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"Ein Gewinner": Mick Schumachers neuer Renningenieur hochangesehen

Todd Malloy soll Mick Schumacher nach vorne bringen - Zwei IndyCar-Experten schätzen die Lage aus eigener Erfahrung ein

"Ein Gewinner": Mick Schumachers neuer Renningenieur hochangesehen

Todd Malloy soll Mick Schumacher in der IndyCar-Serie nach vorne bringen

Foto: Sam Schmidt Motorsports

Der vierte Renningenieur im elften Saisonlauf - die anhaltende Rotation am Kommandostand von Mick Schumacher sorgt im IndyCar-Fahrerlager für reichlich Gesprächsstoff. Wird Todd Malloy Schumachers Saison nun richtig in Fahrt bringen?

Besonders Ex-IndyCar-Pilot James Hinchcliffe blickt sehr optimistisch auf die Rochade bei Rahal Letterman Lanigan Racing und sieht in der Verpflichtung von RLL-Chefingenieur Todd Malloy eine riesige Chance für den deutschen Rookie. Der Kanadier arbeitete selbst bereits mit Malloy als seinem leitenden Renningenieur zusammen.

"Die Bedeutung dieser Beziehung ist gigantisch. So viele Wechsel in einer Saison zu haben, macht keinen Spaß", sagt Hinchcliffe bei FOX. "Aber in einem ähnlichen Jahr landete eben Todd Malloy auf meinem Auto. Er ist ein äußerst erfahrener, durch und durch professioneller Mann, der nicht ohne Grund die gesamte technische Abteilung bei RLL leitet."

Für Schumacher sei der Indy-500-Sieger-Ingenieur von 2011, damals mit Dan Wheldon als Fahrer, genau der richtige Mann zur richtigen Zeit. "Wenn es jemanden gibt, der reinkommen und einem jungen, neuen Piloten helfen kann, auf Tempo zu kommen, dann er", schwärmt Hinchcliffe.

"Er versteht die Mentalität eines Fahrers genauso gut wie das Rennauto. Es ist großartig, so jemanden in seiner Ecke zu haben. Todd Malloy ist ein Gewinner. Er strahlt diese ruhige Zuversicht aus - und das gibt auch dem Fahrer enorm viel Selbstvertrauen."

Jack Harvey: Ingenieur-Wechsel karriereentscheidend

Nicht weniger nachdrücklich ordnet Jack Harvey die Situation ein. Der Brite fuhr in den Jahren 2022 und 2023 für RLL und erlebte dort eine ähnliche Dynamik. "Diese Beziehung zwischen Fahrer und Ingenieur ist - ich will nicht dramatisch klingen, wenn ich das sage - absolut karriereentscheidend", so Harvey bei FOX.

Man spüre förmlich, dass das Team versucht, so viele Puzzleteile wie möglich um Mick Schumacher herum richtig zusammenzusetzen. "Sie bringen Todd, um das Schiff zu stabilisieren und nach vorne zu bringen."

Ein solcher Verschleiß an Ingenieuren sei für einen Fahrer mental aber eine harte Nuss: "Ich war selbst schon Teil dieses Teams und hatte mehrere Ingenieure in einer Saison. Zumindest so viel kann ich sagen: In diesem Moment war ich nicht derjenige, der danach gefragt hat."

Mick Schumacher

Mick Schumacher zeigte ansprechende Leistungen, aber die Ergebnisse stimmen noch nicht

Foto: Penske Entertainment

Wer letztlich die treibende Kraft hinter den vielen Wechseln bei Schumacher war, lässt Harvey offen: "Da können viele Dynamiken mitspielen. Manchmal passt die Philosophie nicht, manchmal die Ergebnisse. Manchmal geht es vom Team aus, manchmal vom Fahrer."

Malloy folgt auf Eddie Jones, der als Übergangslösung fungierte, nachdem Schumachers erster Renningenieur, Mike Pawlowski, in eine Entwicklungsrolle bei Rahal Letterman Lanigan Racing wechselte. Jones kam extra aus dem Ruhestand zurück, soll aber weiter im Hintergrund tätig bleiben. Beim Indy 500 war einmalig Andy Brown Renningenieur für Mick Schumacher, weil Jones für das vierte Auto von Takuma Sato vorgesehen war.

Lange, erfolgreiche Karriere

Malloy stammt aus der kanadischen Provinz Ontario und begann seine Karriere Mitte der 1990er-Jahre in der CART-Serie. Seine ersten Stationen waren kleinere Teams, ehe er bei Team Green und anschließend bei Forsythe Racing arbeitete. Dort etablierte er sich als Renningenieur.

Seinen ersten großen Erfolg feierte er 2003: Als Renningenieur von Paul Tracy führte er den Kanadier zum Gewinn der Champ-Car-Meisterschaft. Diese Saison gilt als Höhepunkt von Tracys Karriere.

Nach dem Niedergang der ChampCar wechselte Malloy zu Newman-Haas-Lanigan Racing. Dort arbeitete er unter anderem mit Graham Rahal zusammen und war dessen Renningenieur beim ersten IndyCar-Sieg des US-Amerikaners 2008 in St. Petersburg. Diese Verbindung sollte Jahre später noch einmal wichtig werden.

2011 wechselte Malloy zu Bryan Herta Autosport. Dort schrieb er Motorsportgeschichte: Als Renningenieur von Dan Wheldon gewann er das dramatische Indianapolis 500, als J.R. Hildebrand in der letzten Kurve in die Mauer fuhr.

Ende 2014 verpflichtete Chip Ganassi Racing Malloy. Dort arbeitete er zunächst als Renningenieur von Tony Kanaan. Später wechselte er innerhalb des Teams mehrfach die Fahrerbesetzung und betreute unter anderem Charlie Kimball.

Als Ganassi Ende 2017 seine Mannschaft verkleinerte, wechselte Malloy zu Schmidt Peterson Motorsports - allerdings nicht mehr als klassischer Renningenieur, sondern als Technischer Direktor. Dort erlebte er die bereits erwähnte gemeinsame Zeit mit James Hinchcliffe.

2024 stieß Malloy dann zu Rahal Letterman Lanigan Racing. Zunächst arbeitete er übergreifend als Leiter des Renningenieurwesens und unterstützte außerdem das BMW-GTP-Programm des Teams in der IMSA SportsCar Championship. Malloy hat damit so ziemlich alle technischen Positionen innerhalb absoluter Spitzenteams bekleidet.

Malloys primäre Aufgabe wird nun sein, Mick Schumacher unter die besten 22 der Meisterschaft zu bringen. Bis zu diesem Platz erstrecken sich die sogenannten Leaders-Circle-Prämien. Über den Leaders Circle werden die Einnahmen der IndyCar-Serie unter den Teams verteilt.

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