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Mick Schumacher beim Indy 500: Am Start vielleicht etwas zu verhalten

Mick Schumacher erklärt seinen schwachen Start ins Indianapolis 500 2026 - Warum diese Taktik trotzdem genau richtig war und P18 ein Erfolg ist

Mick Schumacher beim Indy 500: Am Start vielleicht etwas zu verhalten

Mick Schumacher beendete sein erstes Indianapolis 500 auf P18

Foto: Rahal Rahal

Er wirkt gelöst. Nach zwei Wochen purer Anspannung beim "Greatest Spectacle in Racing" fuhr Mick Schumacher alle 200 Runden beim 500-Meilen-Rennen von Indianapolis 2026, wurde bester Rookie, erster Deutsche im Ziel seit 103 Jahren und ließ zwei seiner drei Teamkollegen hinter sich.

Für Mick Schumacher, der nicht dafür bekannt ist, in eine Rennserie mit der Tür ins Haus zu fallen, war das ein guter Auftritt. Kritik hagelt es von Fan-Seite lediglich für seine schwache erste Rennhälfte. Lange Zeit fuhr er auf dem letzten oder vorletzten Platz - allerdings immer am Feld dran.

Das war so gewollt, wie er durchblicken lässt. "Ich bin es am Start locker angegangen, vielleicht ein bisschen locker. Dadurch bin ich links und rechts überholt worden", rekapituliert der Sohn von Formel-1-Legende Michael Schumacher.

"Aber alle haben mir gesagt, dass es so ein langes Rennen ist und man drinbleiben muss. Und das haben wir getan. Das Team hat einen perfekten Job gemacht, die Boxenstopps waren perfekt. Die Änderungen am Fahrzeug während des Rennens waren immer richtig für die Balance und das Gefühl für das Auto."

Während supererfahrene Fahrer wie Ryan Hunter-Reay, Ed Carpenter und Josef Newgarden durch eigene Fehler ausschieden, blieb Mick Schumacher im Rennen und steigerte langsam seine Aggression. In der zweiten Rennhälfte begann er, Plätze gutzumachen. Die Rückrundung gegen Felix Rosenqvist und Patricio Pato OWard war dabei das Highlight.

Der Mauerkontakt beim vorletzten Restart beendete dann jegliche Ambition, noch Boden gutzumachen. Schumacher sieht das locker: "Hey, wie viele Leute können von sich behaupten, das Indy 500 beendet zu haben, nachdem sie die Mauer touchiert haben?"

"Insgesamt kann ich zufrieden sein. Natürlich will man immer weiter vorn landen, aber wenn man bedenkt, wo wir gestartet sind und was alles passiert ist, können wir damit zufrieden sein."

Überraschenderweise zeigt Schumacher, der herausragende Events wie dem Indy 500 oder den 24 Stunden von Le Mans gerne mal bescheinigt, einfach nur ein weiteres Rennen im Kalender zu sein, erstmals Begeisterung für das Event an sich:

"Jetzt verstehe ich, warum sie das Rennen das Greatest Spectacle in Racing nennen. Das ist es definitiv. Das ist völlig irre. Es ist unglaublich, ein Teil dessen zu sein und ich bin einfach völlig aus dem Häuschen. Es gab ein irres Finish zwischen Felix und David. Gratulation an beide. Aber ehrlich gesagt bin ich jetzt erstmal bereit, mich kurz hinzulegen und das alles zu verarbeiten." (Das Rennen in der Chronologie)

Schumachers Teamkollegen angefressen

Mick Schumacher schlug seine Teamkollegen Graham Rahal und Louis Foster. Hier ist vor allem Frust angesagt, denn beide wurden überrundet. Anders als dem Deutschen gelang ihnen auch kein Rückrundungsmanöver, als es drauf ankam. Entsprechend ist die Stimmung im Keller, schließlich hatten beide ganz andere Zielsetzungen als Schumacher.

"Es war ein enttäuschender Tag. Ich bin froh, dass wir das Rennen fahren konnten, aber wir hatten heute einfach zu keinem Zeitpunkt den Speed. Das Auto fühlte sich schon in den ersten Runden nicht gut an; es fühlte sich überhaupt nicht an wie am Freitag und ich verstehe das nicht", sagt Rahal.

"Ich verstehe nicht, warum wir in der einen Minute großartig und in der nächsten Minute nicht konkurrenzfähig sind. Es war nicht so, dass es schrecklich war, aber ich konnte den anderen einfach nicht dicht genug hinterherfahren. Am Freitag konnte ich noch sehr dicht hinterherfahren. Diesmal konnte ich nicht nah genug heran, um irgendetwas auszurichten. Wir müssen diese Autos konstanter machen. Wir alle vier hatten heute zu kämpfen."

Foster ergänzt: "Es war ein schwieriges Rennen für uns. Das Auto war heute einfach nicht in dem Fenster, in dem es hätte sein müssen. Ehrlich gesagt habe ich die gesamte Zeit da draußen damit verbracht, zu überleben und zu versuchen, nicht zu verunfallen. Wann immer es eine Gelbphase gab, habe ich versucht zu pushen und etwas daraus zu machen, aber das Auto wurde einfach zu übersteuernd und unsicher. Es war also ein sehr schwieriges Rennen für mich."

"Aber es gibt Dinge, die wir daraus mitnehmen können. Wir haben das Rennen beendet, alle Runden absolviert und sind in einem Stück nach Hause gekommen. Ich denke, als Team war es definitiv ein etwas enttäuschender Tag, aber das sind Tage, die wir nutzen, um als Team für das nächste Jahr voranzukommen."

Takuma Sato rettete einen zehnten Platz, was aber vor allem darauf zurückzuführen war, dass er auf der richtigen Strategie unterwegs war. Auch er bemängelt den Speed des Fahrzeugs: "Es war rundum ein hartes Rennen. Ich hatte im Verkehr zu kämpfen und konnte nicht wirklich Manöver ansetzen, um zu überholen, sondern habe stattdessen Positionen verloren. Durch die Arbeit am Auto nach den Boxenstopps wurde es zwar besser und besser, aber zu dem Zeitpunkt hatten wir wohl schon eine Menge Positionen eingebüßt."

"Am Ende sind wir auf die Alternativstrategie gegangen, was gut funktioniert hat, und wir kamen bis auf Platz 8 nach vorn. Aber der vorletzte Restart war ein wenig unsauber, weil sich alles stark staute und ich auf die Bremse treten musste, bevor die grüne Flagge draußen war, und ich bereits überholt wurde. Es ist also eine Überraschung, dass IndyCar da nicht auf Frühstart entschieden hat."

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