IndyCar-Test Sebring (Tag 1): Palou vorn, Schumacher im Plan, Grosjean im Auto
Alex Palou mit Bestzeit am ersten Tag des Sebring-Tests - Mick Schumacher arbeitet für Saisonauftakt - Comeback von Romain Grosjean
Alex Palou (Ganassi-Honda) fuhr beim Sebring-Test die Montagsbestzeit
Foto: Michael Michael
Nahezu alle IndyCar-Teams sind in dieser Woche auf dem Sebring International Raceway im US-Bundesstaat Florida zu Gast. Die Traditionsstrecke mit Betonbelag und ihren zahlreichen Bodenwellen wird von Teams der höchsten US-Formelrennserie seit Jahrzehnten genutzt, um sich in der Winterpause auf die Rundkurs- und Stadtkurs-Rennen der bevorstehenden Saison vorzubereiten.
Es handelt sich um einen Zweitagestest, wobei das Feld an beiden Tagen in zwei Gruppen aufgeteilt ist. Gruppe 1 fuhr am Montagvormittag und wird außerdem am Dienstagnachmittag fahren. Gruppe 2 rückte am Montagnachmittag aus und wird zudem am Dienstagvormittag fahren. Am Montag waren insgesamt 23 Fahrer auf der Strecke.
Zweigeteiltes Feld beim Sebring-Test
Dass man das Feld in zwei Gruppen aufteilt, liegt unter anderem daran, dass nicht das komplette Sebring-Layout gefahren wird, sondern - wie beim IndyCar-Wintertest üblich - die Kurzanbindung mit 2,7 Kilometern Länge. Diese Variante der Strecke umfasst vom kompletten Layout (6,0 Kilometer mit 17 Kurven) lediglich die Kurven 4 bis 13 und verfügt über eine temporäre, zweigeteilte Boxengasse.
Gruppe 1, die am Montag am Vormittag fuhr, wurde auf der linken Seite der Boxengasse abgefertigt, Gruppe 2 am Nachmittag auf der rechten Seite. Die Tagesbestzeit wurde in Gruppe 1 markiert, und zwar vom viermaligen und amtierenden IndyCar-Champion Alex Palou (Ganassi-Honda) mit einer Rundenzeit von 52,626 Sekunden.
Zweitschnellster am Montag war Felix Rosenqvist (Shank-Honda), gefolgt von Rinus VeeKay, der erstmals für seinen neuen Arbeitgeber Juncos Hollinger Racing im Einsatz war. Viertschnellster war der zweimalige IndyCar-Champion Josef Newgarden (Penske-Chevrolet).
Die Top 5 des ersten Tages komplett machte Marcus Armstrong, der in der Gruppe 2 der Schnellste war. Als Gruppe 2 am Nachmittag auf der Bahn war, war es mit bis zu 24 Grad Celsius Lufttemperatur deutlich wärmer als am Vormittag.
Mick Schumacher arbeitet im Hinblick auf Saisonauftakt
In Reihen der drei Rookies - Caio Collet, Dennis Hauger, Mick Schumacher - war Hauger für Dale Coyne Racing am ersten der zwei Testtage der Schnellste. Der Norweger fuhr in Gruppe 2 und reihte sich im Tagesergebnis mit einer Zeit von 53,413 Sekunden auf P18 knapp vor Collet ein, der für A.J. Foyt Racing fährt.

Mick Schumacher ist erstmals auf dem Kurs in Sebring unterwegs
Foto: Michael L. Levitt / Lumen via Getty Images
Mick Schumacher, der wie Collet in Gruppe 1 fuhr, belegte mit einer Zeit von 54,269 Sekunden den 23. Platz im Tagesergebnis. Die reine Rundenzeit steht bei ihm bei diesem Test aber nicht im Vordergrund. "Der Hauptgrund, weshalb wir diesen hier Test fahren, ist die Vorbereitung auf St. Pete", sagte Schumacher am Rande der Testfahrten in Sebring im Gespräch mit Motorsport-Total.com.
"St. Pete ist das, worum es uns geht", so der IndyCar-Rookie in Diensten von Rahal Letterman Lanigan Racing (RLL) in Anspielung auf den Saisonauftakt am 1. März auf dem Stadtkurs in St. Petersburg (Florida). Der in dieser Woche befahrene "Short Course" in Sebring hat laut Schumacher "ein paar Kurven, die vergleichbar sind mit denen in St. Pete".
"Deshalb", so Schumacher, "ist das hier ein guter Ort, um genau daran zu arbeiten. Und genau darauf liegt unser Hauptaugenmerk. Es geht für uns einfach darum, noch vor dem ersten Rennen ein paar Dinge auf unserer Checkliste abzuhaken", so der Deutsche.
Der Sebring-Test ist für Schumacher der zweite Rundkurs-Test nach seinem IndyCar-Testdebüt am 13. Oktober 2025 auf dem Indianapolis-Rundkurs. Abgesehen davon hat er in der vergangenen Woche auf dem Homestead-Miami Speedway seinen ersten Ovaltest absolviert.
Romain Grosjean testet für Dale Coyne Racing
Waren es für Schumacher, wie für Hauger und Collet, am Montag die ersten IndyCar-Runden auf dem Kurs in Sebring, so war es für Romain Grosjean das Comeback. Der in der Schweiz geborene Franzose saß erstmals seit dem Saisonfinale 2024 wieder in einem IndyCar-Boliden, und zwar bei seinem ehemaligen Arbeitgeber Dale Coyne Racing im Auto mit der Startnummer 18.

Romain Grosjean testet für Dale Coyne Racing - fährt er auch Rennen?
Foto: Michael L. Levitt / Lumen via Getty Images
Dass Grosjean beim Sebring-Test im Cockpit sitzt, das macht sein Renn-Comeback nach einem Jahr Pause nicht unwahrscheinlicher. Allerdings ist er nicht der einzige, der sich Hoffnungen auf Renneinsätze als Teamkollege von Dennis Hauger macht. Ein Entscheidung, ob und wenn ja, welche Rennen Grosjean fahren wird, steht noch aus.
2024 fuhr Grosjean seine bislang letzte IndyCar-Saison, damals für Juncos Hollinger Racing. Im vergangenen Jahr stand er als Ersatzfahrer bei Prema unter Vertrag, kam dort aber weder zu Test- noch zu Renneinsätzen. Als ein möglicher Fahrer für 2026 bei Dale Coyne Racing würde Grosjean zu dem Team zurückkehren, für das er in der Saison 2021 als IndyCar-Rookie am Start war.
Ed Carpenter Racing war am Montag zwar vor Ort, ging aber nicht auf die Strecke. Prema ist als einziges Team beim Sebring-Test gar nicht vor Ort. Der vor einem Jahr in die IndyCar-Serie eingestiegene Rennstall kämpft seit Monaten um seine Zukunft. Dass Prema in drei Wochen beim Saisonauftakt in St. Petersburg (Florida) antreten wird, das wird von Woche zu Woche unwahrscheinlicher. In der Saison 2025 fuhren Callum Ilott und Robert Shwartzman für Prema, wobei Shwartzman als Rookie sensationell der Polesetter beim Indy 500 war.
Ergebnis IndyCar-Test in Sebring (Montag):
01. Alex Palou (Ganassi-Honda) - 52,626 Sekunden (Gruppe 1)
02. Felix Rosenqvist (Shank-Honda) - 52,650 (Gruppe 1)
03. Rinus VeeKay (Juncos-Chevrolet) - 52,756 (Gruppe 1)
04. Josef Newgarden (Penske-Chevrolet) - 52,846 (Gruppe 1)
05. Marcus Armstrong (Shank-Honda) - 52,847 (Gruppe 2)
06. Kyle Kirkwood (Andretti-Honda) - 52,918 (Gruppe 1)
07. Patricio O'Ward (McLaren-Chevrolet) - 53,018 (Gruppe 1)
08. Scott McLaughlin (Penske-Chevrolet) - 53,039 (Gruppe 2)
09. Sting Ray Robb (Juncos-Chevrolet) - 53,050 (Gruppe 2)
10. Kyffin Simpson (Ganassi-Honda) - 53,135 (Gruppe 2)
11. Marcus Ericsson (Andretti-Honda) - 53,165 (Gruppe 1)
12. Louis Foster (Rahal-Honda) - 53,167 (Gruppe 2)
13. Nolan Siegel (McLaren-Chevrolet) - 53,172 (Gruppe 2)
14. Scott Dixon (Ganassi-Honda) - 53,210 (Gruppe 2)
15. Graham Rahal (Rahal-Honda) - 53,325 (Gruppe 1)
16. Santino Ferrucci (Foyt-Chevrolet) - 53,337 (Gruppe 2)
17. Will Power (Andretti-Honda) - 53,337 (Gruppe 2)
18. Dennis Hauger (Coyne-Honda) - 53,413 (Gruppe 2)
19. David Malukas (Penske-Chevrolet) - 53,442 (Gruppe 1)
20. Caio Collet (Foyt-Chevrolet) - 53,656 (Gruppe 1)
21. Christian Lundgaard (McLaren-Chevrolet) - 53,769 (Gruppe 2)
22. Romain Grosjean (Coyne-Honda) - 53,798 (Gruppe 1)
23. Mick Schumacher (Rahal-Honda) - 54,269 (Gruppe 1)
Laguna Seca
Basisdaten: Laguna Seca
Name: WeatherTech Raceway Laguna Seca
Ort: Monterey (Kalifornien)
Typ: permanente Rundstrecke
Länge: 2,238 Meilen (3,601 Kilometer)
Fahrtrichtung: gegen den Uhrzeigersinn
Kurven: 11
Saison 2026: Laguna Seca
Datum: 6. September
Rennen: 18 von 18
Renndistanz: 95 Runden
Rennbeginn: 11:30 Uhr Ortszeit (20:30 Uhr MESZ)
Renntitel: noch offen
Historie: Laguna Seca
Im Kalender seit: 1983 (mit Unterbrechungen)
Rundenrekord: 1:06.461 Minuten - 121,226 mph (195,053 km/h)
Rundenrekordhalter: Christian Lundgaard (2023; im Q2-Segment)
Meiste Poles: Mario Andretti, Bryan Herta (3)
Meiste Siege: Bobby Rahal (4)
Komplette Siegerliste: Laguna Seca
2025 (IndyCar): Alex Palou
2024 (IndyCar): Alex Palou
2023 (IndyCar): Scott Dixon
2022 (IndyCar): Alex Palou
2021 (IndyCar): Colton Herta
2020 nicht im Kalender
2019 (IndyCar): Colton Herta
2005 bis 2018 nicht im Kalender
2004 (ChampCar): Patrick Carpentier
2003 (CART): Patrick Carpentier
2002 (CART): Cristiano da Matta
2001 (CART): Max Papis
2000 (CART): Helio Castroneves
1999 (CART): Bryan Herta
1998 (CART): Bryan Herta
1997 (CART): Jimmy Vasser
1996 (CART): Alex Zanardi
1995 (CART): Gil de Ferran
1994 (CART): Paul Tracy
1993 (CART): Paul Tracy
1992 (CART): Michael Andretti
1991 (CART): Michael Andretti
1990 (CART): Danny Sullivan
1989 (CART): Rick Mears
1988 (CART): Danny Sullivan
1987 (CART): Bobby Rahal
1986 (CART): Bobby Rahal
1985 (CART): Bobby Rahal
1984 (CART): Bobby Rahal
1983 (CART): Teo Fabi
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