Fahrer-Coach und neues Vokabular: So will Mick Schumacher IndyCar erobern
Mick Schumacher lernt neue Motorsport-Vokabeln im den USA und bekommt einen erfahrenen IndyCar-Fahrer als Coach - Das ist der Schlachtplan für IndyCar 2026
Mick Schumacher hat sich seit dem Indianapolis-Test intensiv auf die Saison 2026 vorbereitet
Foto: Penske Entertainment
Das Abenteuer IndyCar nimmt für Mick Schumacher nun richtig Fahrt auf. Bereits am kommenden Mittwoch (4. Februar) steht ein Test in Homestead auf dem Programm, bei dem sich der ehemalige Formel-1-Pilot erstmals einem Oval stellen wird. Natürlich liefen die Vorbereitungen auf seine erste IndyCar-Saison den ganzen Winter hindurch.
Schumacher wird dabei nicht auf sich allein gestellt sein. Zusätzlich zu seinem hocherfahrenen Teamkollegen Graham Rahal, mit dem er am vergangenen Montag noch bei einem gemeinsamen Abendessen viele Details besprach, hat Rahal Letterman Lanigan Racing (RLL) den früheren IndyCar-Piloten Ryan Briscoe als Fahrer-Coach verpflichtet.
Der Australier war zwischen 2005 und 2015 in der IndyCar-Serie aktiv und nahm an 131 Rennen teil. Er gewann in diesem Zeitraum acht Rennen und holte 20 weitere Podiumsplätze. Briscoe war bislang im Prema-Team in dieser Rolle aktiv, allerdings gibt es ein großes Fragezeichen hinter der Teilnahme der Mannschaft aus finanziellen Gründen.
Mit Mike Pawlowski erhält Schumacher zudem einen sehr erfahrenen Renningenieur, der Erfahrung von großen Teams wie Andretti, Ganassi und dem berühmten früheren ChampCar-Team Forsythe mitbringt.
Dieser Stab wird Schumacher vor allem dabei helfen, mit neuen Fachbegriffen des amerikanischen Rennsports fertig zu werden. Schumacher hat damit schon erste Erfahrungen gemacht: "Momentan geht es vor allem um das Vokabular, denn die Begriffe sind ganz anders, auch die Maßeinheiten sind ganz anders", sagt der Sohn von Formel-1-Legende Michael Schumacher.
Sprachbarrieren: Von Metern zu Fuß
"Anstatt von Metern sprechen wir von Fuß und Yards und all diesen Dingen. Das ist momentan ziemlich schwierig für mich, aber wir befinden uns gerade in einer Übergangsphase, in der ich versuche, alles zu verstehen und zusammenzufügen." Ähnlich äußerte sich übrigens Kamui Kobayashi, als er erstmals die 24 Stunden von Daytona bestritt.
Vor Ovalen hat Schumacher zwar keine Angst, allerdings sieht er sie als größte Herausforderung an: "Die Herausforderung besteht darin, dass es so grundlegend anders ist. Man muss verstehen, was High Linie [Außenbahn] und Low Line [Innenbahn] bewirken und was wir tun können, wenn es Luftverwirbelungen von vorne oder hinten gibt."

Ryan Briscoe (vorne, hier vor Will Power im Jahr 2012) fuhr während seiner Karriere unter anderem für Penske
Foto: Motorsport Images
"Das ist alles Neuland für mich, aber ich bin sehr neugierig und interessiert daran, das zu lernen. Das Gute ist, dass wir Graham an Bord haben, der in seinem Leben schon einige dieser Rennen bestritten hat. Von ihm kann ich sehr viel lernen", so der 26-Jährige weiter.
"Ich habe den Test in Homestead, dort werde ich ein erstes Verständnis dafür bekommen, wie es ist, ein Oval zu fahren. Auch wenn ich dort alleine unterwegs sein werde, ist es gut, diese Erfahrung zu machen - und ich muss diese Erfahrung vorher sammeln."
Simulator vs. Realität: Die Linkskurven-Herausforderung
Auf Nachfrage von Motorsport-Total.com, ob er sich im Simulator schon vorbereitet habe, antwortet er: "Ich bin ein paar Runden gefahren. Ich habe etwa zwei Tage absolviert, jeweils einen halben Tag, also netto insgesamt einen vollen Tag. Aber im Oval kann man im Simulator nur begrenzt viel tun."
"Es geht irgendwie immer nur nach links. Man kann dabei nicht wirklich viel lernen. Die Bodenwellen und die Art und Weise, wie sich das Auto verhält, sind nur schwer nachzubilden."
"Aber ich werde die Zeit haben, mich reinzufuchsen und zu verstehen, wie sich ein Oval anfühlt. Ich denke, was die Vorbereitung und unsere Herangehensweise an den Test angeht, sind wir gut aufgestellt. Wir konzentrieren uns darauf, wie das Auto in Homestead reagiert, damit wir bestmöglich für Phoenix vorbereitet sind, wo der erste offizielle Test ansteht."
Der allgemeine IndyCar-Vorsaisontest steht am 17. und 18. Februar auf dem Programm. "Phoenix wird großartig, weil dann alle zusammen auf der Strecke sein werden. Da werde ich dann wirklich verstehen lernen, wie es ist, zum Beispiel in 'Dirty Air' zu fahren", sagt Schumacher.
Dabei wird er sich neben Briscoe und Rahal auch auf Erfahrungswerte von Louis Foster stützen können, der im dritten RLL-Honda seine zweite IndyCar-Saison bestreiten wird und durch die IndyCar-Nachwuchspyramide bereits deutlich mehr Erfahrung im Oval vorzuweisen hat.
Eine weitere neue Herausforderung wird der Umgang mit Spottern sein. Dieses Thema beleuchten wir in Kürze bei Motorsport-Total.com mit einem eigenen Artikel. Außerdem gibt es auf dem YouTube-Kanal von Motorsport-Total.com ab dem 30. Januar ein Video, in dem Kevin Scheuren und Mario Fritzsche noch einmal detailliert auf Mick Schumachers Herausforderungen eingehen:
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