum IMSA-Rennen in Indianapolis am vergangenen Wochenende mit einer kompletten neuen Radaufhängung aus. Lamborghini nutzte dafür seinen ersten Evo-Joker. Dabei steht das Programm kurz vor dem Aus - oder, wie es offiziell heißt: Es wird pausiert.

Den Evo-Joker zu nutzen, wurde bereits vor dem Entschluss gefasst, das Projekt vorerst nicht mehr weiterzuführen. So kommt es, dass Romain Grosjean und Edoardo Mortara beim Battle of the Bricks mit einem signifikanten Update das möglicherweise vorletzte Rennen des Boliden überhaupt bestritten haben.

Rouven Mohr, Technikchef von Lamborghini, erklärt, dass die neue Hinterradaufhängung schon lange geplant war: "Wir haben bereits im vergangenen Jahr erkannt, dass wir Schwächen im Bereich Kinematik und Steifigkeit der Hinterachse haben. Das hat sich in Reifenverschleiß und instabilem Fahrverhalten niedergeschlagen."

Rückstand massiv verkleinert

Deshalb habe man drei verschiedene Konzepte zunächst virtuell und am Simulator getestet, ehe man sich für die nun in Indianapolis eingesetzte Lösung entschied.

Die Updates haben sich ausgezahlt: Die schnellste Runde des SC63 war gerade einmal 0,203 Sekunden langsamer als die schnellste Runde des gesamten Rennens. Im Qualifying fehlten 0,564 Sekunden. Zum Vergleich: Auf der Watkins Glen International betrug der Rückstand noch 1,921, in Sebring 2,213 und in Daytona 2,580 Sekunden im Qualifying.

Auch für die Fahrer war der Schritt spürbar. "Es geht in die richtige Richtung", sagt Romain Grosjean. "Das Auto fühlt sich stabiler an, auch wenn man sagen muss, dass Indianapolis als flacher Kurs nicht die größte Herausforderung darstellt. Auf welligeren Strecken wie Road Atlanta oder Sebring dürfte sich der Effekt noch deutlicher zeigen."

Blick auf die veränderte Aufhängungsgeometrie am Lamborghini SC63

Blick auf die veränderte Aufhängungsgeometrie am Lamborghini SC63

Foto: Lamborghini Squadra Corse

Es zeigt sich also eindeutig ein riesiger Fortschritt in der Kooperation mit Riley Technologies. Das Team von Bill Riley ist übergangsweise als Einsatzpartner für das Jahr 2025 eingesprungen, nachdem die Allianz mit Iron Lynx Ende 2024 auseinandergebrochen war. Die Mannschaft rund um Claudio Schiavoni soll mittlerweile in finanziellen Problemen stecken, unter anderem wurde eine Autosammlung versteigert, die mit dem Team in Verbindung stand.

Suche nach einem neuen Partner

Die neu gewonnene Konkurrenzfähigkeit ist auch ein Signal an mögliche Partner. Ein solcher müsste natürlich ein entsprechendes Budget mitbringen. Das Rennen in Indianapolis und vor allem das bevorstehende Petit Le Mans sind also vor allem Werbefahrten in eigener Sache.

Mohr deutet an, dass noch mehr kommen könnte - sofern das Projekt 2027 tatsächlich wieder aufgenommen werden könnte. "Die Aufhängung war unser Prioritätspaket Nummer eins. Das Auto war auf flachen Strecken meist konkurrenzfähig, aber sobald es unruhiger wurde, hatten wir Mühe, die Balance zu halten.

Diese Bewegungen im Heck wirkten sich nicht nur auf die Fahrbarkeit, sondern auch direkt auf den Reifenverschleiß aus - ein Thema, mit dem der SC63 von Beginn an zu kämpfen hatte.

Bringt die veränderte Aufhängung noch die Wende im SC63-Programm?

Bringt die veränderte Aufhängung noch die Wende im SC63-Programm?

Foto: Lamborghini Squadra Corse

Mohr verspricht weitere Schritte: "Als nächstes würden wir uns das Aero-Paket ansehen und anschließend kleinere Maßnahmen wie Gewichtseinsparungen und Feintuning."

Aber nur, wenn sich ein Einsatzpartner findet. "Wir brauchen den richtigen Partner", sagt Lamborghini-CEO Stephan Winkelmann. "Jemanden mit Erfahrung, Budget und der Fähigkeit, auf diesem hohen Niveau operativ zu arbeiten. Wenn Sie mich fragen, ob wir zurückkommen wollen, ist die Antwort ja. Ob es passiert, weiß ich nicht."

Ein reines Werksteam sei nie geplant gewesen, betont Mohr. Vielmehr solle der Ansatz langfristig in Richtung eines werkunterstützten Kundenteams gehen - ähnlich wie in anderen Lamborghini-Programmen.

Favorisiert wird dabei die IMSA-Serie, die für den italienischen Hersteller einerseits wegen des US-Markts, andererseits aufgrund der Kostenstruktur attraktiver ist als die Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC). Ein Start in der asiatischen Le-Mans-Serie sei ebenfalls denkbar, konkrete Anknüpfungspunkte gebe es derzeit jedoch nicht.

Eine gelungene Werbung war der Auftritt in Indianapolis schon einmal. Jetzt geht es darum, mit einem guten Ergebnis beim Petit Le Mans das Potenzial des auf einem Ligier-Chassis aufbauenden LMDh noch einmal zu untermauern. Alles weitere hängt dann von externen Faktoren ab.

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