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Trainingsbericht

Indy 500 FT4: Mick Schumacher und sein erster "Fast Friday"

Während Scott McLaughlin und Felix Rosenqvist am letzten Trainingstag vor Indy-500-Quali die Wertungen anführen, ist Mick Schumacher im Rookie-Trio solide dabei

Indy 500 FT4: Mick Schumacher und sein erster "Fast Friday"

Mick Schumacher war am Freitag erstmals mit 1,5 bar Ladedruck unterwegs

Foto: Penske Entertainment

"Fast Friday" auf dem Indianapolis Motor Speedway: Das heißt nichts anderes als das die im bisherigen Verlauf der Trainingswoche zum Indy 500 aufstellten Bestwerte hinsichtlich Rundenzeit und damit Durchschnittsgeschwindigkeit auf eine fliegende Runde pulverisiert wurden.

Mit der für Freitag (bis einschließlich Sonntag) planmäßig vorgenommenen Erhöhung des Ladedrucks der 2,2-Liter-Twinturbo-Motoren aller 33 IndyCar-Boliden von 1,3 auf 1,5 bar stehen drei Tage lang rund 100 PS mehr an Motorleistung zur Verfügung. Zudem war der Himmel am Freitag stark bewölkt. Beides schlägt sich zwangsläufig in den Ergebnislisten nieder.

Allerdings konnte am Freitag die abermals auf sechs Stunden angesetzt gewesene Session nicht pünktlich beginnen. Regenfälle am Vormittag hatten zur Folge, dass das 2,5-Meilen-Oval umfangreich getrocknet werden musste, bevor es von den 33 IndyCar-Boliden unter die Räder genommen werden konnte.

Zwei Stunden Verzögerung, eine Stunde angehängt

Nach einer Verzögerung von zwei Stunden ging es um 14:00 Uhr Ortszeit (20:00 Uhr MESZ) schließlich los. Eine der zwei verlorenen Stunden wurde am Schluss angehängt, weshalb der Fahrbetrieb immerhin noch fünf Stunden umfasste und erst um 19:00 Uhr Ortszeit zu Ende war. Nachdem sich der Regen verzogen hatte, war es durchgehend bewölkt, die Lufttemperatur lag bei maximal 20 Grad Celsius.

Weil es der vierte und letzten Trainingstag (FT4) vor dem Qualifying war, stand die Session ganz klar im Zeichen von Qualifying-Simulationen. Ein Windschatten ließ sich trotzdem nicht immer vermeiden, weil anders als am Samstag und Sonntag durchaus mehrere Piloten gleichzeitig auf die Strecke gehen durften. Pulkfahren gab es aber nicht. Bemerkenswert: Auch der vierte Trainingstag lief ohne jeden Zwischenfall ab.

Der gefahrene Bestwert am "Fast Friday" lag bei 233,372 Meilen pro Stunde (375,495 km/h), aufgestellt von Felix Rosenqvist (Shank-Honda) am späten Nachmittag auf einer Runde mit Unterstützung eines Windschattens.

Scott McLaughlin und Felix Rosenqvist toppen die Klassements

Aber: Was für den Donnerstag galt, das gilt für den "Fast Friday" umso mehr: Die Wertung der Runden in Alleinfahrt ist mit Blick auf das nun unmittelbar bevorstehende Qualifying die wesentlich interessantere und aussagekräftigere. In der Wertung der Runden in Alleinfahrt setzte Scott McLaughlin (Penske-Chevrolet) den Bestwert mit einer Runde mit 232,674 Meilen pro Stunde (374,372. km/h) Schnitt.

Scott McLaughlin

Scott McLaughlin (Penske-Chevrolet) markierte die schnellste Runde in Alleinfahrt

Foto: Penske Entertainment

In Rundenzeit ausgedrückt war die Runde von McLaughlin mehr als 1,5 Sekunden schneller als der vergleichbare Bestwert (also ebenfalls ohne Windschatten) an den ersten drei Trainingstagen, als noch mit 1,3 statt 1,5 bar Ladedruck gefahren wurde. Den hatte Takuma Sato (Rahal-Honda) am Donnerstag mit 40,209 Sekunden aufgestellt. Mit rund 100 PS mehr schaffte McLaughlin am Freitag die schnellste Runde in Alleinfahrt in 38,680 Sekunden.

Mick Schumacher im Rookie-Trio solide dabei

Mick Schumacher (Rahal-Honda) klassierte sich am "Fast Friday" in der Wertung der Runden in Alleinfahrt auf P29. Sein diesbezüglich persönlicher Bestwert auf eine Runde lag bei 230,683 Meilen pro Stunde (371,168 km/h) Schnitt.

Damit war Schumacher im aussagekräftigeren der zwei Klassements des Tages langsamer als Ciao Collet (Foyt-Chevrolet; 15.), aber schneller als Dennis Hauger (Coyne-Honda; 32.), die beide wie er selber Rookie auf dem Indianapolis Motor Speedway sind.

Mick Schumacher auf dem Indianapolis Motor Speedway

Vor dem "Fast Friday" wusste Mick Schumacher nicht so recht, was ihn erwartet

Foto: Penske Entertainment

Vor dem "Fast Friday" hatte Schumacher gesagt, dass er "nicht genau weiß, was mich erwartet" und er die rund 100 Zusatz-PS "einfach auf mich zukommen lassen will".

Bis einschließlich Donnerstag habe Schumacher "Baby-Schritte unternommen, um im Auto zunächst das Gefühl zu finden, das ich mir vorstelle". Jay Frye, bei Rahal Letterman Lanigan Racing der Teampräsident, lobt Schumachers Herangehensweise in den höchsten Tönen und bezieht sich dabei längst nicht nur auf die Indy-500-Trainingswoche.

Die Top 10 im Klassement der Runden in Alleinfahrt vom "Fast Friday" lauten: Scott McLaughlin (Penske-Chevrolet), Alex Palou (Ganassi-Honda), Rinus VeeKay (Juncos-Chevrolet), Alexander Rossi (Carpenter-Chevrolet), Christian Rasmussen (Carpenter-Chevrolet), Felix Rosenqvist (Shank-Honda), Conor Daly (Dreyer/Reinbold-Chevrolet), Patricio "Pato" O'Ward (McLaren-Chevrolet), David Malukas (Penske-Chevrolet) und Santino Ferrucci (Foyt-Chevrolet).

In den Qualifying-Segmenten am Samstag und am Sonntag müssen jeweils vier fliegende Runden am Stück in Alleinfahrt zurückgelegt werden, was am Freitag schon intensiv geprobt wurde.

Felix Rosenqvist

Felix Rosenqvist (Shank-Honda) fuhr mit Windschatten die schnellste Runde des Tages

Foto: Brandon Badraoui / Lumen via Getty Images

Der Vollständigkeit halber: Das offizielle FT4-Ergebnis, also die Tageswertung, in die auch die Runden mit Windschattenunterstützung einfließen, sieht abgesehen von Spitzenreiter Felix Rosenqvist außerdem Alexander Rossi und Scott McLaughlin in den Top 3.

Damit ist am Indianapolis Motor Speedway alles angerichtet für das zweitägige Qualifying. Weil in diesem Jahr exakt 33 Autos gemeldet sind, aber keine(s) darüber hinaus, gibt es am Sonntag kein Last-Row-Shootout um die Startplätze 31 bis 33. Es wird aber am Sonntag trotzdem drei Qualifying-Segmente geben, nachdem am Samstag das Q1-Segment über die Bühne gegangen ist.

Wie der neue Indy-500-Qualifying-Modus für 2026 im Detail funktioniert, und vieles mehr, lässt sich in unserer Übersicht zum Indy 500 der IndyCar-Saison 2026 nachlesen. So weit die Theorie. Allerdings ist die Wettervorhersage für Samstag noch schlechter als sie für den Freitag war. Wie viel Fahrbetrieb es am ersten der zwei Qualifying-Tage tatsächlich geben wird, bleibt abzuwarten.

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