IndyCar Markham 2026: Mick Schumacher scheidet nach Unfall aus
Vorzeitiges Aus für Mick Schumacher in Markham - Nach einer starken Startphase landet der deutsche RLL-Pilot auf dem Stadtkurs in der Mauer
Mick Schumacher verunfallte beim IndyCar-Rennen in Markham
Foto: Lumen Lumen
Mick Schumacher (RLL-Honda; DNF) hat ein vielversprechendes Rennwochenende in Markham in Kanada mit einem Unfall beendet. Der Sohn von Formel-1-Legende Michael Schumacher verunfallte ohne Fremdeinwirkung in der 14. von 90 Runden auf dem Straßenkurs.
Damit endete ein Rennen, das stark begonnen hatte. In der Startphase arbeitete er sich vom zehnten Startplatz aus an seinem Teamkollegen Graham Rahal (RLL-Honda; 9.) vorbei und lag damit auf Platz neun. Nach 13 Runden ging überraschend Rinus "VeeKay" van Kalmthout (Juncos-Chevrolet) an die Box und spülte Schumacher damit auf P8 vor. VeeKay hätte den Platz vermutlich nicht halten können, da er im Verkehr landete.
Dann rauschte Schumacher in Kurve 4 in der 14. Runde plötzlich geradeaus. Er bestätigt, dass es ein Fahrfehler gewesen ist. Er berührte die Mauer mit dem kurveninneren Rad und schlug anschließend außen ein.
"Wir haben nicht einmal richtig gepusht. Wir hatten ein wirklich gutes Auto. Ich habe einfach auf meine Chance gewartet bin der Mauer etwas näher gekommen, als ich wollte", sagt der 27-Jährige.
"Ehrlich gesagt fühlt sich jede Runde auf dieser Strecke heikel an. Aber es hat sich nicht unbedingt heikler angefühlt als in den Runden zuvor. Im Gegenteil: Es hat sich wirklich gut angefühlt, das Auto war großartig."
Schumacher kritisiert die Mauern auf dem Stadtkurs in Markham, der hastig in der Nacht von Freitag auf Samstag fertiggestellt wurde: "Leider haben wir hier keine abgerundeten Mauern. Normalerweise kann man sie ein bisschen streifen, aber hier wird sofort das Lenkrad gerade geschleudert und man fährt geradeaus in die Mauer."
"Ich denke, das Rennen zu beenden, gehört zu den wichtigsten Dingen im Rennsport. Besonders heute, wo wir so ein gutes Auto hatten, hätten wir ein paar ordentliche Punkte mitnehmen können. Ja, in der Mauer zu landen, ist definitiv nicht ideal. Jetzt müssen wir nach vorn schauen auf Washington."
Schumacher war nicht der einzige Pilot von Rahal Letterman Lanigan Racing, der verunfallte. In der 43. Runde schied Louis Foster (RLL-Honda; DNF) in Kurve 3 mit einem Unfall aus, der wie eine exakte Kopie von Schumachers Unfall wirkte. Für Foster ist es noch bitterer, denn er war als Polesetter realer Siegkandidat.
Der Brite schließt sich Schumachers Kritik an den Mauern an: "Es ging so schnell. Ich habe versucht, an Marcus [Ericsson] vorbeizukommen, und dachte, ich hätte genug Abstand zur Mauer gelassen. Ich war fast zur Hälfte um die Kurve, aber da wir hier keine abgerundeten Mauern haben, stoßen wir einfach an die Kanten. Wir Fahrer haben uns nicht ohne Grund über diese Mauern bereits beschwert."
In der zweiten Rennhälfte kopierte dann auch noch Stadtkurs-Spezialist Kyle Kirkwood (Andretti-Honda; DNF) denselben Unfall und löste damit die fünfte von sechs Gelbphasen in einem chaotischen Rennen aus, dessen Vorfälle Bücher füllen könnten.
Auch Kirkwood nimmt Stellung zu den Mauern: "Ich dachte eigentlich, ich wäre safe, aber die Mauern hier haben keinen Radius. Deshalb stehen einige Stellen wie Krokodilzähne hervor. Ich habe so einen erwischt. Aber es ist für alle gleich, deshalb geht das auf mich."
Ericsson siegt mit irrer Strategie
Den Sieg im Rennen holte sensationell Marcus Ericsson (Andretti-Honda; 1.), der eigentlich schon erledigt schien, als er in der vorletzten Gelbphase für den Kirkwood-Crash nicht stoppte. Doch Andretti Global hatte einen Plan, denn das Auto hatte einen überragenden Speed, den der Schwede auch umzusetzen wusste. (Rennergebnis)
Es brauchte etwas Glück, das Ericsson zunächst nicht zu haben schien. Denn es gab noch eine sechste Gelbphase, als Josef Newgarden (Penske-Chevrolet; 13.) in der Spitzkehre umgedreht wurde. Damit verlor Ericsson die Möglichkeit, eine Lücke zu öffnen.
Doch das letzte Drittel des Rennens ging dann ohne weitere Gelbphase über die Bühne. Ericsson konnte mit überragendem Speed - zeitweise war er bis zu drei Sekunden schneller als der Rest des Feldes - einen Vorsprung herausfahren. Nach dem Stopp kam er als Fünfter auf die Strecke zurück.
Dann begann die sehenswerte Aufholjagd. Anders als die Fahrzeuge vor ihm musste sich Ericsson keine Sorgen um das Spritmanagement machen, außerdem hatte er frischere Reifen. Ein Gegner nach dem anderen fiel seinem Vorwärtsdrang zum Opfer, darunter auch Teamkollege Will Power (Andretti-Honda; 3.), den er mit einem robusten Manöver im NASCAR-Stil überholte.
Letztlich verhinderte er ein Märchen durch Romain Grosjean (Coyne-Honda; 2.), der durch eine der berüchtigten Dale-Coyne-Strategien durch Kirkwoods Unfall an die Spitze gespült wurde und lange auf Siegkurs zu sein schien. Selbst einen Angriff von Alex Palou (Ganassi-Honda; 4.) parierte er ohne dass es zum Kampf kam, woraufhin der Spanier sich aufs Punktesammeln festlegte. (IndyCar-Gesamtstand)
Doch gegen Ericssons Vormarsch war nichts zu machen. Der Andretti-Pilot ging fünf Runden vor Schluss in Führung und fuhr noch 7,530 Sekunden Vorsprung heraus. Honda dominierte das Rennen komplett, bester Chevrolet-Pilot wurde Patricio "Pato" O'Ward (McLaren-Chevrolet; 5.).
Bereits am kommenden Wochenende geht es zum Freedom 250 nach Washington D.C., dem nachträglich in den Kalender aufgenommen Rennen in der amerikanischen Hauptstadt anlässlich des 250-jährigen Bestehens der Vereinigten Staaten von Amerika. IndyCar-Kalender 2026
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