IndyCar St. Louis: Mick Schumacher fährt bisher bestes Ergebnis ein
Während Mick Schumacher in seinem dritten Ovalrennen sein bislang bestes IndyCar-Resultat erzielt, triumphiert Josef Newgarden zum sechsten Mal in St. Louis
Mick Schumacher hielt sich im Ovalrennen in St. Louis aus Chaos heraus
Foto: Perry Nelson / Lumen via Getty Images
Das Ovalrennen der IndyCar-Serie unter dem Flutlicht des World Wide Technology Raceway in St. Louis ist in der Nacht von Sonntag auf Montag nach insgesamt 60 Minuten Unterbrechung (verteilt auf zwei Rotphasen aufgrund von Regen) mit dem zweiten Saisonsieg von Josef Newgarden (Penske-Chevrolet) und dem bisher besten IndyCar-Ergebnis von Mick Schumacher (Rahal-Honda) zu Ende gegangen.
Schumacher hat das dritte Ovalrennen seiner IndyCar-Karriere auf P16 beendet. Damit hat er sein zuvor bestes Ergebnis (P17 auf dem Stadtkurs in Long Beach) verbessert. Auf dem unregelmäßig geformten, weil mit unterschiedlichen Kurvenradien versehenen 1,25-Meilen-Oval des World Wide Technology Raceway hatte sich Schumacher im Qualifying am Samstag den 18. Startplatz im 25-köpfigen Feld erfahren.
Beim Start des Rennens am Sonntagabend waren es aber nur 24 Autos im Feld. Der Führende in der Rookie-Wertung nämlich - Dennis Hauger (Coyne-Honda) - konnte das Rennen aufgrund von technischen Problemen gar nicht erst starten.
Schumacher fiel in der ersten Runde direkt auf die 24. und damit letzte Position zurück. Von dort arbeitete er sich anschließend langsam, aber beständig in die Top 20 vor. Allerdings wurde er trotz seines Nach-Vorn-Kommens schon kurz nach der 50-Runden-Marke von der Spitze überrundet. Im turbulenten Rennen mit zwei Rotphasen blieb es für ihn bei einer Runde Rückstand und im Ziel war es Platz 16 (Rennergebnis IndyCar in St. Louis).
St. Louis war das neunte von 18 Saisonrennen, womit die IndyCar-Serie nun bereits den Halbzeitpunkt der Saison 2026 erreicht hat.
Startzeit vorverlegt: Alex Palou mit erster Führung in St. Louis
Weil die Wetterlage am Sonntagabend in St. Louis nicht die beste war und Regen in der Luft lag, hat man seitens IndyCar den Rennstart um knapp 20 Minuten nach vorn verlegt. Los ging es bereits kurz nach 20:00 Uhr Ortszeit (3:00 Uhr MESZ). Letzten Endes wurde die angesetzte Renndistanz von 260 Runden komplett über die Bühne gebracht, auch wenn es deutlich länger dauerte als geplant. Zu Ende ging das Rennen erst kurz vor 23:30 Uhr Ortszeit (6:30 Uhr MESZ).
Polesetter Alex Palou (Ganassi-Honda) gewann den Start und kam vor dem ebenfalls aus der ersten Reihe gestarteten David Malukas (Penske-Chevrolet) als Erster aus der ersten Runde zurück. Für Titelverteidiger Palou, der seine sechste IndyCar-Saison fährt, war es die erste Führungsrunde in St. Louis überhaupt.
Was Malukas betrifft, so ging es für dessen arrivierte Penske-Teamkollegen direkt zu Beginn in entgegengesetzte Richtung. Während der von P5 gestartete Scott McLaughlin kurz nach dem Start auf die achte Position zurückfiel, fuhr der von P8 gestartete Josef Newgarden sofort in die Top 5 nach vorn.
Palou verliert Führung an Ericsson und kollidiert mit Siegel
Den größten Vorwärtsdrang entwickelte in der Anfangsphase aber Marcus Ericsson (Andretti-Honda). Von P12 gestartet, fuhr er sich im ersten Stint bis an die Spitze des Feldes. Die Führung von Alex Palou übernahm der Schwede in der 47. Runde. Wenige Runden später ging es unter Grün zum ersten Boxenstopp.
Die erste Gelbphase gab es nach 55 Runden und an der hatte Alex Palou maßgeblichen Anteil. Beim Überrunden von Nolan Siegel (McLaren-Chevrolet) kam es in Turn 1 zu einer leichten Berührung der beiden Fahrzeuge. Siegel rutschte in die äußere Streckenbegrenzung und musste aufgeben. Palou hatte Glück. Sein weißer Ganassi-Bolide trug bei der Kollision keine Beschädigung davon. Konsequenzen in Form einer Strafe gab es ebenfalls nicht.
Beim ersten Restart führte Marcus Ericsson das Feld an, Zweiter war Josef Newgarden. Palou nahm den Restart als Dritter unter die Räder und hielt diese Position. Im Kampf um die Führung gerieten direkt vor ihm Ericsson und Newgarden leicht aneinander, wobei beide Glück hatten, in der Spur zu bleiben.
Crash von Graham Rahal sorgt für Gelb - Regen sorgt für Rot
Kurz nach der 100-Runden-Marke ging es für die Spitzengruppe zum zweiten Boxenstopp unter Grün. Und genau wie schon beim ersten Boxenstopp-Durchgang kam auch in diesem Fall kurz danach eine Gelbphase. Grund war ein Crash von Graham Rahal (Rahal-Honda) in Turn 3.
Der routinierte Teamkollege von Mick Schumacher hatte das Auto mit Übersteuern aus der Kontrolle verloren - ganz ähnlich wie es Rinus VeeKay (Juncos-Chevrolet) im ersten Freien Training am Samstag an der gleichen Stelle passiert war.
Scott Dixon (Ganassi-Honda) war zum Zeitpunkt der zweiten Gelbphase noch nicht zum zweiten Mal an der Box gewesen und führte das Rennen somit für ein paar Runden lang an. Zweiter war Will Power (Andretti-Honda), der aufgrund eines zuvor außerplanmäßig eingelegten Boxenstopps auf einer abweichenden Strategie unterwegs war.
Nach alles andere als optimalem Qualifying war Power nur von P21 ins Rennen gegangen und zügig in die Top 15 nach vorn gefahren. Infolge des Crashs von Nolan Siegel aber hatte er Trümmerteile überfahren, woraufhin er unter Grün an die Box kam, um seinen Andretti-Boliden checken zu lassen.
In der zweiten Gelbphase kam Power an die Box, verlor dabei aber deutlich weniger Zeit als die Gegner, die den zweiten Routinestopp kurz zuvor unter Grün eingelegt hatten. Zu diesem Zeitpunkt ging der Blick immer wieder auf das Wetterradar. Denn die ohnehin in der Luft hängenden Regenwolken drohten sich zu entladen.
Und nach 137 Runden kam tatsächlich die rote Flagge heraus. Der Regen hatte das Oval erreicht und alle noch im Rennen befindlichen Piloten mussten die Boxengasse ansteuern. Dort verharrte man knapp 40 Minuten lang, bevor die Motoren wieder gestartet wurden.
Abweichende Strategien nach erster Rotphase
Beim Restart war es abermals Marcus Ericsson, der das Feld anführte. Als ersten Verfolger hatte der Andretti-Pilot einen Rookie: Caio Collet (Foyt-Chevrolet) hatte seine Boxenstopps ähnlich wie Dixon zum perfekten Zeitpunkt eingelegt. Aber auch auf der Strecke überzeugte der junge Brasilianer. Ins Ziel kam er aufgrund eines späten Motorschadens aber nicht.
Josef Newgarden war beim Restart Dritter, gefolgt von Power.und von Christian Rasmussen (Carpenter Chevrolet). Ericsson machte mit jeder Menge Führungsrunden dort weiter, wo er vor der Rotphase aufgehört hatte. Newgarden kam zügig an Collet vorbei und war damit erster Verfolger des Schweden. Hinter Collet zog Rasmussen vorbei an Power.
Auch der dritte routinemäßige Boxenstopp wurde von der Spitzengruppe unter Grün eingelegt. Und bei diesem kam Newgarden an Ericsson vorbei. Damit war es virtuell der Penske-Pilot, der führte. Aber es gab noch eine Reihe von Piloten, die auf abweichender Strategie unterwegs waren.
Strategie von Ganassi geht nicht auf
Denn in der Gelbphase unmittelbar im Anschluss an die erste Rotphase hatten mehrere Piloten die Gelegenheit genutzt, ihren Tank randvoll zu machen: Scott Dixon, Alex Palou, David Malukas, Scott McLaughlin, Patricio "Pato" O'Ward (McLaren-Chevrolet) und Felix Rosenqvist (Shank-Honda). So ging es in der Reihenfolge Dixon, Palou, Malukas, gefolgt von Newgarden und Ericsson auf der anderen Strategie in die finalen 70 Runden.
Letzten Endes ging die Strategie von Dixon und Co.nicht auf. Denn nach 197 Runden gab es aufgrund eines erneuten Regenschauers nochmals Gelb und für 20 Minuten nochmals Rot. Zwar gab es noch einen weiteren Restart, aber bevor es soweit war, mussten Dixon und Palou unter Gelb einen Notfall-Boxenstopp in der noch geschlossenen Boxengasse einlegen. Für Palou kam selbst dieser Notstopp zu spät: er rollte in der Boxengasse mit trockenem Tank aus.
Newgarden vs. Rasmussen vs. Ericsson um den Sieg
Auch die Konkurrenz von Ganassi kam unter Gelb zum Service, aber regulär erst nach Öffnung der Boxengasse und somit straffrei. Und so war es Josef Newgarden, der beim erneuten Restart das Feld anführte, gefolgt von Christian Rasmussen, Marcus Ericsson, Rinus VeeKay und Caio Collet.
Kurz nach dem Restart griff sich Rasmussen mit einem engen Manöver auf der Innenbahn von Turn 1 die Führung von Newgarden. Der Penske-Pilot aber schlug wenige Runden später zurück, indem er sich in Turn 3 seinerseits auf der Innenbahn vorbeischob. Doch nur eine halbe Runde später wiederholte Rasmussen sein Manöver von zuvor und holte sich damit die Spitzenposition zurück.
Das Duell war noch nicht entschieden, denn Newgarden gelang ein weiterer Konter, um seinerseits wieder in Führung zu gehen. In diesem Fall ging nicht nur er an Rasmussen vorbei, auch Marcus Ericsson griff sich den Dänen in Diensten von Ed Carpenter Racing. 34 Runden vor Schluss sorgte dann der Motorschaden am Foyt-Chevrolet von Caio Collet für die letzte Gelbphase.
Den letzten Restart der turbulenten Nacht führte Josef Newgarden vor Marcus Ericsson an, dahinter Christian Rasmussen, Rinus VeeKay und Kyle Kirkwood (Andretti-Honda). In dieser Phase aber war es der frisch bereifte Scott McLaughlin, der Druck machte. Der Penske-Pilot war einer von mehreren, die in der letzten Gelbphase nochmals an der Box waren.
Während McLaughlin die Top 5 knackte, musste sich Teamkollege Newgarden ganz vorne gegen Ericsson verteidigen. 10 Runden vor Schluss waren die beiden durch weniger als eine Sekunde getrennt. Und daran änderte sich nichts mehr.
Hinter Josef Newgarden, der seinen zweiten Saisonsieg 2026 nach Phoenix, seinen sechsten Sieg in St. Louis und seinen insgeesamt 34. IndyCar-Sieg einfuhr, kam Langzeitspitzrentier Marcus Ericsson mit 0,6 Sekunden Rückstand als Zweiter ins Ziel.
Christian Rasmussen machte als Dritter das Podium komplett. Rinus VeeKay und Scott McLaughlin fuhren in die Top 5, dahinter rundeten Kyle Kirkwood, David Malukas, Will Power, Marcus Armstrong (Shank-Honda) und Christian Lundgaard (McLaren-Chevrolet) die Top 10 ab.
Scott Dixon belegte nach seinem späten Not-Boxenstopp nur P12, sein von der Pole gestarteter Ganassi-Teamkollege Alex Palou kam gar nur auf P17 direkt hinter Mick Schumacher ins Ziel.
Alex Palou geht mit 49-Punkte-Polster in die zweite Saisonhälfte
Dennoch: Bei Halbzeit der Saison wird die IndyCar-Gesamtwertung 2026 weiterhin ganz klar von Alex Palou angeführt. Auf den Tabellenzweiten Kyle Kirkwood hat der Titelverteidiger aktuell ein Polster von 49 Punkten. Tabellendritter ist David Malukas, der 68 Punkte hinter Palou zurückliegt. Zur Erinnerung: Die an einem Rennwochenende (ausgenommen Indy 500) maximal mögliche Punkteausbeute sind 54 Punkte.
Im IndyCar-Kalender 2026 wurde nun inklusive des Indy-500-Qualifyings an fünf Wochenenden hintereinander gefahren. Jetzt gibt es erstmals seit Anfang Mai wieder ein Wochenende ohne Fahrbetrieb. Das nächste Rennen findet in zwei Wochen (21. Juni) auf der Naturrennstrecke Road America in Elkhart Lake statt. Mit 6,459 Kilometern ist es die mit Abstand längste Strecke im Kalender (Die Strecken im IndyCar-Kalender 2026 im Detail).
Diese Story teilen oder speichern
Registrieren und Motorsport.com mit Adblocker genießen!
Von Formel 1 bis MotoGP berichten wir direkt aus dem Fahrerlager, denn wir lieben unseren Sport genau wie Du. Damit wir dir unseren Fachjournalismus weiterhin bieten können, verwendet unsere Website Cookies. Dadurch wird Dein Nutzererlebnis optimiert und die Werbung auf Deine Interessen zugeschnitten. Wir wollen dir aber natürlich trotzdem die Möglichkeit geben, eine werbefreie Website zu genießen.