Indy 500 FT1: Schumacher im Lernmodus - Palou P1 trotz "Klacken"
Mit Erfahrungen vom Vortest und mit neuem Helmdesign setzt Mick Schumacher am ersten Trainingstag zum Indy 500 seine Gewöhnung ans Superspeedway-Fahren fort
Mick Schumacher fährt beim Indy 500 nicht mit gelbem, sondern rotem Helm
Foto: Penske Entertainment
Der offizielle Fahrbetrieb in Vorbereitung auf die 110. Auflage des Indy 500 ist eröffnet. Am Dienstag fand auf dem Indianapolis Motor Speedway das erste Freie Training (FT1) statt. Es handelte sich um den ersten von vier aufeinanderfolgenden Trainingstagen, an denen jeweils sechs Stunden lang gefahren wird. Ab dem Qualifying-Wochenende (16./17. Mai) sieht das jeweilige Tagesprogramm anders aus (Zeitplan, Starterliste, Streckendaten, Hintergründe, Livestream, TV: Alle Informationen zum Indy 500 der IndyCar-Saison 2026).
Für die 33 gemeldeten Teilnehmer am diesjährigen IndyCar-Saisonhöhepunkt ging es am Dienstag dort weiter, wo man vor zwei Wochen beim zweitägigen Indy-500-Vortest aufgehört hatte. Die äußeren Bedingungen waren am ersten Trainingstag nahezu perfekt. Die Lufttemperatur bewegte sich im Verlauf der sechs Stunden Fahrbetrieb zwischen 20 und 26 Grad Celsius. Der Wind blies stundenlang moderat, frischte nur gegen Ende der Session etwas auf. Zwischenfälle in Form von Unfällen gab es keine.
Mick Schumacher (Rahal-Honda) hatte den Indy-500-Vortest Ende April in der kombinierten Zeitenliste beider Testtage mit insgesamt 215 Runden auf P20 abgeschlossen. Im Nachgang dazu verriet er nun kurz vor Beginn von FT1, dass "das Fahren im Verkehr ziemlich schwierig" sei, weil es auf dem ihm noch wenig vertrauten Superspeedway "nicht einfach ist, ein Überholmanöver vorzubereiten. Das sind Dinge, die ich noch lernen und verinnerlichen muss".
Mick Schumacher mit vielen Runden - und neuem Helmdesign
Am ersten offiziellen Trainingstag drehte Schumacher 84 Runden. Sein persönlicher Bestwert war eine mit Windschattenunterstützung erzielte Durchschnittsgeschwindigkeit von 220,280 Meilen pro Stunde (354,430 km/h) auf eine fliegende Runde. Damit war er im Vergleich zu seinem Bestwert vom zweitägigen Vortest ein gutes Stück langsamer Im Klassement des ersten Trainingstages reihte sich Schumacher auf P32 ein
Am Rande des ersten Trainingstages präsentierte Mick Schumacher ein neues Helmdesign, mit dem er beim Indy 500 die Trainings, das Qualifying und das Rennen fährt. Statt seiner gewohnten Grundfarbe Gelb weist der Indy-500-Helm des 27-jährigen Rookies aus Deutschland die Grundfarbe Rot auf.
Vom Programm her stand bei einigen Teams am Dienstag das Thema Rennabstimmung, sprich das Handling im Verkehr, im Fokus. Insbesondere in den letzten zwei Stunden herrschte reger Fahrbetrieb im Pulk.
Zuvor hatten ein paar Teams - allen voran Andretti Global - schon mit Blick auf das Qualifying am Wochenende, sprich das Fahren in Alleinfahrt, hingearbeitet. Die Disziplin, die im Qualifying entscheidend sein wird, nämlich vier fliegende Runden am Stück zu fahren, die wurde am ersten Trainingstag aber von den allerwenigsten geprobt. Bei vielen geht es zu Beginn der Trainingswoche um Basis-Arbeit.
Tagesbestwert für Alex Palou nach "Klacken"
Den Bestwert im sechsstündigen FT1 holte sich Alex Palou (Ganassi-Honda) mit 225,937 Meilen pro Stunde (363,532 km/h). Das war eine Überraschung, denn nach 22 seiner 28 Runden hatte er via Boxenfunk mitgeteilt, ein "Klacken" im Bereich des rechten Hinterrads gehört zu haben.

Alex Palou (Ganassi-Honda) holte sich kurz vor Schluss die FT1-Bestzeit
Foto: Penske Entertainment
Der Indy-500-Vorjahressieger und viermalige IndyCar-Champion steuerte die Box an, woraufhin der gelbe Ganassi-Honda mit der Startnummer 10 in die Garage geschoben wurde, um von den Ingenieuren genauer inspiziert zu werden. Ein Defekt wurde nicht gefunden.
In der letzten Viertelstunde kehrte Palou auf die Strecke zurück - und fuhr im Pulk prompt Tagesbestzeit! "Jetzt ist das Auto in Ordnung", so die trockene Reaktion des aktuellen IndyCar-Dominators am Ende des ersten Trainingstages.
Zweitschnellster war Marcus Armstrong (Shank-Honda), der das Klassement fast den ganzen Tag lang angeführt hatte. Drittschnellster war Conor Daly (Dreyer/Reinbold-Chevrolet), der in diesem Jahr einer derjenigen ist, die nur beim Indy 500 antreten.
Die Top 5 wurden komplettiert vom zweimaligen Indy-500-Sieger Josef Newgarden (Penske-Chevrolet) und vom sechsmaligen IndyCar-Champion Scott Dixon (Ganassi-Honda). Die Top 26 im FT1-Klassement fuhren ihre persönlich beste Runde jeweils mit Windschattenunterstützung.
Der Vollständigkeit halber: Die schnellste Runde in Alleinfahrt wurde mit 222,062 Meilen pro Stunde (357,297 km/h) von Kyle Kirkwood (Andretti-Honda; 7.) hingelegt. Mick Schumacher reihte sich in dieser gesonderten Wertung, auf die noch kein allzu großer Wert gelegt wurde, auf P31 ein.
Mehrere technische Probleme am ersten Trainingstag
Die meisten Runden im Verlauf der sechs Stunden im FT1 fuhr Alexander Rossi (Carpenter-Chevrolet; 13.) mit 116. Die wenigsten Runden, nämlich gerade mal 12, schaffte Dennis Hauger (Coyne-Honda; 26.).
Am Auto von Hauger - neben Mick Schumacher und Caio Collet der dritte Rookie im Feld - gab es ein Leck im Kühlsystem. Um keine Überhitzung des Honda-Motors zu riskieren, verbrachte der Teamkollege von Romain Grosjean (9.) knapp fünf Stunden mit Warten, bevor er in der letzten Stunde doch noch für ein paar Runden ins Geschehen eingreifen konnte.
Im Gegensatz dazu beklagte Scott McLaughlin, seit 2024 der Rekordhalter in Bezug auf den besten Vier-Runden-Schnitt, der eine Indy-500-Pole einbrachte, direkt bei der ersten Ausfahrt aus der Box um 12:00 Uhr Ortszeit einen Defekt an der Hybrideinheit. Bis der behoben war, vergingen ein paar Stunden. Letzten Endes kam McLaughlin im gelben #3 Penske-Chevrolet aber noch auf 28 Runden und P8 im Tagesklassement.
Indes kam Katherine Legge (HMD/Foyt-Chevrolet; 33.), die Ende April beim zweitägigen Indy-500-Vortest die wenigsten Runden aller Teilnehmer geschafft hatte, weil die Kupplung ihres Boliden gestreikt hatte, diesmal auf 51 Runden. In puncto Speed war Legge am ersten Trainingstag das Schlusslicht direkt hinter Mick Schumacher.
Am Mittwoch, dem zweiten Trainingstag, wird auf dem Indianapolis Motor Speedway erneut sechs Stunden lang trainiert. Die Session läuft wie an allen vier Trainingstagen in dieser Woche (bis einschließlich Freitag) in mitteleuropäische Zeit umgerechnet von 18:00 Uhr bis Mitternacht MESZ (Zeitplan, Starterliste, Streckendaten, Hintergründe, Livestream, TV: Alle Informationen zum Indy 500 der IndyCar-Saison 2026).
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