McLaren-Boss: Hülkenberg "ganz oben auf der Liste" für IndyCar-Cockpit

Sollte McLaren 2022 in der IndyCar-Serie ein drittes Auto einsetzen, ist Nico Hülkenberg der Top-Kandidat für ein Cockpit

McLaren-Boss: Hülkenberg "ganz oben auf der Liste" für IndyCar-Cockpit

Am 25. Oktober 2021 schlägt Nico Hülkenberg ein neues Kapitel in seiner Rennfahrerkarriere auf. Im Barber Motorsports Park wird der langjährige Formel-1-Pilot für McLaren SP erstmals ein IndyCar testen. Und sollte dieser Test erfolgreich verlaufen, darf sich Hülkenberg gute Chancen auf ein Renncockpit beim US-Ableger des Formel-1-Teams ausrechnen.

"Nico will sehen, worum es bei den IndyCars geht, und wir werden sehen, wie Nico zurechtkommt", beschreibt McLaren-CEO Zak Brown gegenüber der englischsprachigen Ausgabe von 'Motorsport.com' die Zielsetzung für den Test. "Und das alles wird Teil des Prozesses sein, wenn wir überlegen, wer in einem dritten Auto sitzen könnte. Nico steht ganz oben auf der Liste", so Brown weiter.

Hülkenberg selbst fiebert der ersten Ausfahrt im IndyCar entgegen. "Natürlich freue ich mich, wieder zu fahren", sagt er der englischsprachigen Ausgabe von 'Motorsport.com'. "Seit ich im vergangenen Jahr am Nürburgring in letzter Minute eingesprungen bin, habe ich ein Jahr lang nicht mehr hinter dem Lenkrad gesessen."

Hülkenberg: Formel-1-Zug abgefahren

Seitdem trieb Hülkenberg, der in dieser Saison in der Formel 1 Ersatzfahrer bei Mercedes und Aston Martin ist, vor allem die Familienplanung voran, heiratete und wurde Vater. Parallel arbeitete er aber auch an der Rückkehr ins Renncockpit, denn mit 34 Jahren will er den Helm noch nicht an den Nagel hängen.

"Es ist schon so, dass es im rechten Fuß noch ein bisschen kitzelt", sagt Hülkenberg im Interview mit 'Sky'. "Ich vermisse schon das Adrenalin, den Wettkampf, diese Spannungsspitzen. Formel 1 denke ich, ist der Zug abgefahren, und darum muss ich mir eine andere, coole Alternative suchen. Und ich glaube, die habe ich mit IndyCar."

Sollte Hülkenberg bei McLaren zum Zuge kommen, würde er aber nicht die komplette IndyCar-Saison bestreiten. Denn ein drittes Auto neben den Stammfahrern Patricio O'Ward und Felix Rosenqvist würde das Team nur bei einzelnen Rennen an den Start bringen.

McLaren: 2022 kein Vollzeit-Programm mit drittem Auto

"Wir werden [nächstes] Jahr definitiv kein drittes Auto in Vollzeit einsetzen", bestätigt Brown. "Wir werden ein Auto in Indianapolis einsetzen und wir beabsichtigen, später im Jahr erneut ein drittes Auto zu bringen. 2023 wollen wir dann ein Vollzeitprogramm mit dem dritten Auto."

Unter diesen Voraussetzungen würde ein Renndebüt von Hülkenberg mit McLaren bei den IndyCars noch eine Weile auf sich warten lassen. Denn einen Einstieg direkt auf dem schnellen Oval von Indianapolis schließt der Deutsche aus.

"Ich werde wahrscheinlich auch nicht sofort ins kalte Wasser springen und diese Superspeedways fahren", so Hülkenberg. "Ich werde erst einmal im Kleinen anfangen. Erst einmal ein Test und dann ein Rennen in diesen kleinen, langsameren Ovalen. Das ist mit Sicherheit etwas, was wir in Europa nicht gewöhnt sind und wo man sich erst einmal ein bisschen akklimatisieren muss."

Vermittler des Kontakts zwischen Hülkenberg und McLaren war Andreas Seidl, der Teamchef des Formel-1-Teams. Er und Hülkenberg kennen sich aus der gemeinsamen Zeit bei Porsche, die 2015 im Gesamtsieg bei den 24 Stunden von Le Mans gipfelte. "Andreas hat mich mit Nico bekannt gemacht", bestätigt Brown. "Sie haben eine gute Vergangenheit. Andreas hilft, wann und wo er kann, wenn er mir einen Gefallen tun kann."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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