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IndyCar Indy 500

Indy 500: Penske führt Chevrolet-Dominanz am "Fast Friday" an

Chevy am ersten Tag mit mehr Ladedruck klar vor Honda: Josef Newgarden mit Freitagsbestwert auf vier Runden am Stück - Crash mit Flugeinlage von Nolan Siegel

Indy 500: Penske führt Chevrolet-Dominanz am "Fast Friday" an

Entgegen der schlechten Wettervorhersage vom Donnerstag konnte am Freitag der Trainingswoche zum Indy 500 der IndyCar-Saison 2024 nicht nur überhaupt gefahren werden. Es wurden letztlich sogar alle sechs vorgesehenen Stunden Freies Training am "Fast Friday" absolviert.

FOTOS: Freies Training zum 108. Indy 500

Der angekündigte Regen ließ sich am Freitag nur am Vormittag blicken. Am Nachmittag, als der Indianapolis Motor Speedway von 12:00 bis 18:00 Uhr Ortszeit (18:00 Uhr bis Mitternacht MESZ) für Trainingsrunden offenstand, war es zwar stark bewölkt, aber komplett trocken. Zwar brauten sich am Nachmittag in der Nähe des Indianapolis Motor Speedway noch Regenschauer zusammen. Die aber zogen südlich vorbei.

Das Ergebnis sind die bisher schnellsten Rundenzeiten der Woche. Das freilich liegt nicht nur am Wetter, sondern auch daran, dass der Freitag der erste von drei Tagen war, an denen die IndyCar-Turbomotoren mit 1,5 statt 1,3 bar Ladedruck gefahren wurden. In Motorleistung ausgedrückt entspricht das Plus knapp 100 PS. Und unter diesen (planmäßig) veränderten Vorzeichen hinterließ Chevrolet den deutlich stärkeren Eindruck als Honda.

Zwischenfälle, in Form von Unfällen wie am Donnerstag, gab es auch am Freitag. Ein Crash von Nolan Siegel (Coyne-Honda) nach gut eineinhalb Stunden, bei dem das Auto kurzzeitig Bodenkontakt verlor, ging glimpflich aus.

Herta und Larson im Tagesklassement vorne, aber ...

Schnellster am Freitag auf eine einzelne Runde gesehen war Colton Herta (Andretti-Honda). Allerdings bekam er zum Zeitpunkt, als er den Bestwert setzte, einen unfreiwilligen Windschatten von Graham Rahal (Rahal-Honda; 30.).

Eigentlich wollte Herta knapp eineinhalb Stunden vor Schluss des Tages eine Qualifying-Simulation, also vier zusammenhängende Runden in Alleinfahrt, drehen. Doch Rahal wurde zu einem ungünstigen Zeitpunkt auf das Oval geschickt und spendierte Herta einen Windschatten, den der Andretti-Pilot gar nicht haben wollte. Deshalb brach er den geplanten Vier-Runden-Versuch direkt ab.

Colton Herta

Colton Herta (Andretti-Honda): Im Tagesergebnis auf P1, aber nicht repräsentativ

Foto: Motorsport Images

Der Vollständigkeit halber: Hertas Rundenzeit war 38,302 Sekunden. Das entspricht 234,974 Meilen pro Stunde (378,073 km/h). Was für Colton Herta gilt, nämlich dass er unfreiwillig einen Windschatten erwischte, das gilt auch für den Zweitschnellsten im Tagesklassement: NASCAR-Star und Indy-500-Rookie Kyle Larson (McLaren/Hendrick-Chevrolet).

ERGEBNIS: Trainingstag 4 zum 108. Indy 500 - mit Windschatten

Der tatsächlich Schnellste in Alleinfahrt, also ohne Windschatten, war aber Josef Newgarden (Penske-Chevrolet) mit einer Zeit von 38,418 Sekunden, was 234,260 Meilen pro Stunde (376,924 km/h) entspricht.

ERGEBNIS: Trainingstag 4 zum 108. Indy 500 - ohne Windschatten

Schnellster auf vier zusammenhängenden Runden war ebenfalls Newgarden mit einem nur unwesentlich langsameren Schnitt von 234,063 Meilen pro Stunde (376,607 km/h). Das zeigt die bemerkenswert starke Konstanz, die der Penske-Pilot über vier Runden am Stück abrufen konnte.

 

In der Vier-Runden-Wertung, die mit Blick auf das Qualifying am Wochenende die relevantere ist, führte Newgarden letztlich das komplette Penske-Trio an. Direkt hinter ihm klassierten sich seine Teamkollegen Scott McLaughlin und Will Power, gefolgt von Alexander Rossi und Patricio O'Ward (beide McLaren). Somit waren die Top 5 der Vier-Runden-Wertung komplett in Hand von Chevrolet.

In den Top 10 der Vier-Runden-Wertung finden sich sogar acht Chevrolet-Fahrer, nämlich auch Agustin Canapino (Juncos), Santino Ferrucci (Foyt) und Kyle Larson (McLaren) schafften es dorthin. Die einzigen Honda-Fahrer in den Top 10 der Qualifying-Simulationen: Felix Rosenqvist (Shank) und Kyle Kirkwood (Andretti).

Probleme bei Honda: Kein Speed und nicht perfekte Zuverlässigkeit

Am unteren Ende der 34-köpfigen Zeitenliste des "Fast Friday" (Einzelrunden) findet sich eine ganze Reihe von Honda-Fahrern. Bei den zwei Langsamsten handelte es sich bis eine gute Stunde vor Schluss um keine Geringeren als Marcus Ericsson (Andretti-Honda) und Takuma Sato (Rahal-Honda), die das Indy 500 zusammengerechnet dreimal gewonnen haben.

Ericsson, der am Donnerstag einen Crash in Turn 4 unverletzt überstanden hatte, saß am Freitag im Ersatzauto. An diesem gab es lange Zeit Nachholbedarf, was das Feintuning betrifft. Mit seinem letzten Versuch eine gute halbe Stunde vor Schluss fuhr sich Ericsson in der Zeitenliste von P33 auf P22 nach vorn, mehr aber nicht.

Im Gegensatz zu Ericsson saß dessen schwedischer Landsmann Linus Lundqvist, der am Donnerstag mit seinem Ganassi-Honda ebenfalls einen Crash hatte, am Freitag im wiederaufgebauten Einsatzauto, nicht im Reserveauto. Lundqvist reihte sich im Tagesklassement auf P28 ein.

Aber im Honda-Lager hatte man am "Fast Friday" nicht nur Schwierigkeiten, auf Tempo zu kommen. Auch die Zuverlässigkeit war nicht perfekt. Der Honda-Motor im Heck des gelben #10 Ganassi-Boliden von Alex Palou gab auf einem seiner Vier-Runden-Versuche Rauchzeichen.

 

Es folgte eine der routinemäßigen Streckeninspektionen, um sicherzugehen, dass kein Öl auf der Fahrbahn verteilt wurde. Für Palou, den IndyCar-Titelverteidiger, aktuellen Tabellenführer und letztjährigen Indy-500-Polesetter, war die Konsequenz, dass der Motor gewechselt werden musste. Das gelang der Ganassi-Crew bemerkenswerterweise in rund eineinhalb Stunden. Im Tagesklassement belegte Palou, der kurz vor Schluss einen Vier-Runden-Versuch mit dem neuen Motor fuhr, trotzdem nur P24.

Auch Pietro Fittipaldi (Rahal-Honda; 29.) musste im Verlauf des Tages einen Vier-Runden-Versuch aufgrund von Problemen im Motorumfeld abbrechen. Wie sich herausstellte, machte der Turbolader Schwierigkeiten. Ein Motorwechsel konnte in seinem Fall aber vermieden werden.

Und auch am Auto von Takuma Sato gab es Schwierigkeiten. Der zweimalige Indy-500-Sieger brach mehrere Quali-Simulationen ab, weil er mit dem Handling des #75 Rahal-Honda (nur für das Indy 500 gemeldet) nicht zufrieden war. Aber: Nachdem er stundenlang als 34. geführt worden war, schaffte es Sato am Schluss noch deutlich nach vorne und schloss im Tagesklassement auf P9 ab.

Crash von Nolan Siegel endet glimpflich

Nach gut eineinhalb der sechs Stunden sorgte ein Crash von Rookie Nolan Siegel (Coyne-Honda; 34.) für die einzige Gelbphase des Tages aufgrund eines Zwischenfalls. In Turn 2 bekam das Auto Übersteuern. Nach Einschlag in die äußere Streckenbegrenzung verlor es den Bodenkontakt. Mit der linken Seite und mit dem Cockpitschutz Aeroscreen voran landete der weitestgehend sponsorlose Bolide auf dem Asphalt.

"Es geht mir gut. Es geht mir gut", funkte Siegel, unmittelbar nachdem das Wrack zum Stillstand gekommen war und er kopfüber noch angeschnallt war. Der 19-jährige Kalifornier, der in diesem Jahr neben ausgewählten IndyCar-Rennen die volle Saison in der Indy-NXT-Serie (vormals Indy-Lights) fährt, ist der jüngste Fahrer im 34-köpfigen Feld auf dem Indianapolis Motor Speedway.

 

Nachdem er im Medical-Center der Strecke durchgecheckt wurde, sagte Siegel im NBC-Interview: "Ich hatte schlagartig Übersteuern. Das konnte ich zunächst abfangen, aber dann ist mir das Auto doch ausgebrochen und hat sich gedreht. Warum, das weiß ich nicht."

"Es tut mir leid für das Team, das so lange so schwer gearbeitet hat. Ich habe es weggeschmissen, was mich überhaupt nicht glücklich macht. Schauen wir mal, ob wir uns morgen für das Rennen qualifizieren können. Das war auf jeden Fall ein Rückschlag, den wir nicht gebraucht hätten. Es tut mir leid", so Siegel.

Nolan Siegel

Nolan Siegel ist mit 19 Jahren der Jüngste im diesjährigen Indy-500-Feld

Foto: Penske Entertainment

In der IndyCar-Serie hat Siegel bislang ein Rennen bestritten, aber kein Ovalrennen, sondern das Stadtrennen in Long Beach vor vier Wochen. Der Teenager teilt sich den #18 Coyne-Honda im Saisonverlauf mit Jack Harvey, aber ausgerechnet für das Indy 500 hat nicht etwa der Routinier aus Großbritannien den Zuschlag erhalten, sondern der Rookie aus dem US-Bundesstaat Kalifornien.

Qualifying: Vorentscheidungen Samstag, Entscheidungen Sonntag

Auf dem Indianapolis Motor Speedway geht es nach vier Trainingstagen, von denen einzig der Freitag gemäß Zeitplan durchgezogen werden konnte, nun ins zweitägige Qualifying. An beiden Tagen (Samstag und Sonntag) besteht ein Quali-Versuch darin, vier schnelle Runden am Stück zu fahren. Selbstredend geht es im Qualifying um die Startplätze für das Rennen, welches erst am darauffolgenden Sonntag (26. Mai) auf dem Plan steht.

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Am Samstag des unmittelbar bevorstehenden Qualifying-Wochenendes werden bereits die Startplätze 13 bis 30 fest vergeben. Die übrigen Startplätze - also P1 bis P12 sowie P31 bis P33 - werden erst am Sonntag ermittelt. Bezogen auf die Top-12-Startplätze passiert das in zwei Etappen.

Das erste von drei Quali-Segmenten am Sonntag (Top-12-Shootout) bestimmt aus den Top 12 vom Samstag die Startplätze P7 bis P12. Im Anschluss fahren die vier Langsamsten vom Samstag in einem eigenen Quali-Segment (Last-Row-Shootout) die drei Plätze in der letzten Startreihe (P31 bis P33) aus. Das heißt, der Langsamste dieser Viergruppe wird der einzige sein, der den Sprung ins Starterfeld für das Rennen verpasst.

Und zum Schluss geht es im letzten der drei Quali-Segmente des Sonntags (Top-6-Shootout) um die ersten sechs Startplätze inklusive der prestigeträchtigen Pole. Antreten werden die Top 6 des Top-12-Shootouts. Die müssen nicht zwangsläufig den Top 6 vom Samstag entsprechen.

Die Wettervorhersage für sowohl Samstag als auch Sonntag ist gut. Sie lässt für keinen der beiden Tage Regen erwarten, aber höhere Temperaturen als bisher.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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