IndyCar Laguna Seca

Kurios: Mick Schumacher fährt um 1,7 Millionen Dollar - für anderes Team

Für Mick Schumacher geht es beim IndyCar-Finale auf dem Laguna Seca Raceway um Geld aus dem Leaders Circle - Aber weder für sich noch für sein Team RLL

Heiko Stritzke

Heiko Stritzke

Veröffentlicht: 04.09.2026, 15:49

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Kurios: Mick Schumacher fährt um 1,7 Millionen Dollar - für anderes Team

Mick Schumacher könnte Dreyer & Reinbold Racing mit deinem Husarenritt beim IndyCar-Finale beglücken

Foto: Penske Entertainment

"Mick Schumacher kämpft um 1,7 Millionen Dollar" - diese Schlagzeile ist derzeit in mehreren deutschsprachigen Online-Publikationen zu lesen. Das ist allerdings nur partiell richtig, denn vom Geld aus dem Leaders Circle der IndyCar-Serie würden weder der Deutsche noch sein Team Rahal Letterman Lanigan Racing etwas sehen.

Sollte Mick Schumacher auf dem Laguna Seca Raceway (Alle Infos zum IndyCar-Finale!) das Husarenstück gelingen, Dennis Hauger in der Gesamtwertung noch abzufangen und den 22. Platz zu belegen, würde das Geld an Dreyer & Reinbold Racing gehen.

Hintergrund ist, dass das Geld aus dem Leaders Circle an den jeweiligen Charter für das folgende Jahr ausgeschüttet wird. Und den Charter mit der #47 hat RLL in diesem Jahr an DRR verkauft. Weder Schumacher noch RLL würden somit finanziell von diesem Betrag profitieren.

Die mathematische Rechnung bleibt dennoch bestehen: Mick Schumacher benötigt mindestens einen achten Platz und müsste gleichzeitig darauf hoffen, dass Hauger nicht besser als auf Rang 24 ins Ziel kommt. Die Erfolgschancen steigen, je weiter Schumacher nach vorne fährt.

Bei einem siebten Platz Schumachers dürfte Hauger nicht besser als 22. werden, bei einem sechsten Platz nicht besser als 20. und bei Rang fünf nicht besser als 18. Mit Platzierungen unter den Top 4 könnte der Deutsche theoretisch noch weitere Ränge gutmachen, sofern die Konkurrenz mitspielt.

Allerdings ist sein bestes Resultat auf einem Rund- oder Straßenkurs bislang ein elfter Platz beim Straßenrennen in Washington D.C.

Was ist der Leaders Circle?

Der Leaders Circle ist das exklusive Bonussystem der IndyCar-Serie, das vergleichbar mit dem Preisgeldtopf oder den Lizenz-Einnahmen in anderen Rennserien funktioniert. Wer sich noch erinnert: In der Formel 1 gab es jahrzehntelang den großen Kampf um den zehnten Platz in der Konstrukteurswertung, weil nur diese Teams an den Ausschüttungen beteiligt wurden.

Bei den IndyCars gibt es keine klassische Teamwertung, sondern eine Entry-Wertung. In dieser ist jedes Fahrzeug quasi als eigenes Team gelistet. Bis vor Kurzem war es bei den IndyCars noch üblich, dass manche Cockpits rotiert wurden - etwa zwischen Oval-Spezialisten und Rund- und Straßenkursfahrern. Doch 2026 ist die Entry-Wertung gleich der Fahrerwertung.

Seit der Einführung des Charter-Systems dient der Leaders Circle als finanzielle Lebensversicherung für die Teams: Nur die besten 22 Fahrzeuge der Gesamtwertung erhalten für die Folgesaison die begehrte Prämie in Höhe von rund 1,7 Millionen US-Dollar pro Auto. (FAQ IndyCar)

Voraussetzung für die Auszahlung ist allerdings, dass das Fahrzeug an allen Saisonrennen teilnimmt. Da das System die Leistungsdichte und Vollzeit-Startfelder fördern soll, gehen alle Boliden ab Platz 23 in der Gesamtwertung komplett leer aus. Da die Preisgelder an die jeweilige Charter-Lizenz gekoppelt sind, wandert die Prämie im Falle eines Lizenzverkaufs automatisch zum neuen Eigentümer mit - in diesem Fall also zu Dreyer & Reinbold Racing.

Dreyer & Reinbold kehrt nach 13-jähriger Abstinenz 2027 auf Vollzeitbasis in die IndyCar-Serie zurück, nachdem sich die Einsätze nach 2013 fast ausschließlich auf das Indianapolis 500 konzentriert hatten - mit einer Ausnahme im Jahr 2020, als Sage Karam auch noch die drei anderen Rennen auf dem Infield-Kurs des Indianapolis Motor Speedway bestritt.

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