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Hinchcliffe sucht Rettungsring: "Das war ein Schock"

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Hinchcliffe sucht Rettungsring: "Das war ein Schock"
Autor:
Co-Autor: David Malsher
02.11.2019, 07:09

Der Rauswurf bei McLaren SP kommt für James Hinchcliffe zur Unzeit - Der populäre Kanadier gibt alles, für die IndyCar-Saison 2020 noch ein Cockpit zu finden

Ein mehr als mittelschweres Erdbeben erschütterte diese Woche die IndyCar-Szene: James Hinchcliffe wurde vom neuen McLaren-Team trotz gültigen Vertrags vor die Tür gesetzt. Der Schmidt-Peterson-Nachfolger wird mit den Youngstern Oliver Askew und Pato O'Ward an den Start gehen.

Hinchcliffe, der eigentlich für 2020 gesetzt war, gibt zu, dass er von der Situation komplett überrascht wurde: "Es liegt auf der Hand, dass die vergangenen Tage für mich sehr schwierig waren", gibt der 32-Jährige in einem emotionalen Statement zu Protokoll. "Für uns war es ein großer Schock, zu erfahren, dass wir 2020 nicht im Fahrzeug #5 sitzen werden."

Nun werden alle Hebel für eine Notoperation in Bewegung gesetzt: "Es ist natürlich sehr spät, aber mein Team arbeitet mit Vollgas daran, mir eine komplette IndyCar-Saison 2020 zu ermöglichen. Die Unterstützung aus der Motorsport-Community war überwältigend und ich bin dafür sehr dankbar. Wir können das alles nur aufgrund der Fans machen und euer Engagement ist unglaublich."

 

"Von dieser Enttäuschung abgesehen, habe ich noch immer meine Gesundheit, wunderbare Familie sowie Freunde und Fans, die mich unterstützen." Die Gesundheit weiß er besonders zu schätzen: Hinchcliffe hatte beim Qualifying zum Indy 500 2015 einen schweren Unfall, der ihn zeitweise in Lebensgefahr schweben ließ.

Er gibt sich kämpferisch: "Wir wurden auch vorher schonmal in den Staub getreten und sind stärker zurückgekehrt. Das ist einfach unser nächster Kampf. Challenge accepted."

Welche Optionen bleiben?

An Hinchcliffes Zukunft hatte es gleich nach der Übernahme des Schmidt-Peterson-Teams durch McLaren Zweifel gegeben. Weil Honda das Team aufgrund der Vorkommnisse in der Formel 1 nicht mit Motoren ausstatten wollte, musste McLaren SP zu Chevrolet wechseln. Hinchcliffe ist allerdings eng mit Honda Kanada verbandelt.

Trotzdem sicherte Sam Schmidt ihm über Monate hinweg zu, dass er seinen Platz im Team behalten könne. Und Hinchcliffe kündigte an, dass er sich auf Chevrolet "freue". Die Trennung traf ihn und die gesamte IndyCar-Szene völlig unvorbereitet.

James Hinchcliffe

Hinchcliffe fuhr fünf Jahre lang für das Schmidt-Peterson-Team

Foto: LAT

Seine erste Anlaufstelle für die Saison 2020 wäre ein drittes Auto bei Rahal Letterman Lanigan Racing. Allerdings heißt es, dass Hinchcliffe nicht genug Sponsorengeld mitbringt, um ein solches Auto alleine zu finanzieren. In die Verhandlungen könnte er seinen hohen Werbewert werfen: Der "Mayor of Hinchtown" ist einer der populärsten, wenn nicht der populärste IndyCar-Fahrer der Gegenwart.

Sollte es dort nicht klappen, gäbe es noch Möglichkeiten bei Dale Coyne Racing, was Santino Ferrucci zum Verhängnis werden könnte. Oder bei Meyer Shank Racing, die ebenfalls durch die McLaren-Übernahme von Schmidt Peterson ihren Einsatzpartner verloren haben (wenn auch wesentlich früher und einvernehmlicher als im Falle Hinchcliffes).

Ansonsten blieben noch die Chevrolet-Teams Carlin, Foyt und Carpenter. Es wäre allerdings durchaus denkbar, dass A.J. Foyt Enterprises im Sinne der Ausgeglichenheit wieder zurück auf Honda-Motoren wechselt. Das Team war 2017 zu Chevrolet gegangen, um den Ganassi-Wechsel zu Honda auszugleichen.

Mit Bildmaterial von LAT.

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Rennserie IndyCar
Fahrer James Hinchcliffe
Teams Schmidt Peterson Motorsports
Urheber Heiko Stritzke