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Analyse

IndyCar: Das wahre Tempo von Mick Schumacher im Detail

Mick Schumachers Resultate bei den IndyCars sind noch kein Grund zum Jubeln - Doch wie sieht es mit dem Speed aus? - Auswertung Phoenix, Arlington und Barber

Großer IndyCar-Zeitencheck: So schnell war Mick Schumacher wirklich

Mick Schumacher wartet bislang noch auf den großen IndyCar-Durchbruch

Foto: Gavin Baker / Lumen via Getty Images

Mick Schumacher hat nach vier Rennen in der IndyCar-Serie bislang einen 18. Platz aus Phoenix als bestes Resultat zu Buche stehen, ist mit 31 Punkten Letzter in der Gesamtwertung und liegt auch bei den Rookies hinten. Natürlich erzählen die Zahlen aber nur die halbe Geschichte.

Bislang hat Mick Schumacher sich eigentlich nur in einem Rennen selbst aus der Entscheidung genommen, nämlich in Arlington. In allen anderen Rennen kamen externe Faktoren hinzu: Ein unverschuldeter Unfall in St. Petersburg, ein vermasselter Boxenstopp in Phoenix und eine fragwürdige Reifenstrategie in Birmingham (Barber Motorsports Park).

Was sagen die Rennzeiten von Mick Schumacher in der IndyCar-Serie aus? Natürlich haben wir keine Rennzeiten aus St. Petersburg vorliegen, da Schumacher ja nur vier Kurven weit gekommen ist. In den anderen Rennen ist er aber die gesamte Renndistanz durchgefahren.

Wir schauen uns also von den Rennen in Phoenix, Arlington und Birmingham die 60 Prozent schnellsten Rennrunden an, um die Frage zu beantworten, wie schnell Mick Schumacher bislang im Rennen gefahren ist.

Phoenix: Aller Oval-Anfang ist schwer

Mit dem sensationellen vierten Startplatz hat der Sohn von Formel-1-Legende Michael Schumacher die Erwartungen wahrscheinlich etwas zu hochgeschraubt. Er schob diesen Erfolg auf kindliche Unbekümmertheit im Oval, schließlich hatte er als erster Fahrer in der Qualifikation nichts zu verlieren.

Im Rennen wurde er dann am Start schnell bis auf den zehnten Platz durchgereicht, auf dem er sich dann stabilisierte. Der verkorkste Boxenstopp wegen eines defekten Schlagschraubers warf ihn dann aus der Führungsrunde. Zwar darf sich ein Fahrer gegen die Überrundung durch den Führenden erwehren, gegen die weiteren Fahrer aber nicht mehr. Deshalb musste er immer wieder Fahrer vorbeilassen.

Durchschnittszeiten beste 150 Runden Phoenix Raceway:

1. Pato O'Ward - 23,2924 Sekunden

2. Christian Rasmussen - 23,3151

3. Josef Newgarden - 23,3283

...

20. Mick Schumacher - 23,7539

Die komplette Tabellen gibt es am Ende des Artikels. IndyCar rechnet mit vier Nachkommastellen.

Schumacher ließ in dieser Statistik noch seinen Rookie-Kollegen Caio Collet und Sting Ray Robb hinter sich. Alex Palou und Louis Foster schieden so früh aus, dass sie in dieser Statistik nicht auftauchen.

Insgesamt bleibt also bei den Rundenzeiten nur der drittletzte Platz für Mick Schumacher. angesichts der starken Qualifying-Leistung und den vielversprechenden ersten Runden eine leicht ernüchternde Bilanz, selbst unter Betrachtung der Tatsache, dass er überrundet war.

Arlington: Verpasste Chance

Mick Schumacher gehörte zu ein paar Fahrern im Feld, die auf eine Gelbphase spekulierten. Diese bekamen sie zwar, aber erst ganz am Ende des Rennens, als es ihnen nichts mehr half. Schumacher und ein paar andere Fahrer kamen daher in den letzten Runden noch einmal an die Box, um frische Reifen zu holen.

Sie hatten daraufhin ein Auto quasi im Qualifying-Trimm und würden in der reinen Durchschnitts-Statistik besser aussehen als sie es wirklich waren. Daher haben wir nur die ersten 60 Runden des Rennens betrachtet, um für diese Drittvariable zu korrigieren. Aber auch so steht Schumacher stärker da als in Phoenix.

Durchschnittszeiten beste 36 Runden Streets of Arlington (Runde 1-60):

1. Kyle Kirkwood - 1:35.4578 Minuten

2. Alex Palou - 1:35.7667

3. Marcus Ericsson - 1:35.7833

...

14. Mick Schumacher - 1:36.3436

Immerhin elf Fahrzeuge lässt Schumacher im Durchschnitt hinter sich. Natürlich hatte er aufgrund seiner frühen Durchfahrtsstrafe viel freie Fahrt, während andere Fahrzeuge in Kämpfe verwickelt waren. Dennoch ist die Kollision doppelt ärgerlich, denn vom reinen Speed her war Arlington das Rennen, in dem Mick Schumacher vom Tempo her am meisten hätte reißen können.

Barber: Strategie hinterlässt Spuren

Die seltsame Strategie von Rahal Letterman Lanigan Racing (RLL), ihn dreimal auf den unvorteilhaften weichen Reifen rauszuschicken, macht sich auch in der Durchschnittszeit bemerkbar. Schumacher kommt in der Statistik nur auf den drittletzten Platz.

Durchschnittszeiten beste 49 Runden Barber Motorsports Park:

1. Alex Palou - 1:09.3053 Minuten

2. Christian Lundgaard - 1:09.3839

3. Graham Rahal - 1:09.4228

...

23. Mick Schumacher - 1:10.1779

Langsamer als Schumacher waren nur Louis Foster und Sting Ray Robb. Trotzdem kam Robb vor Schumacher ins Ziel, weil Mick offenbar bei einem Boxenstopp den Motor abwürgte, was die Kameras nicht erfassten.

Generell entsprechen die Zeiten im Barber Motorsports Park größtenteils den Endpositionen, weil das Rennen komplett über die Bühne ging und Überholen auf der Strecke in Alabama traditionell schwierig ist. Hätte Mick Schumacher den Einzug ins Q2 geschafft, hätte das Rennen auch gnz anders laufen können. Doch er scheiterte knapp, obwohl er eine ausgesprochen schwere Gruppe in Q1 hatte.

Fazit: Luft nach oben

Insgesamt bleibt also das Arlington-Rennen, das hinsichtlich des Speeds bei Mick Schumacher etwas Hoffnung macht. In den anderen beiden Rennen lag er im hinteren Feld.

Die Zeiten zeigen auch, wie eng die IndyCar-Serie zusammenliegt. Vom ersten bis zum Letzten liegt in den Durchschnittszeiten weniger als eine Sekunde. Sekundenbruchteile können ganze Startreihen im Qualifying bedeuten.

Und hier liegt noch Potenzial: Viel ist es nicht, was Mick Schumacher fehlt. Und als Rookie hat er noch weit mehr Entwicklungspotenzial als alteingesessene Fahrer. Sein Beispiel zeigt auch eindrucksvoll, wie schwierig der Einstieg in Amerikas Top-Formelserie geworden ist.

Anhang: Komplette Tabellen

Phoenix

1. 5 - O'Ward, Pato - 23,2924 Sekunden

2. 21 - Rasmussen, Christian - 23,3151

3. 2 - Newgarden, Josef - 23,3283

4. 27 - Kirkwood, Kyle - 23,3360

5. 12 - Malukas, David - 23,3479

6. 20 - Rossi, Alexander - 23,3800

7. 26 - Power, Will - 23,4290

8. 15 - Rahal, Graham - 23,4314

9. 3 - McLaughlin, Scott - 23,4433

10. 66 - Armstrong, Marcus - 23,5015

11. 9 - Dixon, Scott - 23,5264

12. 7 - Lundgaard, Christian - 23,6237

13. 14 - Ferrucci, Santino - 23,6310

14. 60 - Rosenqvist, Felix - 23,6595

15. 19 - Hauger, Dennis (R) - 23,6840

16. 76 - VeeKay, Rinus - 23,6875

17. 28 - Ericsson, Marcus - 23,6877

18. 8 - Simpson, Kyffin - 23,6910

19. 6 - Siegel, Nolan - 23,7327

20. 47 - Schumacher, Mick (R) - 23,7539

21. 77 - Robb, Sting Ray - 23,8352

22. 4 - Collet, Caio (R) - 23,8734

Arlington

1. 27 - Kirkwood, Kyle - 1:35.4578 Minuten

2. 10 - Palou, Alex - 1:35.7667

3. 28 - Ericsson, Marcus - 1:35.7833

4. 5 - O'Ward, Pato - 1:35.9509

5. 9 - Dixon, Scott - 1:35.9782

6. 8 - Simpson, Kyffin - 1:36.0095

7. 12 - Malukas, David - 1:36.0671

8. 7 - Lundgaard, Christian - 1:36.1072

9. 66 - Armstrong, Marcus - 1:36.1808

10. 26 - Power, Will - 1:36.2102

11. 6 - Siegel, Nolan - 1:36.2343

12. 4 - Collet, Caio (R) - 1:36.2674

13. 19 - Hauger, Dennis (R) - 1:36.3143

14. 47 - Schumacher, Mick (R) - 1:36.3436

15. 45 - Foster, Louis - 1:36.3616

16. 76 - VeeKay, Rinus - 1:36.3885

17. 60 - Rosenqvist, Felix - 1:36.4157

18. 15 - Rahal, Graham - 1:36.4562

19. 3 - McLaughlin, Scott - 1:36.4767

20. 18 - Grosjean, Romain - 1:36.4880

21. 14 - Ferrucci, Santino - 1:36.5182

22. 2 - Newgarden, Josef - 1:36.5683

23. 20 - Rossi, Alexander - 1:36.6178

24. 21 - Rasmussen, Christian - 1:36.6286

25. 77 - Robb, Sting Ray - 1:36.7425

Birmingham

1. 10 - Palou, Alex - 1:09.3053 Minuten

2. 7 - Lundgaard, Christian - 1:09.3839

3. 15 - Rahal, Graham - 1:09.4228

4. 12 - Malukas, David - 1:09.5990

5. 27 - Kirkwood, Kyle - 1:09.6262

6. 66 - Armstrong, Marcus - 1:09.6568

7. 9 - Dixon, Scott - 1:09.6801

8. 14 - Ferrucci, Santino - 1:09.8180

9. 76 - VeeKay, Rinus - 1:09.8427

10. 28 - Ericsson, Marcus - 1:09.8485

11. 18 - Grosjean, Romain - 1:09.8808

12. 26 - Power, Will - 1:09.8977

13. 2 - Newgarden, Josef - 1:09.9160

14. 20 - Rossi, Alexander - 1:09.9329

15. 3 - McLaughlin, Scott - 1:09.9894

16. 5 - O'Ward, Pato - 1:09.9927

17. 8 - Simpson, Kyffin - 1:10.0076

18. 6 - Siegel, Nolan - 1:10.0127

19. 60 - Rosenqvist, Felix - 1:10.0179

20. 4 - Collet, Caio (R) - 1:10.0250

21. 21 - Rasmussen, Christian - 1:10.1198

22. 19 - Hauger, Dennis (R) - 1:10.1686

23. 47 - Schumacher, Mick (R) - 1:10.1779

24. 45 - Foster, Louis - 1:10.2078

25. 77 - Robb, Sting Ray - 1:10.2113

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