Ed Carpenter: Nico Hülkenberg "hat Interesse" an einem IndyCar-Test

Laut Teamchef Ed Carpenter hat Nico Hülkenberg Interesse an einem IndyCar-Test - Details und ein Zeitplan wurden aber noch nicht besprochen

Ed Carpenter: Nico Hülkenberg "hat Interesse" an einem IndyCar-Test

Ed Carpenter ist sich sicher: Der aktuelle Aston-Martin-Formel-1-Testfahrer Nico Hülkenberg hat Interesse an einem IndyCar-Test. Jedoch gibt es noch keinen Fahrplan und keinerlei Details für die geplante Testfahrt. Der 33-Jährige war in seiner Nachwuchszeit ein besonders erfolgreicher Formelfahrer, schaffte es in seiner Formel-1-Zeit trotz 179 Start aber nicht auf das Podium.

Seine letzte volle Formel-1-Saison bestritt Hülkenberg im Jahr 2019 mit Renault. Seitdem war er als Reservefahrer für das heutige Aston-Martin-Team (früher Racing Point) tätig. Im vergangenen Jahr sprang er gleich dreimal ein: Zweimal in Silverstone für Sergio Perez, der sich mit dem Coronavirus infiziert hatte. Im zweiten Rennen qualifizierte sich Hülkenberg auf Platz drei. Danach sprang er für Lance Stroll ein. Obwohl er von ganz hinten starten musste, landete er auf Platz acht.

Als Hülkenberg vor zwei Jahren erfahren hat, dass er sein Cockpit bei Renault räumen muss, hat der Deutsche Chip Ganassi in den Vereinigten Staaten von Amerika besucht, da er Interesse an Formelsport in den USA hat. Sollte er keine Ovale fahren wollen, bietet Carpenter die beste Möglichkeit, da der Teamchef selbst gerne auf den Ovalen ins Steuer greift. Aktuell fährt aber Conor Daly die Rund- und Straßenkurse für das Team.

Mehrere Gespräche mit Hülkenberg

"Ich habe mit Nico in den vergangenen eineinhalb Jahren mehrmals gesprochen", so Carpenter gegenüber 'Motorsport.com'. "Ich denke, dass er definitiv Interesse hat, hierüber zu kommen, um die IndyCar zumindest bei einem Test auszuprobieren. Sowas klappt aber nicht, nur weil man es einfach mal machen möchte."

"Ich glaube, dass er und andere Fahrer noch größeres Interesse bekommen haben, weil sie gesehen haben, was Romain Grosjean hier bisher geleistet hat und wie viel Spaß er hier hat. Das hat vielen Leuten die Augen geöffnet und ihnen gezeigt, was wirklich ihre Optionen sind."

Ed Carpenter

Ed Carpenter hat Gespräche mit Nico Hülkenberg geführt

Foto: Motorsport Images

Auf die Frage, ob ein Partner des Teams - wie das deutsche Unternehmen Sonax, dessen Auskopplung in den USA Carpenters Stiefvater Tony George gehört - Interesse an einem deutschen Fahrer habe, antwortet der Teamchef: "Unser Programm läuft übert Sonas US und nicht über das Hauptprogramm in Deutschland. Aber trotzdem kann es interessant sein, Nico hier zu haben, klar. Das war auch der erste Gedanke hinter den ersten Gesprächen.?

"Ich würde dem aber nicht zu viel Beachtung schenken?, so Carpenter weiter. "Die Anzahl der Personen, mit denen wir im Laufe eines Jahres sprechen, mit denen wir in Kontakt bleiben und die wir kennen, ist Teil des Prozesses, den wir beziehungsweise jedes Team durchlaufen.?

Steigt das Interesse dank Grosjean?

Obwohl Grosjean im August sein Ovaldebüt feiern wird, ist sich Carpenter nicht sicher, ob weitere Ex-Formel-1-Profis wie Hülkenberg daran interessiert sind, Ovale auszuprobieren. "Über solche Details haben wir noch nicht gesprochen?, erklärt er. "Wir haben uns erst einmal kennengelernt und geschaut, ob überhaupt Interesse an unserem Sport besteht.?

"Meine Einschätzung ist, dass er noch nicht genügend Wissen hat, um sich jetzt schon auf Ovalen wohl zu fühlen?, meint der Teamchef. "Außerdem glaube ich nicht, dass er schon so weit ist, dass er sagen würde, er wolle hierher kommen und hier Rennen fahren. Ich glaube, er ist so neugierig auf die IndyCar, dass er sie ausprobieren möchte, aber jetzt wird er mehr Fragen als Antworten haben.?

Seit Jahren setzt Carpenter ein Auto für einen Vollzeitfahrer (aktuell Rinus VeeKay) und ein Auto für sich auf den Ovalen und einen weiteren Piloten auf den Rundkursen ein. Aktuell teilt er sich das Auto mit Daly. Er hat jedoch Interesse daran, zwei Vollzeitfahrer im Team zu haben und sein Oval-Teilzeitprogramm auf ein drittes Auto zu legen.

Ein zweite Vollzeitfahrer der logische Schritt

Rinus VeeKay

Ed Carpenter möchte Rinus VeeKay im Team halten

Foto: Motorsport Images

"Das wäre der nächste logische Schritt für das Wachstum unseres Teams?, sagt er. "Daran haben wir schon eine ganze Weile Interesse. Es geht darum, die richtigen Partner an Bord zu bekommen. Das kann zum Beispiel sein, dass die US Air Force sich mehr engagiert oder wir weitere Partner für ein Vollzeitprogramm finden. Das ist ein Ziel, auf das wir hinarbeiten. Wenn wir das machen, wollen wir das richtig machen, und dafür braucht es die richtige Unterstützung.?

"Ich persönlich möchte meine Rolle nicht verändern. Es sind sowieso nicht mehr viele Ovale übrig. Der Rest unserer Pläne dreht sich größtenteils um Verhandlungen und Gespräche mit der Luftwaffe, was aufgrund der zeitlichen Abläufe ein wenig einzigartig ist. Das unterscheidet sich von den anderen Partnerschaften, weil sich das Budget auf eine Regierungsabteilung bezieht. Deshalb dauert es etwas länger als bei anderen Programmen, das einzutüten.?

"Ich denke aber, dass wir mit dem Programm in einer guten Situation sind und gute Dinge zusammen machen. Ich bin optimistisch, aber es ist eine jährliche Entscheidung und wir bekommen die Freigabe erst, wenn viele andere Punkte abgearbeitet sind.?

Carpenter möchte VeeKay halten

Carpenter ist außerdem zuversichtlich, VeeKay halten zu können, den er vergangenes Jahr als Rookie in die Serie gebracht hat. Der Niederländer hat in diesem Jahr das Rundkurs-Rennen auf dem Indianapolis Motor Speedway gewonnen und gehört zu den aufstrebenden Youngsters wie Alex Palou, Colton Herta und Pato O'Ward. VeeKay und Carpenter haben eine Leistungsklausel im Vertrag vereinbart.

Rinus VeeKay

Die IndyCar-Serie könnte für viele Fahrer immer interessanter werden

Foto: Motorsport Images

"Ich denke, dass wir da in guter Verfassung sind?, so Carpenter. "[Die Klausel] soll sicherstellen, dass wir unseren Teil der Abmachung einhalten, aber soweit ich das beurteilen kann, scheinen alle zufrieden zu sein.?

Außerdem glaubt Carpenter, dass VeeKays Sieg in Indianapolis geholfen hat, das Interesse von anderen starken Fahrern an sein Team zu erhöhen. Immerhin ist das Team jetzt wieder auf dem Level, mit dem es zusammen mit Josef Newgarden und vorher Mike Conway war.

Das Team so gut wie lange nicht mehr

"Ich denke, dass wir so gut sind, wie wir es schon lange nicht mehr waren?, sagt Carpenter. "Unser größtes Ziel in diesem Jahr ist es, konstant zu sein. Wir wollen auf jedem Streckentyp die Chance haben, in die Top 5 oder auf das Podium zu fahren. Ich glaube, dass wir das können: Unsere Autos waren überall ziemlich gut.?

"Natürlich ist es enttäuschend, dass Rinus wegen eines Fahrradunfalls ein Rennen auslassen musste, aber der Sieg in Indy war super. Conor wäre auch da vorne unterwegs gewesen, hätte es den Unfall in der ersten Runde nicht gegeben. Rinus hat außerdem ein Podium im Detroit geholt. Wir hatten dort ein starkes Auto. Das sind gute Zeichen.?

"Es war natürlich ein Rückschlag für uns alle, dass Rinus in Road America nicht starten konnte, denn ich denke, dass die Autos dort auch richtig gut gewesen sind. Ich bin mit der Arbeit des Teams und der Fahrer zufrieden. Jedes Mal, wenn wir an der Spitze mitspielen, haben wir die besten Voraussetzungen, um die Jungs zu halten, die wir haben, und für andere Fahrer attraktiv zu sein, die auf der Suche sind.?

Askew hat sich gut präsentiert

VeeKay wurde in Road America von dem Fahrer ersetzt, der ihn im Kampf um die Indy-Lights-Krone im Jahr 2019 besiegt hat: Oliver Askew. Carpenter sagt, dass der junge US-Amerikaner einen guten Eindruck hinterlassen hat.

Oliver Askew

Oliver Askew ist für Rinus VeeKay eingesprungen

Foto: IndyCar Series

"Ja, er hat uns in Road America wirklich überzeugt und bei jedem im Team, mit dem er gearbeitet hat, einen guten Eindruck hinterlassen?, so Carpenter. "Es war eine sehr schwierige Situation, da er in ein neues Team gekommen ist und kaum Zeit hatte, sich vorzubereiten.?

"Ich denke, dass die Zeiten im Training gezeigt haben, dass er im Qualifying etwas schneller hätte sein können - er hat wie Connor einen kleinen Fehler gemacht. Oliver hat sich aber gut verkauft und hat alles gemacht, was wir von ihm verlangt haben. Es war eine gute Zusammenarbeit. Wenn man an einem Rennwochenende gut zusammenarbeitet, bleibt der Fahrer auf dem Radar, falls es eine Möglichkeit für eine Zusammenarbeit gibt.?

Ryan Hunter-Reay wohl keine Option

Eigentlich ist eine Verpflichtung von Ryan Hunter-Reay, der im Jahr 2012 Meister wurde und 2014 das Indy 500 gewonnen hat, ein logischer Schritt für das Team, doch Carpenter sagt, dass ein Vertragsabschluss aktuell sehr unwahrscheinlich sei.

"Ryan und ich sind gute Freunde, da wir uns schon lange kennen?, sagt der Teamchef. "Wir waren bei Vision im Jahr 2009 Teamkollegen und wir verbringen viel Zeit zusammen, wenn er mal in der Stadt ist. Auch unsere Familien ähneln sich sehr.?

Ryan Hunter-Reay

Ryan Hunter-Reay scheint erst einmal keine Option für Carpenter zu sein

Foto: IndyCar Series

"Natürlich bin ich an ihm interessiert, sollte es eine Möglichkeit geben. Es scheint, als würde er nach einem neuen Zuhause suchen. Aber ich weiß nicht, ob wir aktuell einen Platz für Ryan haben, da wir versuchen, ein weiteres Programm aufzubauen - neben dem, das wir schon haben.?

"Ich denke, dass er noch immer sehr hungrig ist und sollte er kommendes Jahr eine Möglichkeit bekommen, wird er sehr motiviert sein. Er wird um die Meisterschaft fahren und zeigen wollen, dass es von Andretti ein Fehler war, ihn gehen zu lassen.?

Mit Bildmaterial von Aston Martin.

geteilte inhalte
kommentare
Teamchef Shank: Helio Castroneves "eine 'Bibel' voller Informationen"

Vorheriger Artikel

Teamchef Shank: Helio Castroneves "eine 'Bibel' voller Informationen"

Nächster Artikel

IndyCar Nashville: Marcus Ericsson fliegt und siegt bei Chaos-Premiere

IndyCar Nashville: Marcus Ericsson fliegt und siegt bei Chaos-Premiere
Kommentare laden