Wilder Auftakt bei 12h Sebring 2018 mit Überschlag

Ein Unfall in Kurve 1, mehrere Reifenschäden und schließlich ein Überschlag: Bei den 12 Stunden von Sebring 2018 geht es zu wie beim Destruction Derby

Was für ein Auftakt bei der 66. Ausgabe der 12 Stunden von Sebring! Eine Reihe von Kollisionen, Berührungen und Reifenschäden gipfelte schließlich in einem Überschlag des Scuderia-Corsa-Ferraris #64 (Sweedler/Bell/Montecalvo). Dieser war vom PR1-Mathiasen-Ligier #52 (Yacaman/Gonzalez/Saavedra) in die Höhe katapultiert worden, als der sich vor ihm drehte. Schon zuvor war das Rennen von ungewöhnlicher Aggressivität gekennzeichnet, die zu einer Kollision schon in der ersten Kurve führte.

Der Unfall zwischen Montecalvo und Saavedra spielte sich in der berüchtigten Sunset Bend ab. Saavedra verlor bei einer regulären Überrundung die Kontrolle über seinen Ligier JS P217 und drehte sich kurz nach Mitte der Kurve an der Stelle, an der wieder aufs Gas gestiegen wird. Das Fahrzeug drehte sich um die eigene Achse, während der Ferrari sich außen befand.

 

Montecalvo konnte nicht mehr ausweichen und traf das Hinterrad des sich drehenden Ligiers. Der Ferrari 488 GT3 wurde durch die Rad-an-Rad-Kollision in die Luft geschleudert und blieb auf dem Dach liegen. Montecalvo konnte sich aus dem Wrack befreien und ist wohlauf. Er wurde zum obligatorischen Check ins Medical Center gebracht, konnte es aber kurze Zeit später wieder verlassen.

 

Fotos 12h von Sebring 2018: Rennen

Viel mehr Angaben konnte er auch nicht zum Unfall machen: "Ein Auto hat sich vor mir gedreht und ich konnte nirgendwo hin. Ich habe schon Untersteuern bekommen und bin auf die Wand zu gerutscht. Dann ist er auch noch rückwärts gefahren, sodass ich gar keinen Platz mehr hatte. Er traf mich und ich habe mich überschlagen. Alles okay bei mir; ein großes Dankeschön an Ferrari, dass sie so ein sicheres Auto gebaut haben."

Erste Startreihe kollidiert in Kurve 1

Es war bei weitem nicht die einzige wilde Szene bei einem äußerst aggressiven Auftakt zu den 12 Stunden von Sebring 2018: Schon in der ersten Kurve kollidierten Polesetter Tristan Vautier im Spirit-of-Daytona-Cadillac #90 (McMurry/Vautier/Cheever) und der Zweitplatzierte des Qualifyings, Olivier Pla im ESM-Nissan #2 (Sharp/Dalziel/Pla). Pla hatte versucht, ein übermotiviertes Überholmanöver in der ersten Kurve über die Außenbahn zu fahren, das nicht gutgehen konnte.

 

Unglücklicherweise bedeutete die Kollision das aus für den Nissan DPi. Zwar schlug Pla nicht ein, sondern fing den Prototypen in einem seheswerten Drift wieder ein. Doch die Fahrzeuge hatten sich so unglücklich getroffen, das der Schlag auf das linke Hinterrad durch die Antriebswelle auf das Getriebe durchgereicht wurde, das dadurch irreparabel beschädigt wurde. "Die Gänge sind wie verrückt rein und raus gesprungen", klagt Ryan Dalziel. Aus nach Runde 1 - bitterer kann es kaum laufen.

 

Damit nicht genug: Im Zuge der ersten Runde gab es auch noch zwei Reifenschäden hinten links. Einer betraf die Corvette #3 (Magnussen/Garcia/Rockenfeller), die ab der Spitzkehre in der ersten Runde Michelin-Gummi auf der Strecke verteilte. Ein Grund war nicht auszumachen.

 

Gleichzeitig ging der Continental-Pneu bei Daniel Serra im Spirit-of-Race-Ferrari #51 (Dalla Lana/Lamy/Lauda/Serra) ein. Im Zuge des Startgetümmels kam sich der Polesetter der GTD-Kategorie mit dem 3GT-Lexus #15 (Hawksworth/Heinemeier Hansson/Rayhall) in der ersten Kurve in die Quere. Beide Reifenschaden-Opfer konnten auch dank der späteren Gelbphase die Führungsrunde halten.

Kollision in der Boxengasse

Der anschließende Überschlag nach 20 Minuten löste eine ebenso lange Gelbphase aus. Diese warf einige Strategien vor allem in den GT-Klassen über den Haufen, sodass dort mehrere Fahrzeuge momentan "off sequence" unterwegs sind. Eine unglaubliche Szene gab es noch beim Boxenstopp der beiden Ganassi-Fords beim regulären Service nach einer Stunde. Nachdem sie wieder abgelassen waren, fuhren sich Richard Westbrook und Joey Hand in der Boxengasse ins Auto, kamen allerdings ohne größere Schäden davon.

 

Nach den ersten 75 Minuten führt Felipe Nasr im Action-Express-Cadillac #31 (Conway/Curran/Nasr) bei den Prototypen. Ein Dutzend Prototypen liegt noch in der Führungsrunde. In der GTLM sind die Strategien gesplittet in diejenigen, die in der Gelbphase reinkamen und diejenigen, die erst regulär nach etwas mehr als einer Stunde nachtankten. Trotzdem liegen noch alle Fahrzeuge in der Führungsrunde, es führt gegenwärtig der Risi-Ferrari #62 (Calado/Vilander/Pier Guidi). In der GTD liegt der Lexus #15 an der Spitze, der den Reifenschaden beim Ferrari auslöste. Doch auch hier liegt noch ein Dutzend Fahrzeuge in der Runde des Spitzenreiters.

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Über diesen Artikel
Rennserien IMSA
Veranstaltung 12h Sebring
Unterveranstaltung Rennen, Samstag
Rennstrecke Sebring International Raceway
Fahrer Frankie Montecalvo
Teams Scuderia Corsa
Artikelsorte News
Tags 12 stunden von sebring 2018, 12h sebring 2018, crash, ferrari, imsa, kollision, unfall, überschlag