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Wie Porsche in der IMSA mit der 1.100-Kilo-Einstufung umgeht

Seit Long Beach ist der Porsche 963 das mit Abstand schwerste GTP-Fahrzeug in der IMSA SportsCar Championship - Wie die Porsche-Piloten darauf reagieren

Wie Porsche in der IMSA mit der 1.100-Kilo-Einstufung umgeht

Der Porsche 963 von Penske in seiner Laguna-Seca-Lackierung

Foto: Lumen Lumen

"Den LKW-Führerschein habe ich zum Glück schon seit über zehn Jahren, als ich mit dem Team meines Vaters durch die Welt gefahren bin", lacht Kevin Estre. Natürlich hat die Frage einen ernsten Hintergrund: 1.100 Kilogramm wog der Porsche 963 beim IMSA-Rennen in Long Beach, auf dem Laguna Seca Raceway an diesem Wochenende sind es immerhin noch 1.084 Kilogramm. (IMSA Laguna Seca hier im Livestream!)

Motorsport-Total.com sprach am Laguna Seca Raceway mit Kevin Estre und Felipe Nasr zum Thema. Tatsächlich brachte es Porsche Penske Motorsport in Long Beach auf die Plätze drei und vier - allerdings half eine günstig fallende Gelbphase dabei mit.

"Es ist auf jeden Fall herausfordernder, speziell beim Bremsen und Einlenken. Jedes Mal, wenn man laterale Kräfte auf das Auto bringt, wird es schwieriger", sagt Nasr.

Estre ergänzt: "Es ist nicht einfach zu wissen, wie es sich verhält, im Vergleich zu Sebring [mit 1.055 Kilogramm] zum Beispiel, weil die Strecken ganz anders sind. Wir haben keine Referenzwerte." Was er meint: Der Porsche 963 ist mit dem Evo-Paket ohnehin schon neu, und dann fehlen auch noch die Erfahrungen mit solch hohem Fahrzeuggewicht.

Estre, der in der IMSA SportsCar Championship dieses Jahr als Vollzeitfahrer in der GTP-Klasse noch neu ist, fehlen damit Informationen auf zwei Ebenen. Aber es gibt nur die Möglichkeit, das Beste aus der Situation zu machen.

In Long Beach gelang das. Doch Estre weiß, dass die Umstände mitgeholfen haben: "Für die Performance, die wir hatten, haben wir ein gutes Ergebnis erzielt. Wir hatten ein bisschen Glück, einen guten Start, die passende Strategie. Da ist alles zusammengekommen."

Nasr gibt zu bedenken, dass auch die Natur des Stadtkurses in Long Beach geholfen hat: "In Long Beach hängen wir einfach komplett am Fahrzeug vor uns hinten dran. Egal, ob man langsamer oder schneller ist, man kann kaum überholen."

Taktisch mehr Chancen, aber...

Für Laguna Seca sieht er eine größere Chance, aus eigener Kraft Plätze gutzumachen: "Auf einer Strecke wie Laguna Seca kann man hingegen mehr einen Rhythmus aufbauen und auch mit der Strategie insgesamt mehr arbeiten. Man kann beim Boxenstopp mehr Positionen gutmachen und auch der Verkehr spielt hier eine große Rolle."

Das kann sich aber auch nachteilig auswirken, wie Estre zu bedenken gibt: "Auf Stadtkursen merkt man das Gewicht weniger als auf einer Rennstrecke, weil es kaum schnelle Kurven gibt - eigentlich keine. Viel Stop-and-Go und der Grip ist auch niedriger, was zu weniger Reifenverschleiß führt."

"Aber wenn man hier schwerer ist, merkt man es auf jeden Fall mehr. Aber hier ist es mehr ein normales Rennen, wo die Pace wichtig ist, und man kann überholen. Wenn wir zu langsam sind, dann wird es, auch wenn wir Track Position irgendwann haben, wird es schwierig."

Der Porsche 935 K3 von Dick Barbour Racing (#71) mit Bobby Rahal, Bob Garretson und Allan Moffat bei den 24h Le Mans 1980

Der Porsche 935 K3 von Dick Barbour Racing (#71) mit Bobby Rahal, Bob Garretson und Allan Moffat bei den 24h Le Mans 1980

Foto: Porsche

"Wir müssen vor allem beim Reifenverschleiß schauen, dass wir so wenig wie möglich davon haben - sowohl beim Set-up wie auch beim Fahrstil. Aber das versucht immer, egal, mit wie viel Gewicht man fährt. Deshalb ist es ganz normales Fahren."

Die beiden Penske-Porsche 963 treten auf dem Laguna Seca Raceway erneut mit einer Retro-Lackierung an. Sie erinnert an ein Design des Porsche 935 von Dick Barbour Racing bei den 24 Stunden von Le Mans 1980.

Im Qualifying reichte es für das Penske-Werksteam zu den Plätzen acht und neun. Die Poleposition fuhr Louis Deletraz im WTR-Cadillac #40 (J. Taylor/Deletraz) heraus. (Ergebnis Qualifying) Das Rennen startet am Sonntag um 22:10 Uhr MESZ.

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