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Indy 500: Andretti knackt 233 Meilen pro Stunde Schnitt am "Fast Friday"

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Indy 500: Andretti knackt 233 Meilen pro Stunde Schnitt am "Fast Friday"
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Schnellste Indianapolis-Runde seit 1996: Marco Andretti führt Honda-Dominanz an - Fernando Alonso nach Nachtschicht der McLaren-Crew weit abgeschlagen

Auf dem Indianapolis Motor Speedway hat der in Vorbereitung auf das Qualifying bekannte "Fast Friday" als letzter Trainingstag vor dem Kampf um die Indy-500-Startplätze seinem Namen alle Ehre gemacht.

Im Vergleich zu den ersten beiden Trainingstagen (Mittwoch und Donnerstag) wurde der Ladedruck der 2,2-Liter-V6-Twinturbos von Chevrolet und Honda am Freitag von den üblichen 1,3 bar auf 1,5 bar erhöht. Die Tagesbestzeit wurde für Marco Andretti (Herta/Andretti-Honda) notiert - und was für eine!

Mit Windschatten benötigte Andretti für seine schnellste Runde auf dem 2,5-Meilen-Oval 38,545 Sekunden, was einem Schnitt von 233,491 Meilen pro Stunde (375,687 km/h) entspricht. Eine derart schnelle Runde wurde in Indianapolis zuletzt im Jahr 1996 notiert!

Damals fuhr Arie Luyendyk ebenfalls am "Fast Friday" sage und schreibe 37,616 Sekunden - ein Schnitt von 239,260 Meilen pro Stunde beziehungsweise 384,969 km/h. Es ist bis heute die schnellste jemals gefahrene Runde auf dem Indianapolis Motor Speedway und der inoffizielle Streckenrekord. Offizielle Rekorde können nur im Qualifying gefahren werden, das jedoch nicht über eine, sondern über vier Runden geht.

Deutlich mehr Ladedruck macht Aeroscreen-Nachteil mehr als wett

Nun also hat es Marco Andretti auf 233,491 Meilen pro Stunde gebracht. Zum Vergleich: 2019, im letzten Jahr ohne den wuchtigen Cockpitschutz Aeroscreen, lag der Bestwert am "Fast Friday" bei 38,842 Sekunden (231,704) und wurde von Conor Daly gefahren. Dazu muss man aber wissen, dass der Ladedruck damals von 1,3 bar nur auf deren 1,4 bar erhöht wurde.

2020 nun hat man sich für die Erhörung auf 1,5 bar entschieden, um den Nachteil des Aeroscreens (Gewicht und Aerodynamik) zu kompensieren. Wie sich am Freitag gezeigt hat, wird mit dem Plus von zusätzlichen 0,1 bar der Nachteil mehr als kompensiert.

FOTOS: Trainings zum 104. Indy 500

Das zeigt sich auch in der Wertung der schnellsten Runden in Alleinfahrt. Hier war am Freitag Ryan Hunter-Reay (Andretti-Honda) mit 38,772 Sekunden (232,124 Meilen pro Stunde) der Schnellste. Und mit eben dieser ohne Windschatten gefahrenen Runde reichte es im Tagesklassement sogar zum starken vierten Platz.

Ryan Hunter-Reay

Ryan Hunter-Reay fuhr ohne Windschatten auf P4 im Tagesklassement

Foto: Motorsport Images

Schneller als Hunter-Reay waren am Freitag abgesehen von Andretti noch Conor Daly (Carpenter-Chevrolet) und Scott Dixon (Ganassi-Honda), die den zweiten und dritten Platz im Klassement aber genau wie Andretti den ersten mit Unterstützung eines Windschattens eingefahren haben. Dixon allerdings hatte zwischenzeitlich mit einem Elektrikproblem zu kämpfen.

Honda dominiert den "Fast Friday"

Hinter Andretti, Daly, Dixon und Hunter-Reay wurden die Top 5 der Tageswertung von Spencer Pigot (Buhl/Rahal-Honda) abgerundet. Die Top 10 wurden vervollständigt von Alex Palou (Coyne-Honda), der einmal mehr schnellster Rookie war, sowie von James Hinchcliffe (Andretti-Honda), Takuma Sato (Rahal-Honda), Alexander Rossi (Andretti-Honda) und Marcus Ericsson (Ganassi-Honda).

ERGEBNIS: 3. Freies Training (Fast-Friday) zum 104. Indy 500

Somit hatte Honda (und insbesondere das Andretti-Team mit seinen diversen Kooperationen) das Geschehen im Griff. Neben der Herta-Mannschaft um den Tagesschnellsten Marco Andretti und der Harding-Mannschaft um Colton Herta (P13) unterhält nämlich auch die Shank-Truppe um Jack Harvey (P12) eine technische Allianz mit Andretti Autosport.

Honda-Logo

Honda hatte den Freitag im Griff: In beiden Wertungen neun der Top-10-Plätze belegt

Foto: Motorsport Images

Sowohl im Tagesklassement als auch im Klassement der schnellsten Runden ohne Windschatten fuhr sich jeweils nur ein einziger Chevrolet-Fahrer in die Top 10. In Alleinfahrt war dies Charlie Kimball aus dem Team von A.J. Foyt.

Ob man im Chevrolet-Lager nur geblufft hat, wird sich am Samstag im ersten Qualifying zeigen. Am Mittwoch und Donnerstag jedenfalls hatten sich allen voran die Penske-Piloten vordergründig der Vorbereitung auf das Rennen gewidmet und waren daher in den Zeitenlisten nicht vorne zu finden gewesen.

Alonso nach Nachtschicht der McLaren-Crew auf Platz 25

Fernando Alonso, der mit seinem McLaren-Chevrolet am Donnerstag für den ersten und bisher einzigen Crash der diesjährigen Trainingswoche gesorgt hatte, beendete den "Fast Friday" auf Platz 25 der Zeitenliste. In der Wertung der Runden in Alleinfahrt schnitt Alonso als 31. sogar noch schlechter ab.

Nach seinen 126 Runden, die er am Donnerstag bis zum Crash abgespult hatte, brachte es Alonso am Freitag nur auf 52 Runden. Mit repariertem Auto griff der Spanier erst nach zwei Stunden ins Geschehen ein. Trotzdem war er mit seinem Pensum von 52 Runden einigermaßen gut dabei, denn in Vorbereitung auf das Qualifying drehte freitags kein einziger Fahrer mehr als 79 Runden.

Fernando Alonso

Für Fernando Alonso reichte es nach nächtlicher Reparatur nur zum 25. Platz

Foto: Motorsport Images

Aufgrund einer Ausnahmegenehmigung hatte die Crew von McLaren SP am Donnerstag eine Nachtschicht einlegen dürfen, um Alonsos beschädigtes Auto für Freitag wieder aufzubauen. Eigentlich schließt die Gasoline-Alley in Zeiten von COVID-19 jeden Abend um 19:30 Uhr für alle Teammitglieder. McLaren SP aber stellte einen Antrag auf Ausnahme und diesem wurde stattgegeben.

Bis 1:30 Uhr in der Nacht waren die Mechaniker an Alonsos Auto beschäftigt, wobei laut Teammanager Taylor Kiel "die komplette rechte Seite, also rechte Vorderradaufhängung, rechte Hinterradaufhängung, Getriebe, Unterboden und Verkleidungsteile" ausgetauscht wurde.

23 von 33 über 230 Meilen pro Stunde - Blufft Chevrolet?

Wie schon am Mittwoch und am Donnerstag, so war die Strecke auch am Freitag wieder sechseinhalb Stunden lang für offizielle Trainingsrunden geöffnet. Im Gegensatz zu den beiden Vortagen waren am Freitag aber tatsächlich alle 33 gemeldeten Teilnehmer zu offiziellen Trainingsrunden auf der Strecke.

Ben Hanley

Ben Hanley (DragonSpeed-Chevrolet) fuhr zwar, hatte aber deutlich Rückstand

Foto: IndyCar Series

Ben Hanley (DragonSpeed-Chevrolet) nämlich durfte sein Refresher-Programm am Donnerstag nach dem Ende des zweiten Freien Trainings nachholen. Am Freitag brachte es der Brite zwar auf 79 Runden, mit deutlichem Rückstand in puncto Speed aber nur auf Platz 33 der Zeitenliste.

Die Marke von 230 Meilen pro Stunde Schnitt wurde unterm Strich von 23 der 33 Teilnehmer geknackt. Fernando Alonso gehörte auf P25 ebenso wenig dazu wie überraschenderweise der dreimalige Indy-500-Polesetter Ed Carpenter (Carpenter-Chevrolet; 27.) und der dreimalige Indy-500-Sieger Helio Castroneves (Penske-Chevrolet; 29.)

In Reihen der zehn Teilnehmer, die die 230er-Marke am Freitag verpasst haben, finden sich neun Chevrolet- und nur ein Honda-Fahrer. Noch einmal: Ob Chevrolet möglicherweise nur geblufft hat, wird sich am Samstag zeigen.

Wochenende: Qualifying an zwei Tagen, aber ohne "Bumping"

Das Wochenende nämlich steht in Indianapolis ganz im Zeichen des Qualifyings, das als Einzelzeitfahren über vier fliegende Runden ausgetragen wird. Die Besten dürfen dabei zweimal ran. Am Samstag werden in Qualifying 1 zunächst die Startplätze zehn bis 33 vergeben.

Der Sonntag ist dann den Top 9 des Samstags vorbehalten. Sie fahren in Qualifying 2 (dem sogenannten Top-9-Shootout) die ersten neun Startplätze inklusive der Pole-Position endgültig aus. Der sonst ebenfalls am Sonntag ausgetragene Kampf um die letzte Startreihe (das sogenannte "Bumping") entfällt in diesem Jahr, weil nur 33 Autos - und damit genau die traditionelle Zahl der im Rennen startberechtigten - überhaupt antreten.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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