IndyCar Mid-Ohio: Newgarden schüttelt Pech ab, holt ersten Penske-Sieg 2021

Nach turbulentem Auftakt mit zwei Crashs im Feld gelingt beim zehnten Saisonrennen der erste Sieg für das Penske-Team: Josef Newgarden triumphiert

IndyCar Mid-Ohio: Newgarden schüttelt Pech ab, holt ersten Penske-Sieg 2021

Im dritten Anlauf eines dominanten Rennens hat es für Josef Newgarden und das Team Penske endlich mit dem ersten IndyCar-Saisonsieg 2021 geklappt.

Beim Honda Indy 200 auf dem Mid-Ohio Sports Car Course führte Newgarden nach seiner dritten aufeinanderfolgenden Pole zum dritten Mal in Folge die meisten Runden an. Und anders als zuletzt in Detroit 2 und in Elkhart Lake führte er diesmal auch die entscheidende letzte Runde an.

"Ich hatte lange Zeit alles unter Kontrolle, aber am Schluss wurde es doch noch ganz schön eng", so Newgarden, der den Sieg mit 0,8 Sekunden Vorsprung auf Marcus Ericsson (Ganassi-Honda) über die Linie brachte. "Zwei schlechte Wochen waren genug. Das jetzt fühlt sich unglaublich an", so der erleichterte Sieger, für den es der erste Sieg seit dem Saisonfinale 2020 (St. Petersburg) ist.

FOTOS: IndyCar in Mid-Ohio

Hinter Newgarden und Ericsson kam Tabellenführer Alex Palou (Ganassi-Honda) als Dritter ins Ziel. Mid-Ohio-Spezialist Scott Dixon sorgte als Vierter für drei Ganassi-Piloten in den Top 4. Die Top 5 wurden komplettiert von Alexander Rossi (Andretti-Honda).

ERGEBNIS: IndyCar in Mid-Ohio

Startcrash und beim Restart direkt der nächste Crash

Penske-Pilot Josef Newgarden startete nach Detroit 2 und Elkhart Lake zum dritten Mal in Folge von der Pole. Neben ihm fuhr Colton Herta (Andretti-Honda) aus der ersten Reihe los. Während vorne im Feld alles gutging, gab es im Mittelfeld eine Kollision von Hertas Teamkollegen Ryan Hunter-Reay und James Hinchcliffe. Hunter-Reay wurde in die Barrieren geschickt, Hinchcliffe drehte sich und auch McLaren-Pilot Felix Rosenqvist konnte einen Dreher nicht vermeiden.

 

Beim Restart, der wie immer bei Start/Ziel durchgeführt wurde und nicht wie der Rennstart bei der Anfahrt zu Kurve 4, verteidigte Newgarden die Spitze vor Herta. Als Dritter setzte sich Marcus Ericsson fest. Wenige Sekunden später krachte es wieder.

Im Kampf um die vierte Position kam es zwischen Penske-Pilot Will Power und Ganassi-Pilot Scott Dixon auf der Kuppe von Kurve 5 zu einer Berührung. Power, der innen lag, drehte sich. Und aus dem Dreher wurde binnen Sekunden ein Crash, weil Ed Jones (Coyne-Honda) im dichten Reifenqualm von Power dessen Auto nicht sehen konnte und es voll rammte. Aus für beide.

 

Power, der beim Zusammenstoß noch die Hände am Lenkrad hatte, wurde im Medical-Center auf eine Handverletzung untersucht, konnte aber berichten, dass "zum Glück nichts gebrochen" ist. Dixon, der das Rennen als Vierter beendete, entschuldigte sich sofort: "Ich habe da nichts mit Absicht gemacht."

Als der zweite Restart unter die Räder genommen wurde, hatte man noch immer keine einzige komplette Runde unter Grün zurückgelegt. Dann klappte es endlich. In der Reihenfolge Newgarden, Herta, Ericsson sowie Dixon und Alexander Rossi fand das Rennen nach dem turbulenten Auftakt dann doch einen Rhythmus.

Herta verliert Podestplatz durch defekte Tankanlage

Als Newgarden in der 30. von 80 Runden als Spitzenreiter zum ersten Boxenstopp unter Grün kam, waren einige aus dem Mittel- und Hinterfeld schon auf ihrem zweiten Reifensatz unterwegs, weil sie früher gestoppt hatten. Hingegen kam Herta erst eine Runde nach Newgarden zum Service - und der klappte nicht wie geplant. 25 Sekunden stand der Andretti-Bolide still, weil es ein Problem mit der Tankanlage gab.

 

So hatte Newgarden nach dem ersten Boxenstopp-Durchgang das Geschehen weiter fest im Griff. Neuer erster Verfolger war Ericsson, gefolgt von Dixon, Rossi und Alex Palou. Dessen schärfster Verfolger Patricio O'Ward (McLaren-Chevrolet) war nach verpatztem Qualifying nur von P20 ins Rennen gegangen, hatte sich aber zügig in die Top 10 nach vorn gefahren und schloss letzten Endes auf P8 ab.

Den zweite Boxenstopp-Durchgang legte Spitzenreiter Newgarden in der 54. Runde ein. Die drei in den Top 5 fahrenden Ganassi-Piloten aber blieben allesamt etwas länger draußen. Ericsson und Dixon kamen in Runde 55, Palou in Runde 56. Da alles unter Grün passierte und im Gegensatz zum ersten Stopp von Herta keine Probleme auftauchten, änderte sich nichts Dramatisches. Einzig Palou kam an Dixon vorbei und war fortan Dritter.

Apropos Herta: Für ihn ging auch der zweite Boxenstopp in die Hose. In diesem Fall funktionierte zwar die Tankanlage, dafür würgte er das Auto beim Losfahren ab. Aus der ersten Reihe gestartet kam der Andretti-Pilot am Ende nur auf dem 13. Platz ins Ziel.

Ganz vorne ließ Newgarden nichts mehr anbrennen, wenngleich Ericsson in den letzten Runden mit jeder Menge Push-to-Pass seinen Rückstand reduzierte. Letzten Endes aber brachte der Penske-Pilot den ersten Saisonsieg 2021 für sich und das Vier-Wagen-Team von Roger Penske über die Linie.

 

Der bestplatzierte von diesmal vier Rookies im Feld war einmal mehr Romain Grosjean, der mit seinen Coyne-Honda vom 18. Startplatz bis auf P7 nach vorne fuhr. Scott McLaughlin (Penske-Chevrolet) kam auf P12 ins Ziel, Jimmie Johnson (Ganassi-Honda) mit einer Runde Rückstand auf P22.

Der vierte Rookie war IndyCar-Debütant Ryan Norman. Als Teamkollege von Grosjean schloss der normalerweise in der Indy-Lights-Serie fahrende Lokalmatador auf Anhieb auf dem respektablen 20. Platz ab.

Rinus VeeKay und Felix Rosenqvist als die beiden Rückkehrer an diesem Wochenende nach einem beziehungsweise zwei verpassten Rennen schlossen auf P16 respektive P23 ab. Dass Rosenqvist mit zwei Runden Rückstand nur 23. wurde lag hauptsächlich an dem Rückstand, den er sich mit seinem unverschuldeten Dreher direkt in der ersten Kurve des Rennens eingefangen hatte.

Mit 26 Teilnehmern war es, abgesehen vom Indy 500, das größte Starterfeld seit einem Jahr bei einem IndyCar-Rennen. Abgesehen von den früh gecrashten Will Power und Ed Jones kamen alle ins Ziel.

Nächste Station: Stadtkurs-Premiere in Nashville

Mit Alex Palou an der Spitze der IndyCar-Gesamtwertung 2021 gibt es nun vier rennfreie Wochenenden. Weiter geht die Saison am 8. August mit der Premiere eines Stadtrennens in Nashville.

Nachdem es in den Jahren 2001 bis 2008 jeweils ein Ovalrennen auf dem Nashville Superspeedway gegeben hat, wird in der Heimatstadt von Josef Newgarden in den kommenden Wochen ein spektakulärer Kurs mitsamt Überquerung des Cumberland River fertig aufgebaut.

Auf diesem neuen Stadtkurs wird dann auch Indy-500-Sieger Helio Castroneves im Zuge seiner Teilzeitsaison für Meyer Shank Racing wieder mit dabei sein.

Streckenskizze: Stadtkurs in Nashville

Streckenskizze: Stadtkurs in Nashville

Foto: IndyCar Series

Mit Bildmaterial von IndyCar Series.

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