Rennbericht
IndyCar Laguna Seca
IndyCar Laguna Seca: Mick Schumacher nach vier Stopps abgeschlagen
In seinem letzten Rennen bei RLL fährt Mick Schumacher eine Strategie wie Champ Alex Palou, für beide geht sie nicht auf - Scott McLaughlin beendet Durststrecke
Mario Fritzsche
Bearbeitet: 07.09.2026, 00:28
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Enttäuschendes Saisonfinale 2026 für Mick Schumacher in Laugna Seca
Foto: Perry Nelson / Lumen via Getty Images
Mick Schumacher ist im letzten Rennen seiner Rookie-Saison in der IndyCar-Serie mit großem Rückstand als Letzter in der Führungsrunde ins Ziel gekommen.
Das Saisonfinale auf dem Laguna Seca Raceway bei Monterey im US-Bundesstaat Kalifornien war für Schumacher der letzte Einsatz in Diensten von Rahal Letterman Lanigan Racing (RLL). Eine gegenüber dem Großteil des Feldes abweichende Vierstoppstrategie mit Boxenstopps in den Runden 17, 33, 48, 70 ging für ihn nicht auf.
Nach P15 im Qualifying, woraus in der Startaufstellung aufgrund von Gridstrafen (Caio Collet und Marcus Ericsson) Startplatz 13 wurde, fuhr Schumacher in der Anfangsphase des Rennens knapp außerhalb der Top 10. Dann aber kämpte er mit hohem Reifenverschleiß. Die für die 95-Runden-Distanz gewählte Strategie mit vier Boxenstopps warf ihn unterm Strich so weit zurück, dass er letztlich nicht über Platz 22 hinauskam.
Vor dem Start des Saisonfinales hatte Schumacher, der 2027 für Meyer Shank Racing antreten wird, noch eine kleine Chance, punktbester Rookie des Jahres 2026 zu werden. Daraus wurde für ihn aber trotz eines frühen Ausfalls von Dennis Hauger (Coyne-Honda) ebenso nichts wie für Caio Collet (Foyt-Chevrolet), den dritten Rookie im 25-köpfigen Feld der IndyCar-Stammpiloten 2026.
Dennis Hauger gewinnt trotz Ausfall die Rookie-Wertung
Dennis Hauger, der als Spitzenreiter der Rookie-Wertung mit 18 Punkten Vorsprung auf Mick Schumacher nach Laguna Seca gekommen war, startete nach zähem Qualifying nur von P24 und somit als Vorletzter. Im Rennen kam es noch dicker.
Direkt in der ersten Runde wurde Hauger bei der Anfahrt von Kurve 6 von Sting Ray Robb (Juncos-Chevrolet) über den Haufen gefahren und war aus dem Rennen. Robb kassierte eine zehnsekündige Stop-and-Hold-Penalty, setzte das Rennen abgesehen davon aber fort. Er fuhr schließlich mit einer Runde Rückstand auf P23 als Vorletzter ins Ziel.
"Der Kerl hinter mir muss wohl für einen Moment seine Augen geschlossen haben", zuckte Hauger nach seinem unverschuldeten frühen Ausfall mit den Schultern, als er vom TV-Sender Fox interviewt wurde. Zu diesem Zeitpunkt wusste der Norweger noch nicht, dass er rund zwei Stunden später sowohl den Rookie-Titel als auch den rettenden Tabellenplatz 22 im Leaders Circle sicher haben würde.
Caio Collet, der mit 30 Punkten Rückstand als Dritter der Rookie-Wertung zum Saisonfinale gekommen war, beendete das Rennen nach Gridstrafe aufgrund von Motorwechsel (Startplatz 18) schließlich auf P20, zwei Positionen vor Schumacher, was für den Brasilianer aber nicht reicht, um den Deutschen nach Punkten zu überholen.
Scott McLaughlin beendet zweijährige Durststrecke
Polesetter Scott McLaughlin (Penske-Chevrolet) gewann den Start vor dem neben ihm aus Reihe 1 losgefahrenen Titelträger Alex Palou (Ganassi-Honda). Abgesehen von der frühen ersten Gelbphase - aufgrund der Kollision zwischen Dennis Hauger und Sting Ray Robb in der ersten Runde - lief das 95-Runden-Rennen unter Grün.
McLaughlin kontrollierte das Geschehen nach Belieben und gab die Führung nur während seiner drei routinemäßigen Boxenstopps kurzzeitig ab.
Alex Palou fiel nach dem ersten Stint zurück und setzte als zeitlich Erster im Rennen auf eine Vierstoppstrategie. Diese ging für den fünfmaligen IndyCar-Champion ebenso nach hinten los wie für Mick Schumacher.
Palou kam immerhin noch auf P8 ins Ziel, was für ihn auf seiner erklärten Lieblingsstrecke aber trotzdem eine Enttäuschung ist. Dennoch: Die Donuts nach der Zieldurchfahrt zusammen mit Sieger McLaughlin ließ sich Champion Palou nicht nehmen.
Für Scott McLaughlin, der das Rennen souverän gewonnen hat, ist damit eine Durststrecke von 35 sieglosen Rennen zu Ende gegangen. Zuletzt gewonnen hatte er in der Saison 2024 im Sonntagsrennen des Double-Headers in Milwaukee. Jetzt, etwas mehr als zwei Jahre später, hat er es endlich wieder in die Victory Lane geschafft - zum ersten Mal seit der Geburt seiner Tochter Lucy im Oktober 2024.
Kyle Kirkwood holt Vizetitel - Alex Rossi auf dem Podium
Den zweiten Platz sowohl im Rennen als auch in der finalen IndyCar-Gesamtwertung 2026 hat sich Kyle Kirkwood (Andretti-Honda) gesichert. Im Kampf um den Vizetitel hat er damit Christian Lundgaard (McLaren-Chevrolet) noch abgefangen.
Lundgaard ging nach Gridstrafe von P11 ins Rennen und kam auf P6 ins Ziel. Das reichte für den Dänen in seinem letzten Rennen als McLaren-Pilot zwar zum dritten Tabellenplatz vor Teamkollege Patricio "Pato" O'Ward, aber gegenüber Kirkwood muss er sich knapp nach Punkten geschlagen geben.
Auf dem dritten Platz im Rennen kam Alexander Rossi (Carpenter-Chevrolet) ins Ziel. Für ihn ist es der erste Podestplatz zwei Laguna Seca 2024. Damals fuhr er noch für McLaren. Seit er zu Beginn der Saison 2025 ins Team von Ed Carpenter gekommen ist, hatte es Rossi noch nicht wieder auf das Podium geschafft. Das hat er nun beim Saisonfinale 2026 behoben.
Scott Dixon (Ganassi-Honda) hat sein nach 25 Jahren letztes Rennen in Diensten von Chip Ganassi Racing von Startplatz 16 kommend auf P17 beendet (Ergebnis: IndyCar-Saisonfinale 2026 in Laguna Seca).
Sechs Monate Winterpause bis zum Saisonauftakt 2027
Damit ist die IndyCar-Saison 2026 in den Büchern. Der Champion in der Fahrerwertung ist Alex Palou, und das zum fünften Mal in nur sechs Jahren. Noch mehr IndyCar-Titel als der gerade mal 29 Jahre junge Spanier haben lediglich zwei Fahrer geschafft: Scott Dixon mit sechs und Rekordhalter A.J. Foyt mit sieben. In der Motorenwertung ist Honda der Titelträger 2026. In der Rookie-Wertung hat sich Dennis Hauger durchgesetzt (IndyCar-Gesamtwertung 2026 nach 18 von 18 Rennen).
Die IndyCar-Saison 2027 beginnt am 7. März auf dem Stadtkurs in St. Petersburg (Florida). Offiziell verlautbart wurden bislang lediglich die ersten acht Renntermine der neuen Saison. Der komplette IndyCar-Kalender 2027 wird in den kommenden Wochen erwartet.
Abgesehen davon wird es in den kommenden Wochen und Monaten noch die eine oder andere Fahrerbekanntgabe geben. Der Großteil der Cockpits für 2027 ist allerdings schon vergeben. Der spektakulärste Wechsel ist jener von Scott Dixon. Der sechsmalige IndyCar-Champion wechselt nach einem Vierteljahrhundert bei Chip Ganassi Racing die Fronten und geht 2027 für McLaren an den Start.
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