Zwei Rennen auf zwei Kontinenten: Irres Wochenende für Amateurfahrer

Brendan Iribe versucht das Unglaubliche: Der US-Amerikaner fährt am selben Wochenende IMSA und GTWC - In beiden Fällen hat er Titelchancen

Zwei Rennen auf zwei Kontinenten: Irres Wochenende für Amateurfahrer
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10-Stunden-Rennen, Flieger, 3-Stunden-Rennen: Brendan Iribe versucht eines der ambitioniertesten Motorsportprojekte, die es in der jüngeren Vergangenheit gegeben hat: Der Mitgründer von Oculus VR (2014 von Facebook für 400 Millionen Dollar aufgekauft) wird zwei Rennen bestreiten, die 7.300 Kilometer voneinander entfernt liegen. In beiden Fällen kämpft er um Titel in seiner Klasse.

Am Samstag fährt er auf der Road Atlanta das Petit Le Mans, das Saisonfinale der IMSA Sportscar Championship. Zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung des Artikels hat er die notwendigen zweieinhalb Stunden Fahrzeit am Stück absolviert. Nun heißt es duschen und sich zum Flughafen begeben. Er teilt sich den McLaren 720S GT3 mit Jordan Pepper und Sebastian Priaulx.

Anschließend geht es zum Circuit de Barcelona-Catalunya. Dort findet das Saisonfinale der GT-World-Challenge (GTWC) Europe statt. Iribe steuert hier ebenfalls einen McLaren 720S GT3, den er sich mit Ollie Millroy und Frederik Schandorff teilt. Millroy ist eigentlich auch sein regulärer IMSA-Teamkollege, doch der Brite konzentriert sich an diesem Wochenende auf die GTWC und wird deshalb von "Seb" Priaulx vertreten.

Iribe gibt zu, dass er dieses Szenario ursprünglich gar nicht auf dem Schirm hatte. "Unser Ziel ist eigentlich gewesen, nur eine von beiden Meisterschaften anzuführen", sagt er gegenüber 'Sportscar365'. "Wir hatten glaube ich gar nicht bedacht, was es bedeuten würde, wenn wir zur Terminkollision am Saisonende beide Meisterschaften anführen würden. Deshalb müssen wir jetzt das Beste daraus machen."

Brendan Iribe, Jordan Pepper, Sebastian Priaulx,

Die Waffe seiner Wahl ist in beiden Fällen ein McLaren 720S GT3

Foto: Motorsport Images

Der Reiseplan steht fest: Zweieinhalb Stunden auf der Road Atlanta fahren, dann vom Hartsfield-Jackson Airport nach Barcelona fliegen. "Ich werde zwischen 6 und 7 Uhr ankommen. Das [GTWC-] Qualifying startet um 9 Uhr." In der GTWC zählt im Qualifying der Rundendurchschnitt aller drei Fahrer auf dem Auto.

"Die größte Herausforderung wird sein, dass ich keinerlei Training in Barcelona habe", so der 43-Jährige weiter. "Das macht einen großen Unterschied. Nach zehn bis 20 Runden ist man im Flow. Das gilt für hier und für Barcelona. Ich darf einfach keine Fehler machen und muss tun, was sie mir beigebracht haben."

In der IMSA kämpft Iribe um den Gewinn des Endurance-Cups, der aus den 24 Stunden von Daytona, den 12 Stunden von Sebring, den 6 Stunden von Watkins Glen und dem Petit Le Mans besteht. In der prestigeträchtigeren Gesamtwertung hat er keine Chance auf den Titel, weil er mehrere IMSA-Läufe ausgelassen hat.

In der GTWC kämpft er ebenfalls um den Endurance-Titel im Gold Cup. Anders als in der IMSA ist dies die prestigeträchtigere Wertung, da die Gesamtwertung (in der es ohnehin keinen Gold-Cup gibt) aus Sprint- und Endurance-Cup nur von wenigen Teams wahrgenommen wird. Brendan Iribe fährt außerdem in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC), wo er bei der Titelvergabe in der GTE Am allerdings keine Rolle spielt.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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