Indy 500: Honda dominiert letzten Trainingstag vor dem Qualifying

Die Honda-Teams drücken dem "Fast-Friday" in Indianapolis den Stempel auf - Santino Ferrucci nach Crash vom Vortag wieder im Einsatz

Indy 500: Honda dominiert letzten Trainingstag vor dem Qualifying

Auf dem Indianapolis Motor Speedway sind in Vorbereitung auf das zweitägige Qualifying zur diesjährigen Auflage des Indy 500 die vier umfassenden Trainingstage zu Ende gebracht worden. Der Crash von Santino Ferrucci am Donnerstag ist weiterhin der einzige größere Zwischenfall. Am Freitag war Ferrucci wieder im Einsatz.

Am sogenannten "Fast Friday" wurde erstmals in dieser Woche mit erhöhtem Ladedruck der Turbomotoren von Chevrolet und Honda gefahren. Damit wurde erwartungsgemäß die bisherige Wochenbestzeit erzielt - wenngleich wie schon die drei vorherigen Tagesbestzeiten erneut mit Unterstützung eines Windschattens.

FOTOS: Freie Trainings zum 105. Indy 500

Allerdings spielte der Windschatten am Freitag eine untergeordnete Rolle. Denn der Großteil des Programms der Teams bestand aus Runden in Alleinfahrt. Hier und da erwischte der eine oder andere mal einen Windschatten. Das Fahren in großen Gruppen wie am Dienstag, Mittwoch, Donnerstag gab es am Freitag mit dem erhöhten Ladedruck aber nicht. Unter diesen neuen Vorzeichen drückten die Teams mit Honda-Motor dem Geschehen klar den Stempel auf.

Scott Dixon (Ganassi-Honda) war mit einem Durchschnittstempo von 233,302 Meilen pro Stunde (38,577 Sekunden) der Schnellste an der als FT5 gewerteten Sitzung uf dem 2,5-Meilen-Oval. Im vergangenen August hatte Marco Andretti den "Fast Friday" mit 233,491 Meilen pro Stunde angeführt.

Zum Vergleich: Im Mai 2019 wurden am "Fast Friday" für Conor Daly als dem Schnellsten "nur" 231,704 Meilen pro Stunde notiert. Das lag aber daran, dass der Ladedruck damals von 1,3 bar lediglich auf 1,4 bar erhöht wurde. Seit es den Aeroscreen gibt, wird auf 1,5 bar erhöht, um dem Gewichtsnachteil des Cockpitschutzes zumindest für die drei schnellsten Tage im Indy-500-Zeitplan entgegenzuwirken.

Alexander Rossi

Andretti-Pilot Alexander Rossi: Schnellster in Alleinfahrt ohne Windschatten

Foto: Motorsport Images

In der aufgrund des Tagesprogramms aussagekräftigeren Wertung der schnellsten Runden gänzlich ohne Windschatten-Unterstützung lag Alexander Rossi (Andretti-Honda) am Freitag mit 231,597 Meilen pro Stunde (38,861 Sekunden) an der Spitze.

Abgesehen von Rossi belegten in Alleinfahrt sieben weitere Fahrer mit Honda-Motor Top-10-Positionen in dieser Wertung: Graham Rahal (Rahal; 2.), Scott Dixon (Ganassi; 4.), Takuma Sato (Rahal; 5.), Colton Herta (Andretti; 6.), Marcus Ericsson (Ganassi; 7.), Alex Palou (Ganassi; 8.) und Santino Ferrucci (Rahal; 9.).

Die einzigen Fahrer von Chevrolet-Teams, die es ohne Windschatten unter die Top 10 geschafft hat: Patricio O'Ward für McLaren SP auf P3 und Ed Carpenter für sein eigenes Team Ed Carpenter Racing auf P10 dieser Wertung.

 

Im Tagesklassement, das zwar teilweise vom Windschatten verzerrt wurde, im Großen und Ganzen aber ähnlich aussieht wie die Wertung der Runden in Alleinfahrt, fuhren unterm Strich sogar neun Honda-Fahrer in die Top 10: Hinter dem Tagesschnellsten Scott Dixon waren es Herta (2.), Tony Kanaan (Ganassi; 3.), Ericsson (4.), Palou (5.), Rossi (7.), Sato (8.), Ed Jones (Coyne; 9.) und Ryan Hunter-Reay (Andretti; 10.).

ERGEBNIS: Trainings zum 105. Indy 500, Freitag

Der einzige Fahrer eines Chevrolet-Teams in den Top 10? Abermals McLaren-Pilot O'Ward (6.). Hingegen tat sich allen voran die Penske-Truppe - wie schon im August 2020 - mit dem erhöhten Ladedruck schwer. Speerspitze des Vierwagen-Teams von Roger Penske war am Freitag Josef Newgarden. Er kam aber nicht über P17 (ohne Windschatten) und P22 (mit Windschatten) hinaus. Simona de Silvestro im Penske-Satellitenteam Paretta Autosport belegte P30 beziehungsweise P32.

Santino Ferrucci

Santino Ferrucci rückte nach Crash am Vortag wieder im dritten Rahal-Honda aus

Foto: Motorsport Images

Alle 35 Piloten auf der Meldeliste waren am Freitag auf Strecke. Santino Ferrucci, der am Donnerstag den bisher einzigen Crash im Rahmen des 2021er Indy-500-Fahrbetriebs hatte, wurde noch am Abend aus dem Methodist-Krankenhaus entlassen. In dieses war der 22-Jährige zur genaueren Untersuchung einer möglichen Beinverletzung eingeliefert worden, hat von den Ärzten aber die Freigabe zum Fahren am Freitag erhalten.

"Meinem Bein geht es gut. Das wichtigere Bein ist hier ohnehin das rechte", sagte Ferrucci, kurz bevor er am Tag nach dem Unfall 21 Runden drehte, um sich auf P9 (ohne Windschatten) beziehungsweise P14 (mit Windschatten) einzureihen. Dies gelang ihm nicht etwa im Reserveauto, sondern mit dem vom Rahal-Team über Nacht wiederaufgebauten Einsatzauto. Beim Wiederaufbau des Autos legten auch die Crews von Ferruccis Teamkollegen Graham Rahal und Takuma Sato mit Hand an.

Zwei der insgesamt 35 Piloten werden am Sonntag den Sprung ins 33-köpfige Starterfeld verpassen. Derzeit hat es noch keine Auswirkung, aber zur Orientierung: Die zwei mit Abstand Langsamsten am Freitag waren Charlie Kimball (Foyt-Chevrolet) und R.C. Enerson (Top-Gun-Chevrolet), die in beiden Wertungen auf P34 und P35 abschlossen.

Das Qualifying geht an zwei Tagen über die Bühne. Am Samstag qualifizieren sich zunächst die neun schnellsten Piloten des Tages für das Top-9-Shootout (Sonntag). Indes werden die Startplätze 10 bis 30 direkt am Samstag fest vergeben.

Am Sonntag geht vor dem Top-9-Shootout (Startplätze 1 bis 9) erst noch das Last-Row-Shootout (Startplätze 31 bis 33) über die Bühne. In diesem kämpfen die fünf Langsamsten vom Samstag um die drei hinteren Plätze in der Startaufstellung für das Rennen.

Für alle Quali-Runs am Samstag und am Sonntag gilt, dass vier fliegende Runden am Stück gefahren werden müssen.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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