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Carlin warnt: Riesenteams schaden IndyCar

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Carlin warnt: Riesenteams schaden IndyCar
Autor:
Co-Autor: David Malsher
22.10.2019, 10:18

Angesichts eines Fünf-Wagen-Teams von Andretti Autosport schlägt Carlin Alarm: Wo sollen die Kleinen bei so vielen Topautos noch hin?

Die IndyCar-Serie hat sich nach einem Tiefpunkt mit gerade einmal acht Vollzeit-Teams in der Saison 2017 in den vergangenen Jahren wieder erholt. Zehn Teams nahmen 2019 an allen IndyCar-Rennen teil, dazu kamen mehrere Rennställe mit einem Teilzeit-Engagement im Hinblick auf einen größeren Einsatz in der Zukunft.

Doch mit der Einverleibung von Harding Racing durch Andretti Autosport ist eines der neuen Teams wieder verschwunden - geschluckt durch das große Mutterteam. Michael Andretti baut damit seine kommerzielle Vormachtstellung aus. In der Saison 2020 könnten fünf Andretti-Boliden in Vollzeit zum Einsatz kommen. Das wäre zumindest für die jüngere bis mittlere Vergangenheit von IndyCar ein Rekord.

Und es kommt nicht bei allen im Fahrerlager gut an. Trevor Carlin, der mit seinem Team 2018 in die IndyCar-Serie eingestiegen ist, sagt gegenüber 'Motorsport-Total.com': "Ich habe mit [IndyCar-Präsident] Jay Frye beim Finale gesprochen und ihm gesagt, dass er mit drei Teams enden wird, wenn er nicht aufpasst."

Der Grund dafür: Je mehr Autos die großen Teams an den Start bringen, umso kleiner wird die Chance für die kleineren Teams, einen Achtungs- oder Überraschungserfolg zu erzielen. Und diese Erfolge sind nötig, um für Sponsoren attraktiv zu sein. "Der Grund, warum ich in die IndyCar-Serie eingestiegen bin, ist, dass man als Underdog immer die Chance auf ein starkes Resultat hat", sagt Carlin.

Andretti und Ganassi rüsten auf

"Das ist zwar noch immer möglich. Aber es ist nicht mehr weit, dann landen wir bei sieben Andretti-, vier Penske- und vier Ganassi-Autos. Da könnte man froh sein, wenn man es in die Top 15 schafft. Dann wird es für ein Team wie uns nahezu unmöglich, einen Durchbruch zu schaffen. Dann würden wir unsere Sachen packen und davonziehen."

"Wir sehen uns nicht als Underdogs und werden nicht für immer in dieser Situation sein. aber ich muss das Budget zusammen bekommen, um den nächsten Schritt zu machen und es mit den großen Teams aufzunehmen."

"Was ich sage ist, dass es schwieriger wird, wenn es an der Spitze ein solches Monopol gibt. Dann können wir keine Highlights setzen, die unsere Bemühungen ins richtige Licht rücken würden. Und an dem Punkt wird die Meisterschaft ihre Anziehungskraft verlieren."

Penske und Ganassi hatten bis einschließlich 2017 noch jeweils vier Autos an den Start gebracht, bevor sie im Vorfeld der Saison 2018 auf drei beziehungsweise zwei Autos zurückrüsteten. Ganassi hat jedoch mit der Verpflichtung von Marcus Ericsson wieder drei Eisen im Feuer. Hinzu kommt die Expansion von Andretti.

Mit Bildmaterial von LAT.

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Urheber Heiko Stritzke