IndyCar Portland 2026 FT1: Mick Schumacher ohne Test in Top 20
Mick Schumacher startet nicht überragend in das Portland-Wochenende, aber lässt einige Gegner hinter sich - Teamkollege Foster zeigt auf
Mick Schumachers Auftakt in Portland ist gemacht
Foto: Penske Entertainment
Platz 19 und 0,716 Sekunden Rückstand - das ist das erste Ergebnis von Mick Schumacher (RLL-Honda) in Portland. Auf der nur 3,166 Kilometer kurzen Strecke werden Zeiten von weniger als einer Minute erzielt, wodurch 23 der 24 gestarteten Boliden innerhalb einer Sekunde landeten. Dennis Hauger (Coyne-Honda) setzte aufgrund von Telemetrieproblemen keine Zeit. (Ergebnis 1. Freies Training)
Nach dem achten Platz in Nashville mag dies zunächst wie ein Rückschlag aussehen, denn Schumacher hat, anders als andere Teams, nicht in Portland getestet. RLL hat sich stattdessen für das Saisonfinale auf dem Laguna Seca Raceway in fünf Wochen vorbereitet. In dieser Zeit wird IndyCar, beginnend mit Portland, sechs Rennen absolvieren.
Allerdings hatte Schumacher eine Sitzung im Simulator und konnte sich so auf das Rennwochenende vorbereiten. "Letztlich kommt es in der IndyCar-Serie immer darauf an, ein gutes Start-Set-up zu haben, an dem man nicht zu viel verändern muss. So lief es bereits in Nashville."
Der Beginn lief zunächst verhalten, die 40-minütige Sitzung für alle Fahrzeuge beendete Schumacher auf dem letzten Platz. Während der Gruppenphase verbesserte sich der Deutsche, der als Rookie in beiden Gruppen antreten durfte, sukzessive und tauchcte zwischenzeitlich sogar auf dem zweiten Platz seiner Gruppe auf.
"Es ist eine ziemlich knifflige Strecke", sagt Schumacher über den Portland International Raceway. "An manchen Stellen ist sie holprig, an anderen wiederum ziemlich flüssig, wie zum Beispiel in der Dreifach-Rechtskurve, gefolgt von einer Links- und einer weiteren Rechtskurve - das erfordert viel Fingerspitzengefühl. Man muss also diese Kurven sehr gut miteinander verzahnen, um das Beste aus der Strecke rauszuholen."
Der 27-Jährige ist in Portland erneut mit dem Design von Vanda Pharmaceuticals Inc. unterwegs, das ihn in Nashville bereits zu seinem bisher besten Karriereergebnis getragen hat.
Dabei handelt es sich um ein weltweit führendes biopharmazeutisches Unternehmen, das zum ersten Mal überhaupt im Motorsport als Sponsor auftritt. Schumacher macht dabei Werbung für die Reisetablette Nereus (Tradipitant).
Will Power sorgt für Funk-Lacher
Die Bestzeit am Freitag fuhr einmal mehr Champion Alex Palou (Ganassi-Honda; 1.) in 58,571 Sekunden, dicht gefolgt von Kyle Kirkwood (Andretti-Honda; 2.) und einem sensationell starken Rinus VeeKay (Juncos-Chevrolet; 3.).
Schumachers Teamkollege Louis Foster (RLL-Honda; 5.) machte mit einer starken Rundenzeit auf sich aufmerksam. Schumacher und Graham Rahal (RLL-Honda; 17.) dürften an seinen Daten sehr interessiert sein.
Während Kyffin Simpson (Ganassi-Honda; 6.) eine starke Form von Ganassi in Portland andeutet, enttäuschte McLaren auf ganzer Linie. Christian Lundgaard (McLaren-Chevrolet; 22.), zweimaliger Sieger in diesem Jahr, kam nicht einmal in die Top 20. Auch ECR sieht mit den Plätzen 16 (Rasmussen) und 24 (Rossi) nicht gut aus.
Den Reigen der Zwischenfälle eröffnete Romain Grosjean (Coyne-Honda; 23.) mit einem harmlosen Dreher ausgangs Kurve 7.
Die Schikane Kurve 1 und 2 ist auch diesmal wieder der Fehlerschwerpunkt überhaupt gewesen. Marcus Armstrong (MSR-Honda; 14.) machte mit einem schon kräftigeren Leitplanken-Kuss den Anfang. Wie durch ein Wunder zog er sich lediglich einen Reifenschaden zu, die Aufhängung hielt den Aufprall hingegen aus.
Später machte es ihm Patricio "Pato" O'Ward (McLaren-Chevrolet; 15.) nach. Er erwischte die Mauer mit dem rechten Vorderrad und drehte sich sogar. Alle Vorfälle ereigneten sich während der 40-minütigen Kollektivsession. Diese wurde drei Minuten vor Schluss mit der roten Flagge wegen Trümmerteilen auf der Fahrbahn abgebrochen.
Die Gruppensitzungen liefen ohne Unterbrechung ab, doch O'Ward fuhr in der Gruppenphase noch mehrere Male ziemlich spektakulär durch die Schikane. McLaren hat einiges an Set-up-Arbeit vor sich.
Für den größten Lacher des Tages sorgte einmal wieder Will Power (Andretti-Honda; 4.), der von einem Alarm auf seinem Lenkrad überrascht wurde und sich dabei in Kurve 1 verbremste, jedoch ohne einzuschlagen. Für Erheiterung sorgte der anschließende Funkverkehr mit seinem Ingenieur Ron Ruzewski.
"Ich hatte einen Alarm auf meinem Lenkrad in Kurve 1, keine Ahnung, was es war. Wasserdruck oder so." - "Alles klar, das geht weg, wenn du den Okay-Button drückst." - "Oh, ich wusste gar nicht, dass es einen Okay-Button gibt!" Zur Erinnerung: Selbst wenn Will Power seine erste Saison bei Andretti Global absolviert: Wir sind im 13. Rennen. Das hielt den Sieger von 2024 und 2025 nicht davon ab, mit Platz vier seine Ambitionen auf den Hattrick anzumelden.
Das zweite Freie Training beginnt am Samstag um 19 Uhr MESZ. Da Portland sich an der Westküste mit neun Stunden Zeitunterschied nach Europa befindet, beginnt das Qualifying erst um 1 Uhr nachts. (Alle Informationen zum IndyCar-Rennen in Portland)
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