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Trainingsbericht

Indy 500 FT2: Mick Schumacher lernt von Takuma Sato - P1 für Conor Daly

Während Conor Daly das Feld am zweiten Trainingstag zum Indy 500 anführt, lässt sich Mick Schumacher von seinem erfahrenen Teamkollegen Takuma Sato "ziehen"

Indy 500 FT2: Mick Schumacher lernt von Takuma Sato - P1 für Conor Daly

Mick Schumacher (Rahal-Honda) und Conor Daly (Dreyer/Reinbold-Chevrolet)

Foto: Michael Michael

Auf dem Indianapolis Motor Speedway sind zwei von vier Trainingstagen in Vorbereitung auf das Qualifying zum Indy 500 und das anschließende 500-Meilen-Rennen absolviert. Am Mittwoch, dem zweiten Trainingstag, waren die äußeren Bedingungen andere als am Tag zuvor. Es war zwar trocken, aber stark bewölkt, die Lufttemperatur lag im Bereich von lediglich 17 Grad Celsius und der Wind wehte phasenweise kräftiger als noch am Dienstag.

Das hatte Auswirkungen auf das Tagesprogramm für das zweite Freie Training (FT2) der Woche. Weil es am Qualifying-Wochenende deutlich wärmer sein soll als am bewölkten Mittwoch, wurde der zweite Trainingstag von ein paar Teams zwar auch für Quali-Vorbereitungen genutzt, von vielen aber nicht. Denn wirklich repräsentativ wären die Ergebnisse nicht. Das liegt nicht nur an den Temperaturen, sondern auch daran, dass der erhöhte Ladedruck für das Qualifying ohnehin erst ab Freitag anliegt (Zeitplan, Starterliste, Streckendaten, Hintergründe, Livestream, TV: Alle Informationen zum Indy 500 der IndyCar-Saison 2026).

Somit gab es am Mittwoch vor und nach ein paar wenigen simulierten Quali-Runden wieder jede Menge Fahren in Gruppen, um das Handling der Autos im Verkehr bereits im Hinblick auf das Rennen zu optimieren. Dabei arbeiteten die jeweiligen Teamkollegen in der Regel zusammen. Intensives Pulkfahren mit zahlreichen Teams in größeren Gruppen gab es diesmal nicht erst in den letzten Stunden, sondern auch schon deutlich früher. Zwischenfälle in Form von Unfällen gab es keine.

Mick Schumacher lässt sich von Takuma Sato "ziehen"

Mick Schumacher (Rahal-Honda), der sich am Dienstag auf P32 im Tagesklassement eingereiht hatte, belegte am Mittwoch mit einem persönlichen Bestwert von 222,256 Meilen pro Stunde (357,609 km/h) den 31. Platz im FT2-Ergebnis. Im Verlauf der sechs Stunden des zweiten Trainingstages legte Schumacher 85 Runden zurück und gehörte damit abermals zu denjenigen Piloten mit den meisten Runden. Den überwiegenden Teil seines Tagespensums legte Schumacher im Verkehr zurück.

In der letzten Stunde ließ sich Schumacher von einem seiner drei Teamkollegen um das Oval "ziehen", um dessen Linienwahl in jeder der vier Kurven und den einen oder anderen Kniff zu verinnerlichen. Es handelte sich dabei um Takuma Sato, der auch in diesem Jahr wieder den nur beim Indy 500 eingesetzten vierten Rahal-Honda (Startnummer 75) pilotiert. Nach dem "Ziehen" durch Sato wurden die Rollen getauscht: Der zweimalige Indy-500-Sieger folgte dem Rookie.

"Heute ging es uns in erster Linie um Race-Runs, um sicherzustellen, dass das Auto im Verkehr gut liegt und wir in der zweiten Woche komfortabel unterwegs sind. Ab morgen wird der Fokus mehr auf dem Thema Qualifying-Runs liegen", sagte Schumacher kurz vor Abschluss des zweiten Trainingstages im TV-Interview mit Fox.

Mick Schumacher

Fahren ohne Windschatten rückt für Schumacher ab Donnerstag in den Fokus

Foto: Penske Entertainment

In der Wertung der Runden in Alleinfahrt, also ohne Windschatten, klassierte sich Schumacher am Mittwoch auf P23, wobei nur für 30 der 33 Piloten Runden in Alleinfahrt notiert wurden. Schnellster in dieser Wertung war Patricio "Pato" O'Ward (McLaren-Chevrolet; 27.) mit 221,409 Meilen pro Stunde (356,247 km/h).

Die meisten Runden insgesamt im Verlauf der sechs Stunden drehte Alex Palou (Ganassi-Honda), nämlich 118. Die wenigsten Runden fuhr Sting Ray Robb (Juncos-Chevrolet; 20.) mit immerhin noch 44.

Tagesbestwert für Conor Daly im Windschatten

Die schnellste Runde des Tages wurde mit Unterstützung eines Windschattens von Conor Daly (Dreyer/Reinbold-Chevrolet) mit einem Schnitt von 228,080 Meilen pro Stunde (366,980 km/h) gefahren. Das ist deutlich schneller als der Tagesbestwert von Alex Palou vom Dienstag und auch schneller als der Bestwert vom zweitägigen Indy-500-Vortest, gefahren am 29. April von Rookie Caio Collet (Foyt-Chevrolet).

Conor Daly

Conor Daly (Dreyer/Reinbold-Chevrolet) markierte die Tagesbestzeit

Foto: Penske Entertainment

Die Top 5 im Tagesergebnis hinter Conor Daly machten diesmal Ganassi-Star Alex Palou, David Malukas (Penske-Chevrolet), Graham Rahal (Rahal-Honda) und Romain Grosjean (Coyne-Honda) komplett. Scott McLaughlin (Penske-Chevrolet) war infolge des Hybrid-Defekts vom Dienstag nun mit einem neuen Motor unterwegs. Damit reihte er sich Klassement der schnellsten Runden des Tages auf P7 ein.

Im Auto von Ed Carpenter (Carpenter-Chevrolet; 32.) gab es seit Dienstag ebenfalls einen Motorwechsel. Und im Auto von Alexander Rossi (21.), der bei Ed Carpenter Racing einer der Angestellten von Teambesitzer Ed Carpenter ist, wechselt man für Donnerstag den Chevrolet-Motor.

Katherine Legge fährt als erste Frau das Indy-Charlotte-Double

Katherine Legge, die im HMD/Foyt-Chevrolet (Startnummer 11) auch am zweiten Trainingstag das Schlusslicht im 33-köpfigen Feld bildete, besitzt für den Renntag (24. Mai) einen Deal, der sie direkt im Anschluss an das Indy 500 noch das Coca-Cola 600 der NASCAR in Charlotte (North Carolina) fahren lässt. In Charlotte wird die 45-jährige Britin den #78 Live-Fast-Chevrolet pilotieren. Auf beiden Autos tritt e.l.f. Cosmetics als Hauptsponsor auf.

Legge nimmt damit das berühmte "Double" im US-Motorsport in Angriff. Dieses wurde zuletzt im vergangenen Jahr vom inzwischen zweimaligen NASCAR-Champion Kyle Larson bestritten. Insgesamt ist Legge der sechste Rennfahrer, dabei aber erste Frau und zudem erster Europäer, mit konkreten Deals für die 500 Meilen in Indianapolis und die 600 Meilen in Charlotte am selben Tag. Ihre Vorgänger: John Andretti, Robby Gordon, Tony Stewart, Kurt Busch und eben Kyle Larson.

Abgesehen von den Genannten probierte auch Davy Jones das "Double", scheiterte 1995 aber an der Quali-Hürde in Charlotte. Legge wird sich dort nach aktuellem Stand der Dinge nicht explizit für das Starterfeld qualifizieren müssen, weil derzeit nicht mehr als die maximal 40 zum Rennen zugelassenen NASCAR-Boliden erwartet werden. Für das Indy 500 hat Legge ihren Platz im Feld ohnehin sicher, weil im "Brickyard" in diesem Jahr nur exakt 33 IndyCars gemeldet sind.

Katherine Legge

Katherine Legge nimmt am 24. Mai die 1.100 Rennmeilen in Angriff

Foto: Penske Entertainment

Am Donnerstag, dem dritten Trainingstag zum Indy 500, stehen abermals sechs Stunden Freien Training auf dem Programm. Es ist der vorerst letzte Tag, an dem die Turbomotoren von Chevrolet und Honda mit dem Ladedruck gefahren werden, wie er auch im Rennen am 24. Mai vorgeschrieben ist.

Beginnend mit Freitag ("Fast-Friday") bis Ende des zweitägigen Qualifyings (Samstag/Sonntag) wird der Ladedruck der Motoren angehoben: von 1,3 auf 1,5 bar, was einem Plus von etwa 100 PS entspricht. Die Gesamtleistung im Standardmodus (ohne Hybrid-Boost) steigt damit von 600 auf rund 700 PS (Zeitplan, Starterliste, Streckendaten, Hintergründe, Livestream, TV: Alle Informationen zum Indy 500 der IndyCar-Saison 2026).

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