Ab sofort: Neues Überwachungssystem in der IndyCar-Boxengasse

Als Reaktion auf die Kontroverse von Long Beach gibt es ab diesem Wochenende ein neues System für die Einhaltung der Regeln in der Boxengasse – Auch Qualifying-Regeln modifiziert.

Am ansonsten ruhig verlaufenen IndyCar-Renntag in Long Beach war die Frage, ob Sieger Simon Pagenaud (Penske-Chevrolet) nachhaltiger hätte bestraft werden müssen, die große Kontroverse. Der Franzose kam nach seinem letzten Boxenstopp knapp vor Scott Dixon (Ganassi-Chevrolet) auf die Strecke zurück und überfuhr am Ausgang der Boxengasse die doppelte gelbe Linie.

Das IndyCar-Regelwerk ist in diesem Fall nicht eindeutig, sondern lässt wie in vielen anderen Fällen auch, Entscheidungsspielraum darüber, welche Strafe erteilt wird. Bei Pagenaud beließen es die Offiziellen am vergangenen Sonntag bei einer Verwarnung.

Pagenauds erster Sieg in Diensten des Penske-Teams ist somit felsenfest in den IndyCar-Geschichtsbüchern verankert. Den Honda Indy Grand Prix von Alabama, der an diesem Wochenende im Barber Motorsports Park über die Bühne geht, nimmt Pagenaud mit einem Vorsprung von 14 Punkten auf Titelverteidiger Scott Dixon als Tabellenführer in Angriff (IndyCar-Gesamtwertung 2016).

Um eine Wiederholung der Kontroverse von Long Beach zu vermeiden, gibt ab diesem Wochenende ein neues Überwachungssystem in der Boxengasse. Ähnlich wie in der NASCAR wird die Einhaltung der Regeln nun auch in der IndyCar-Serie elektronisch überwacht. Genau dafür hatte sich Ganassi-Teambesitzer Chip Ganassi unmittelbar nach Rennende in Long Beach ausgesprochen.

Elektronisches Überwachungssystem, aber...

Konkret funktioniert das neue IndyCar-Überwachungssystem wie folgt: Dort, wo sich die Linie befindet, die den Ausgang der Boxengasse von der Rennstrecke trennt, ist ab sofort quer zur Fahrtrichtung eine Induktionsschleife verbaut. Verstößt ein Fahrer gegen die Regeln, indem er die elektronisch überwachte "Linie" verfehlt, gibt es Konsequenzen.

"Dank der neuen Technologie wird die Einhaltung der Regeln in der Boxengasse jetzt elektronisch überwacht. Somit können wir klar erkennen, ob ein Regelverstoß vorliegt oder nicht", erklärt IndyCar-Rennchef Jay Frye, fügt in diesem Zusammenhang aber auch an, dass "die Vorgaben hinsichtlich der Strafen unverändert bleiben".

Das heißt, die Rennkommissare Dan Davis, Max Papis und Arie Luyendyk haben laut Paragraph 7.10.1.1 des IndyCar-Regelbuchs auch künftig die Wahl, ob es für den betreffenden Fahrer eine Verwarnung, eine Rückversetzung ans Ende der Führungsrunde, eine Durchfahrtsstrafe oder eine Stop-and-Go-Strafe gibt.

Qualifying-Regeln modifiziert

Neben der Einführung des elektronischen Überwachungssystems für die Boxengasse hat die IndyCar-Führung mit sofortiger Wirkung auch die Regeln für das Qualifying modifiziert. Konkret geht es dabei um die Zeit, die den Fahrern im letzten Qualifying-Segment – das als "Firestone Fast Six" bekannte Q3 – zur Verfügung steht.

Ab sofort werden den sechs Q3-Teilnehmern sechs Minuten unter Grün garantiert. Bislang waren es fünf garantierte Grün-Minuten in einem zehnminütigen Fenster. Einen neuen Passus gibt es zudem für den Fall, dass kurz vor Schluss von Q3 eine Rote Flagge herauskommt und somit nicht mehr genügend Zeit für eine weitere fliegende Runde bleibt.

In Long Beach ist mit dem Verbremser von Will Power genau dieser Fall eingetreten. Als Reaktion darauf steht nach einer späten Roten Flagge ab sofort jedem Q3-Teilnehmer eine letzte fliegende Runde zur Verfügung. "Wir wollen einfach die Situation vermeiden, dass die Firestone Fast Six unter Rot zu Ende gehen", begründet IndyCar-Rennchef Jay Frye die Regelanpassung in diesem Bereich.

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Über diesen Artikel
Rennserien IndyCar
Veranstaltung Birmingham
Rennstrecke Barber Motorsports Park
Artikelsorte News
Tags boxengasse, qualifying, regel, strafe